MEDIEN360G im Gespräch mit... Christoph Singelnstein

"Es wurde schon versucht, sich über Sprache die Welt schönzureden. Das war in der Aktualität extrem", erinnert sich Christoph Singelnstein, damaliger Hörspielproduzent im DDR-Rundfunk.

Porträt von Christoph Singelnstein 21 min
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"Es wurde schon versucht, sich über Sprache die Welt schönzureden. Das war in der Aktualität extrem", erinnert sich Christoph Singelnstein, damaliger Hörspielproduzent im DDR-Rundfunk.

Do 21.11.2019 11:56Uhr 20:35 min

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Dagmar Weitbrecht: Wie war das Arbeitsklima in den späten 80er Jahren beim DDR-Rundfunk?

Christoph Singelnstein: Das Arbeitsklima war nicht so schlecht. Es war ein relativ kollegialer Umgang da. Das war ja ein großes Medienhaus, wenn man so will. Immerhin 5000 Angestellte im Rundfunk der DDR. Was die Arbeitsbedingungen angeht, war es schon eine andere Geschichte. Das hing davon ab, wie aktuell man tätig war. Also je aktueller, desto größer die Restriktionen. Für die aktuellen politischen Redaktionen gab es de facto täglich eine Ansage, wie die Welt zu verstehen ist und was die Themen sind, und was wir machen, und was wir lassen und auch eine Vorgabe fürs Wording. Also so ein ganz simples Beispiel: Die Bundesrepublik hieß grundsätzlich BRD und nicht Bundesrepublik. Heute würde man neudeutsch Framing dazu sagen. Also es wurde schon versucht, über Sprache die Welt irgendwie sich schön zu reden. Also das war in der Aktualität extrem und je weiter man von der Aktualität weg kam, war es weniger heftig. Aber selbst in der Kulturredaktion, wo ich das erste Jahr gearbeitet habe, war es schon auch so, dass es Vorgaben gab, die man dann nicht unbedingt so schön fand als Journalist. Es gab Kollegen, die konnten damit besser umgehen und welche, die konnten damit schlechter umgehen. Auch im Rundfunk der DDR wurde durchaus zwischen den Zeilen getextet. Das ist dann eine hohe Kunst. Ich habe einige Kolleginnen und Kollegen vor Augen, die das wirklich sehr, sehr gut drauf hatten. Aber es gab auch dort Vorgaben. Es fängt ja schon damit an, worüber man berichtet und in welcher Diktion man berichtet. Während es dann im Hörspiel doch relativ liberal zuging. Wir haben viele Themen dort gemacht, die sich um Arbeitslosigkeit rankten, was es offiziell in der DDR nicht gab, wo es um Homosexualität ging, was auch in der DDR kein öffentliches Thema war, wo es um Rechtsextremismus – nicht in dem Sinne, wie wir heute darüber (reden) – wo es um Menschen ging, die sich eher als Nazis oder deren Nachfolger verstanden, auch etwas, was es in der DDR ja offiziell gar nicht gab. Das hatte viel mit dem Mut der Hörspiel-Chefin zu tun und mit dem Mut ihres Chefs. Es hängt immer am Ende auch an Leuten, und was sie daraus machen. Das Hörspiel war auch damals schon ein Nischenprodukt und da war vieles möglich, was anderswo undenkbar gewesen wäre.

Dagmar Weitbrecht: War der Tag, an dem Erich Honecker zurücktrat, die entscheidende Zäsur für die DDR-Medien?

Christoph Singelnstein: Da würde ich Ihnen schon heftig widersprechen, weil das sehr unterschiedlich (gewesen ist). Also für manche Tageszeitung hat es schon früher angefangen. Für die SED-Zeitung hat es vielleicht ungefähr da angefangen. Für das Fernsehen der DDR unter (Hans) Bentzin kann man das auch sagen. Für den Rundfunk der DDR war das deutlich schwieriger. Der Rundfunk hat sich schwer getan mit den Veränderungen. Ich kann mich erinnern, dass selbst irgendwann Anfang Dezember zum PDS-Parteitag... - es bildete sich die damals so genannte Kommunistische Plattform - es wurde tatsächlich versucht von der SED, zu verhindern, dass diese Meldung über unsere Programme lief. Das hätte beinahe auch geklappt, wenn ich es nicht durch einen dummen Zufall mitbekommen hätte. Das war schwierig im Rundfunk der DDR mit der Veränderung. Da würde ich sagen, ist es so richtig erst passiert nach dem 18. März nach der Wahl. Da war klar, der Prozess ist unumkehrbar. Dann bewegte sich auch im Rundfunk der DDR vieles. Nicht, dass es auch nicht vorher schon unter den Kollegen in bestimmten Bereichen Wahlen gegeben hätte, um ihre alte Leitung abzusetzen und ähnliches, aber sozusagen die Grundstimmung, das war schon noch relativ lange im Rundfunk der DDR. Erstaunlicherweise, weil Radio ja in der Regel etwas schneller ist.

Dagmar Weitbrecht: Im August 1990 sind Sie geschäftsführender Intendant des DDR-Rundfunks geworden. Wie kam es dazu?

Christoph Singelnstein: Das ist so, wie vieles in der Wendezeit. Also der damalige Vorsitzende des staatlichen Komitees für Rundfunk beim Ministerrat das war Manfred Klein. Der suchte einen Stellvertreter, und zwar suchte er möglichst einen Stellvertreter, der irgendeinen Kontakt hatte zu den neuen Gruppierungen und neuen Parteien, weil er dahin gar keinen Kontakt hatte. Und es gab beim Rundfunk der DDR genau zwei damals so genannte Oppositionelle. Der eine von den beiden war ich. Dann hat er mich gefragt, ob ich da in dieses Gremium (gehe), ob er mich dazu berufen dürfte, und ich habe nicht nein gesagt. Schwupps war ich sein Stellvertreter. Das kann man sich heute nicht mehr vorstellen. Ich war 35 Jahre alt. Heute würde man sagen, das grenzt an Sabotage. Keinerlei Erfahrung mit irgendwas, schon gar nicht mit der Führung eines so großen Unternehmens.

Dagmar Weitbrecht: Welche Überschrift würden Sie den Jahren 1990 und '91 geben: "Das war die große Freiheit" oder "Rette sich wer kann"?

Christoph Singelnstein: Beides ist richtig, und es kommt noch eine Perspektive dazu. Also tatsächlich war es natürlich für viele, eine riesige Befreiung, endlich journalistisch das machen zu können, was sie vielleicht schon lange wollten aber nicht konnten. Weil man ja immer auch sehen muss, jeder, der da gearbeitet hat, hat in irgendeinem gesellschaftlichen Kontext gelebt. Die waren ja nicht alle doof und wussten schon, wie es in der DDR aussieht, und wie es dort zugeht. Im Zweifel wussten sie mehr als jeder andere, weil sie oft vor Ort waren und gesehen haben, wie es in den Betrieben wirklich zuging, jenseits der Frage, wie daher wirklich darüber berichtet wurde. Also insofern ist es nachvollziehbar, dass viele sagen: „Das war die schönste Zeit“. Kleiner Pferdefuß daran ist, es gab auch nur noch wenig fachliche Kontrolle oder fachliches Gespräch, also nach dem Motto inhaltlich war alles möglich, aber leider auch formal. Und nicht alles war gut. Also wir haben auch vieles versendet, was unter journalistischen Gesichtspunkten oder sprachlichen Gesichtspunkten durchaus verbesserungsfähig (gewesen wäre). Aber dann sagt einem so ein Redakteur oder Autor: „Du hast mir gar nichts mehr zu sagen“. Fall erledigt. Es hatte auch diesen Nachteil. Es war eben eine absolute Freiheit, die alles möglich machte.

Und „Rette sich wer kann“: Natürlich also, es war ja dann spätestens nach Verabschiedung des Einigungsvertrages klar, dass am 31. Dezember 1991 Schluss sein würde. Je nach Mentalität, manche Menschen sind schneller und agiler und suchen schneller was Neues, andere sind langsamer oder bedächtiger oder vorsichtiger, wie man will. Ich will das gar nicht werten. Aber natürlich hat sich jeder gefragt: „Was mache ich am 1. Januar 1992?“ Das kann man dann sozusagen in ein „rette sich wer kann“ (werten). Das ist dann die Negativ-Formulierung. Aber in Wahrheit war jeder dazu gezwungen, sich darüber Gedanken zu machen. Was mach ich denn danach?

Dagmar Weitbrecht: Was wurde aus den politisch belasteten Mitarbeitern?

Christoph Singelnstein: Also ich sag mal diejenigen, die politisch wirklich ganz schlimm belastet waren, die waren dann - für den Rundfunk der DDR kann ich das sagen - im Laufe der Jahre 1990 und 1991 wirklich auch weg. Also angefangen bei den Offizieren im besonderen Einsatz, die wir aufgrund eines glücklichen Zufalls identifizieren konnten, schon bevor es die Stasiunterlagen-Behörde gab, und die wir dann ganz schnell entlassen haben, übrigens im Fernsehen und Radio gleichermaßen.

Es gab einen persönlichen Kontakt mit jemandem bei dieser Nachfolgeorganisation des MfS, der uns die Möglichkeit gegeben hat, unsere Gehaltslisten gegen die Gehaltslisten des MfS abzugleichen. Da die Offiziere im besonderen Einsatz ein doppeltes Gehalt bezogen haben, fielen die dann raus. Das war  Glück. Natürlich waren auch die führenden Genossen im Rundfunk der DDR dann längst weg und diejenigen, die es besonders schlimm getrieben haben, sowieso schon. Aber man muss immer sehen, also bei 5000 Menschen jetzt auch nicht einer wie der andere. Und es gab, wie vorhin schon erwähnt, zum Beispiel der im Komitee zuständige Dr. Peter Gugisch. Der hat sehr, sehr viel möglich gemacht. Das war auch ein Genosse. Und der war im Führungsgremium des Rundfunks der DDR. Trotzdem war es kein... - also ja, der war belastet, weil er in der Partei war und weil er Führungsmitglied war. Insofern war er belastet, aber er hat sehr, sehr viel Gutes getan.

Und deswegen bin ich da immer für einen sehr differenzierten Blick. War ich damals schon. In diesem konkreten Fall zum Beispiel habe ich auch mit dafür Sorge getragen, dass der nicht irgendwie hinten runter fällt. Im Zweifel war das nichtmal abhängig von Parteizugehörigkeit. Ich habe viele Nicht-Genossen erlebt, die schlimmer waren als Genossen. Also deswegen schwierig in der Verallgemeinerung zu sagen, die haben zugesehen, dass sie sich retten. Ja, jeder hat zugesehen, dass er irgendwie in dieser sich verändernden Zeit sich zurechtfindet. Es ist immer die Frage, was ist die Belastung? Ist sie strafrechtlich relevant? Ist sie "nur" eine moralische Belastung? Ist eine ideologische Belastung? Also das ist ja sehr vielfältig, und ich hab mich damals schon immer bemüht, das möglichst differenziert zu betrachten. So schwierig, wie das in der Situation war. Tatsächlich liefen ja viele auch durch die Gegend unter der Überschrift „Haltet den Dieb“. Denunziationen waren, ehrlich gesagt, an der Tagesordnung.

Dagmar Weitbrecht: Im Rahmen des Einigungsvertrages gab es für die Neustrukturierung des Rundfunks ein sehr enges Zeitfenster. Welche Folgen hatte das?

Christoph Singelnstein: Naja, eigentlich war es ja noch schlimmer, weil der Einigungsvertrag nicht so konkret war, außer, dass Rundfunk und Fernsehen der DDR am 31. Dezember 1991 ihren Sendebetrieb einzustellen haben. Aber woher es kommen soll, das war sozusagen relativ offen ist. Es gab viele Bemühungen, den Einigungsvertrag so zu gestalten, dass es schon in öffentlich-rechtliche Strukturen überführt wird und eben nicht in kommerzielle - übrigens auch schlicht aus dem Grund, weil auch Rundfunk und Fernsehen der DDR unabhängig von ihrer politischen Gewichtung durch Gebühren und durch Steuern finanziert worden sind. Es ist relativ unlogisch, dass man davon dann sozusagen kommerzielle Betreiber in irgendeiner Weise profitieren lässt. Also, das war ein bisschen ungenau im Einigungsvertrag. Darüber gab es viel Streit, viel Diskussionen. Am Ende war, ehrlich gesagt, die kurze Zeitspanne ein Segen. Das haben wir damals nicht unbedingt so gesehen, haben eher gesehen, dass es zu kurz ist und dass man das nicht schaffen kann. Und es war auch „Knirsch“. Nur für die beteiligten Personen, also vor allen Dingen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, war es dann aus heutiger Perspektive doch gut, dass es dann ein schnelles Ende nahm und sich nicht über Jahre hingestreckt hat.

Dagmar Weitbrecht: Welche Rolle spielten politische Interessen beim Aufbau einer neuen Rundfunkstruktur?

Christoph Singelnstein: Dass die mitteldeutschen Länder CDU regiert waren, hat mit Sicherheit eine Rolle gespielt. Weil es einfach auch schnell war, sich zu einigen. Das NORA, also eine Verbindung aus Mecklenburg, Brandenburg und Berlin, nicht zustande gekommen ist, hat ganz viel mit Berlin und da weniger mit dem Land, als vielmehr mit dem damaligen Intendanten zu tun. Weil er eine Mission hatte und die Mission hieß: Wir, der Sender Freies Berlin, der all die Jahre für die Freiheit gekämpft hat, wir machen das jetzt für euch. Das fanden weder die Brandenburger besonders witzig noch die Mecklenburger. Sie sagten, wenn, dann wollen wir etwas Neues und nicht sozusagen eine Fortsetzung, wo wir ein Anhängsel sind. Das hat viele Diskussionen hervorgerufen. In Brandenburg gab es von Anfang an eine relativ starke Position, die da hieß: Wir wollen eigentlich einen Sender alleine haben. War sehr getrieben von Manfred Stolpe, der dafür auch einen Grund hatte, weil er sagte: Mein Land Brandenburg ist ein Kunstland. Das hat es historisch so nicht gegeben, und ich habe die Aufgabe, irgendwie eine Landesidentität zu schaffen. Das wird schwierig genug. Zwischen der Lausitz und der Prignitz und der Uckermark und dem Fläming liegen Welten, und dann dazwischen noch so eine große Metropole. Das war sozusagen sein Impuls, warum er es für sinnvoll gehalten hat, eine eigene Landesrundfunkanstalt für Brandenburg zu haben. So ist es dann ja auch gekommen. Es wäre wirtschaftlich besser gewesen, hätten wir diese nordostdeutsche Rundfunkanstalt bekommen. Das sieht man dann ja, wir haben ja immerhin den rbb bekommen, also ORB und SFB haben dann sinnvollerweise ja noch eine Fusion hinbekommen viele Jahre später. Für eine starke Stimme des Ostens in der ARD wäre eine Sechs-Länderanstalt mit Sicherheit ein Plus gewesen.

Dagmar Weitbrecht: Gab es wirtschaftliche Interessen, den Rundfunk und das Fernsehen der ehemaligen DDR aufzulösen?

Christoph Singelnstein: Das betrifft mehr das Fernsehen als das Radio, weil wir natürlich in Adlershof und Babelsberg eine stärkere Produktionseinheit hatten. Einmal mit DEFA-Spielfilm und Adlershof natürlich auch mit der Fernsehfilmproduktion. Es gab schon zwei große Produktionseinheiten. Die eine sitzt in Hamburg, und die andere sitzt in München. Die hatten wenig Interesse daran, dass es noch eine große starke Filmproduktion in Deutschland gibt. Das ist Konkurrenz.

Dagmar Weitbrecht: Hätte es eine Chance gegeben, den Jugendsender DT64 zu retten?

Christoph Singelnstein: Nein. Warum auch? Also ich sah damals keine Möglichkeit, und ich würde das aus heutiger Perspektive auch nicht sehen. Radio ist ein regional betriebenes Medium, jedenfalls in Deutschland, nicht nur, weil es so wahrgenommen wird, sondern weil die gesetzlichen Grundlagen auch entsprechend sind. Das hat damals niemand diskutiert. Wenn überhaupt, wäre ein solches Programm quasi als drittes Programm vom Deutschlandradio denkbar gewesen. Also neben seinen Deutschlandfunk, Deutschlandradio Kultur, wie es damals noch hieß, hätte man dann noch sozusagen ein Jugendprogramm theoretisch machen können. Aber ansonsten ist quasi ein überregionales Radio in Deutschland weder gesetzlich gedeckt, noch sind die Hörgewohnheiten so. Der Mitteldeutsche Rundfunk betreibt Sputnik ja bis heute. Das ist ja quasi auch entstanden aus DT64. Ich würde jetzt auch Jump nicht als Großeltern-Radio bezeichnen. Der ORB hat dann erst Rockradio B und dann Fritz erfunden, sendet bis heute fröhlich vor sich hin. Also sehe ich nicht unbedingt einen Grund, warum man hätte DT64 weitermachen sollen, weil es auch nichts anderes war als ein Radioprogramm.

Dagmar Weitbrecht: Hat die Art und Weise, wie der öffentlich-rechtliche Rundfunk in Ostdeutschland eingeführt wurde, Einfluss auf die Medienwahrnehmung der Menschen?

Christoph Singelnstein: Nein, so würde ich das nicht sagen. Also Fakt ist, dass die Wahrnehmung von ARD und ZDF, fürs Radio gilt das glaube ich nicht ganz so, in Ostdeutschland eine andere ist, als in der alten Bundesrepublik. Das kann man, also das geben die Zahlen so her, gar nicht leugnen. Die Frage ist: Worin liegt die Ursache? Auch in der alten Bundesrepublik ist ja der öffentlich-rechtliche Rundfunk nicht sozusagen als basisdemokratische Einrichtung entstanden, sondern ist von den Alliierten oktroyiert worden. Hier hat es immerhin dazu noch eine demokratische Gesetzgebung dafür gegeben. Jedes Landesparlament hat selbständig darüber befunden, ob sie eine Landesrundfunkanstalt haben wollen, ob sie eine eigene haben wollen, ob sie einen Staatsvertrag eingehen oder das bleiben lassen. Also insofern ist die Entstehung demokratietheoretisch für mich nicht infrage zu stellen. Es ist schon in Ordnung. Also, es ist auch der einzige mögliche Weg. Dass hier im Osten weniger öffentlich-rechtlich geguckt wird als im Westen, hat viele Gründe. Das war aber auch schon vor der Wende so. Also wir hatten ja doch weite Teile, in denen man Westfernsehen gucken konnte, und auch dort sind private Angebote häufiger wahrgenommen worden, als die Öffentlich-Rechtlichen. Das bezieht sich vor allen Dingen auf so Unterhaltungsgeschichten. Das ist vielschichtig, das hat was mit Gewohnheiten zu tun. Das hat was mit Interessen zu tun. Aber das hat mit Sicherheit nichts zu tun mit der Frage, wie öffentlich-rechtlicher Rundfunk entstanden ist. Und im Radio sieht das Bild auch nochmal sehr anders aus.

* Das Gespräch wurde am 18.Oktober 2019 beim rbb in Potsdam aufgezeichnet.

Zuletzt aktualisiert: 22. November 2019, 13:39 Uhr