Künstliche Bäume mit leuchtenden Blüten
Ob Kirsche oder Weide: Künstliche Bäume, die dank hunderter LED-Lampen im Dunklen leuchten, gibt es in verschiedenen Ausführungen zu kaufen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Gute Planung ist alles So bringen Sie Licht in den nächtlichen Garten

Licht lässt sich im Garten vielseitig einsetzen. Beleuchtete Pflanzen, Treppen und Wege sorgen für eine besondere Stimmung, dienen der eigenen Sicherheit und schrecken Einbrecher ab. Das Problem: Ohne Strom geht fast nichts, denn die Beleuchtung durch Solar-Lampen lässt schnell nach. Wer eine dauerhafte Gartenbeleuchtung plant, benötigt daher eine durchdachte Elektroinstallation.

Künstliche Bäume mit leuchtenden Blüten
Ob Kirsche oder Weide: Künstliche Bäume, die dank hunderter LED-Lampen im Dunklen leuchten, gibt es in verschiedenen Ausführungen zu kaufen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Kurz und knapp: Beleuchtung im Garten

  • Dauerhaftes Licht wird im Garten dezent eingesetzt, so dass es nicht blendet und die nachtaktiven Tiere nicht stört.
  • Schalten Sie besonders auffällige, bunt-flackernde Winter- und Weihnachtsbeleuchtung aus Rücksichtnahme auf die Nachbarn lieber ab 22 Uhr ab.
  • Dauerhafte Leuchten und Strahler werden so im Garten aufgestellt, dass sie tagsüber nahezu unsichtbar sind. Sie können in Beeten oder durch Steine und Kies verborgen werden, damit die Lampen nicht auffallen.
  • Strahlen Sie einzelne Bäume, Sträucher oder besondere Steine von unten an.
  • Erdkabel und eine für den Außenbereich zugelassene Elektroinstallation sorgen für eine sichere Stromversorgung.
  • Alle Geräte, Anschlüsse, Kabel und Lampen müssen für den Außeneinsatz taugen.
  • Setzen Sie bevorzugt sparsame LED-Lampen ein. Sie verbrauchen wenig Strom und bleiben kühl, so dass Pflanzen in der Nähe nicht unter möglicher Wärmeentwicklung leiden.

Elektroinstallation im Garten: Am besten mit Erdkabeln

Ob für den klassischen Faltstern am Hauseingang oder den künstlichen Kirschbaum mit 1.200 leuchtenden LED-Blüten im Garten: Ohne Stromanschluss geht es nicht.

Künstlicher Kirschbaum mit leuchtenden Blüten
In warmweißem Licht erstrahlt dieses LED-Bäumchen. Die Lampen sind sparsam und strahlen keine Hitze ab. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Draußen für Steckdosen zu sorgen, ist jedoch nicht leicht. Wer sich elektrisches Licht wünscht, das sich bequem vom Haus aus an- und ausschalten lässt, setzt am besten auf wetterbeständige Erdkabel. Im Garten herrschen extreme Belastungen für alle Bauteile: Kabel, Lampen und Steckdosen müssen mit Hitze, Frost und Feuchtigkeit zurechtkommen. Vor allem Wasser ist der natürliche Feind jeder Elektroinstallation. Eindringende Feuchtigkeit gefährdet nicht nur Gartenleuchten oder Steckdosen, sie kann sich auch lebensgefährlich für die Anwender auswirken. Statt einer oberirdischen Kabelverlegung empfiehlt es sich daher, geschützte Erdkabel durch den Garten zu ziehen. Am besten wird das gleich bei der Anlage des Gartens erledigt.Leitungen sollten so tief im Boden versteckt werden, dass sie frostfrei bleiben und beim Umgraben oder Pflanzen nicht beschädigt werden. Das ist bei einer Tiefe von mindestens 60 bis 80 Zentimetern gewährleistet. Die Erdkabel werden auf ein Sandbett gelegt. Dank seiner losen Struktur lässt Sand das Wasser am schnellsten durchrinnen, Staunässe wird vermieden. 

Drei künstliche Bäume mit leuchtenden Lämpchen
Große LED-Bäume kosten zwischen 120 und 300 Euro. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Vor den Erdarbeiten sollten sich die Gartenbesitzer mit den Elektrikern über ihre Wünsche und Vorstellungen unterhalten. Üblich ist die Verlegung dreipoliger Erdkabel mit gelbgrünem Schutzleiter. Wer aber gleich ein fünfpoliges Kabel verlegt, kann daran eine Steckdose, gleichzeitig aber auch noch eine Gartenleuchte oder ein Gartengerät anschließen und diese unabhängig von der Steckdose ein- und ausschalten. Achten Sie darauf, dass das Kabel locker liegt und nicht unter Zug steht. Darüber kommt ebenfalls eine mindestens zehn Zentimeter hohe Schicht Sand. Empfohlen wird in sensiblen Bereichen zusätzlich eine Abdeckung mit Ziegelsteinen. Überlegen Sie auch, ob im Verlauf der Kabelbahn möglicherweise später eine Baumpflanzung mit tiefem Erdaushub geplant ist. In der Regel wird das Erdkabel so dicht wie möglich entlang der Wege oder Terrassenpflasterung gelegt, weil dort auch später höchstwahrscheinlich keine tiefen Pflanzarbeiten ausgeführt werden.

Lieber eine Steckdose mehr einplanen als eine zu wenig

Es gibt auch schützende Kabelabdeckungen oder Rohre, durch die man die Leitungen ziehen kann. Die Verlegung im Rohr macht einen späteren Austausch oder das Einziehen eines zusätzlichen Kabels ohne viel Aufwand möglich.

Weißer Herrnhuter Stern leuchtet im Dunklen
Herrnhuter Sterne sind vor allem im Winter eine beliebte Dekoration für Haus und Garten. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

In einen kleinen Garten, wo die Kabel nach individuellen Wünschen verlegt werden, sind die starren Abdeckungen und Rohre aber eher unüblich. In jedem Fall muss ein nicht verrottendes PVC-Warnband über die Sandabdeckung gelegt werden. Anschließend sollte der Verlauf der Kabelbahnen fotografiert werden. So lässt sich auch Jahre später noch nachvollziehen, wo die Leitungen verborgen sind.

Wo Lampen geplant sind, wird eine Kabelschlaufe nach oben gezogen. Wenn große Gehölze im Garten stehen oder deren Pflanzung vorgesehen ist, kann unterhalb des Baumes ein Anschluss platziert werden. So kann später die Krone stimmungsvoll angestrahlt werden. Auch eine Steckdose mit Doppelstecker im hinteren Bereich des Gartens kann sich als nützlich erweisen. Dort können Elektrogrill, elektrischer Rasenmäher, Heckenschere oder eine zusätzliche Lampe angeschlossen werden. Denn es gelingt selten, die Beleuchtung bereits im kahlen, noch nicht bepflanzten Garten perfekt zu gestalten. Wichtig zu wissen ist auch, dass im Außenbereich andere Vorschriften für die Elektroinstallation gelten als im Wohngebäude. Alle Steckverbindungen, Schalter, Lampen und Strahler müssen für den Außenbereich geeignet und zugelassen sein.

Helligkeitsstress für Nachbarn und Tiere vermeiden

Die richtige Stimmung in den Garten zu zaubern, ansprechende Objekte und Pflanzen mit geschickt gesetztem Licht in den Fokus zu rücken, das ist ein Kunst für sich. Es dauert oft Jahre, bis alles perfekt beleuchtet ist. Eine große Illumination des Gartens sollte festlichen Anlässen vorbehalten bleiben. Pflanzen und Tiere des Gartens geraten sonst unter Helligkeitsstress. Auch auf die Nachbarn sollte Rücksicht genommen werden: Wild flackernde Weihnachtsbeleuchtung zum Beispiel wird am besten um 22 Uhr vom Strom genommen, um die Nachtruhe nicht zu stören.

Grelles Licht ist auf Dauer für den Garten nicht geeignet, da es nicht sehr stimmungsvoll wirkt. Es lockt überdies zu viele Insekten an und verwirrt die Sinne der Tiere. Licht mit starkem Gelb-Orange-Anteil oder spezielle Filtergläser über zu grellen Lampen schützen das Leben der nachtaktiven Insekten.

Bodenleuchten sind mit einem Erdspieß ausgestattet. Schwenkbare Leuchten sind im Garten ideal, denn Bäume wachsen und verändern sich im Laufe der Jahreszeiten. Der Lichtstrahl kann so immer optimal ausgerichtet werden.

Lichterglanz Walschleben: Das Weihnachtshaus leuchtet wieder

Das Weihnachtshaus von Familie Leicht aus Walschleben hat schon Kultstatus erreicht: Es strahlt derzeit so hell, dass Schaulustige zum Staunen kommen. Tausende Leuchten und sechs Kilometer Lichterketten machen's möglich.

Mit tausenden Lichtern geschmücktes Einfamilienhaus
Wer dieses Haus zum ersten Mal sieht, kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus: Seit zwölf Jahren schmückt Mario Leicht aus Walschleben im Landkreis Sömmerda in der Weihnachtszeit das Haus seiner Familie. Bildrechte: MDR/Conny Mauroner
Mit tausenden Lichtern geschmücktes Einfamilienhaus
Wer dieses Haus zum ersten Mal sieht, kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus: Seit zwölf Jahren schmückt Mario Leicht aus Walschleben im Landkreis Sömmerda in der Weihnachtszeit das Haus seiner Familie. Bildrechte: MDR/Conny Mauroner
Mit tausenden Lichtern geschmücktes Einfamilienhaus
130.000 Leuchten und rund sechs Kilometer Lichterketten sowie -schläuche zieren das Gebäude und lassen es bei Nacht strahlen. Dazu kommen Figuren wie Engel, Schnee- oder Weihnachtsmänner. Bildrechte: MDR/Conny Mauroner
Mit tausenden Lichtern geschmücktes Einfamilienhaus
Vom leuchtenden Stern bis zum meterhohen LED-Kirschbaum: Seit Mitte Oktober war Mario Leicht mit dem Aufbau der Weihnachtsdekoration beschäftigt. "Täglich bis zu vier Stunden", berichtet er. Bildrechte: MDR/Conny Mauroner
Mit tausenden Lichtern geschmücktes Einfamilienhaus
Manch einer ist schon mit einem Holz-Lichterbogen auf der Fensterbank
glücklich. Andere verwandeln Haus und Hof in eine glitzernde Weihnachtswelt - so wie Familie Leicht in Walschleben.
Bildrechte: MDR/Conny Mauroner
Mit tausenden Lichtern geschmücktes Einfamilienhaus
Die Stromrechnung mache ihm in diesem Jahr aber nicht mehr wirklich etwas aus, sagt der Bastler: "Ich habe jetzt eine Solaranlage und bin autark." Bildrechte: MDR/Conny Mauroner
Alle (5) Bilder anzeigen

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Johannes und der Morgenhahn | 12. Dezember 2018 | 07:40 Uhr

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 09. Dezember 2018 | 08:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 09. Dezember 2018, 08:30 Uhr

Mehr zum Thema Licht und Beleuchtung