MDRfragt - Das Meinungsbarometer für Mitteldeutschland MDRfragt: Knappe Mehrheit für Absage von Weihnachtsmärkten

In einigen Städten in Sachsen-Anhalt und Thüringen haben die Weihnachtsmärkte schon begonnen, während sie in Sachsen komplett abgesagt wurden. Eine generelle Absage der Weihnachtsmärkte in diesem Jahr hätte die knappe Mehrheit der Befragungsteilnehmer in Anbetracht der Corona-Lage begrüßt. Das zeigt die aktuelle Befragung von MDRfragt, an der sich knapp 30.000 Mitteldeutsche beteiligt haben. Drei Viertel von ihnen fehlt es bei all den Corona-Auflagen an der typischen Weihnachtsmarktstimmung in diesem Jahr.

Die knappe Mehrheit (51 %) findet, in diesem Jahr sollten überhaupt keine Weihnachtsmärkte stattfinden. Nur etwas weniger (46 %) finden hingegen, dass es sie geben sollte.

Sollten Weihnachtsmärkte stattfinden?
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Viele haben uns allerdings geschrieben, dass sie mit der kurzfristigen Absage der Märkte nicht einverstanden sind:

Warum wurden die Märkte nicht schon früher abgesagt? Die Zahlen steigen seit Oktober und viele Schausteller sind in Vorleistung gegangen. Es ist dieses Hin-und-Her, das für Verwirrung sorgt und viele gegen die Maßnahmen aufbringt.

39-jähriger Teilnehmer aus Jena

Ich finde es furchtbar, Traditionen zu verbieten. Meine Wut geht ins unermessliche. Der Bürger muss für die Fehler der Politiker gerade stehen. Das ist nicht fair und nicht in Ordnung.

41-jährige Teilnehmerin aus Weimar

Die kurzfristige Absage der Weihnachtsmärkte ist für Händler, Schausteller und Betreiber ein finanzielles Fiasko. Hier sollten unbürokratisch und kurzfristig Entschädigungszahlungen erfolgen.

70-jähriger Teilnehmer aus Mittelsachsen

Mehrheit will in diesem Jahr keine Weihnachtsmärkte besuchen

28 Prozent der MDRfragt-Mitglieder, die sich an der Befragung beteiligt haben, wollen in diesem Jahr einen Weihnachtsmarkt besuchen. Für 60 Prozent kommt das jedoch nicht in Frage: 40 Prozent davon wollen aufgrund der aktuellen Situation nicht auf einen Weihnachtsmarkt gehen, 20 Prozent gehen sowieso nie oder nur selten.

Einige MDRfragt-Mitglieder haben uns geschrieben, was sie in diesem Jahr machen werden:

Unseren Glühwein trinken wir zu Hause, eine Bratwurst lässt sich auch zu Hause grillen, hier kommt mehr Weihnachtsstimmung auf als irgendwo anders zur Zeit. Mit der Familie zusammen sein ist das was zählt und zur weihnachtlichen besinnlichen Zeit beiträgt.

35-jährige Teilnehmerin aus dem Landkreis Zwickau

Wenn man Weihnachtsmärkte durchführt, die annähernd wie immer sind, suggeriert man den Menschen, dass keine Gefahr besteht - das wäre meiner Meinung nach falsch. Vielleicht gehe ich auf einen Weihnachtsmarkt, wenn mich seine Regeln überzeugen - aber ich werde auf dem Absatz kehrt machen, wenn ich kein gutes Gefühl habe.

48-jährige Teilnehmerin aus dem Erzgebirge

Ich werde, wenn möglich, mit meinen Freunden einen Weihnachtsmarkt besuchen. Wir sind geimpft, tragen Maske und werden Abstand zu nicht zu unserem Kreis Gehörenden halten. Ein wenig Hoffnung braucht man ja wohl zum durchhalten.

60-jährige Teilnehmerin aus dem Landkreis Mansfeld-Südharz

Drei Viertel finden, mit Corona-Regeln kommt keine typische Weihnachtsmarkt-Stimmung auf

2G, 3G, kein Alkohol, Abstandsregeln, Maskenpflicht: Für die Weihnachtsmärkte, die stattfinden, gelten Corona-Regeln, die jede Kommune individuell festgelegt hat. Rund drei Viertel (72 %) finden, dass mit diesen Auflagen keine typische Weihnachtsmarkt-Stimmung aufkommt. 21 Prozent finden das dagegen schon.

Weihnachtsmarkt-Stimmung
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Einige MDRfragt-Mitglieder haben uns geschrieben, was "Weihnachtsmarkt" eigentlich für sie bedeutet - und was ihre Gedanken zur Situation sind:

Ich liebe Weihnachtsmärkte, sie sind für mich elementar wichtig für die Adventszeit und eine heißgeliebte Tradition. Aber wie kann ich in Weihnachtsstimmung kommen, wenn ich weiß, hier sind vielleicht Menschen, die ihre Tests fälschen, später positiv getestet werden, die die Pandemie für Schwachsinn halten. Ich möchte nicht an Corona erkranken und keine anderen Menschen gefährden.

22-jährige Teilnehmerin aus Bautzen

Als Kind war es für mich das Größte, in der Adventszeit ein oder zwei Mal mit meinen Eltern auf den Weihnachtsmarkt zu gehen. Und genau das möchten mein Mann und ich mit unseren 4-, 13- und 17-jährigen Kindern auch. Es muss nicht abends sein... dann müssten die Märkte vormittags bereits öffnen und nur bis zu einer bestimmten Anzahl an Buden.

42-jährige Teilnehmerin aus dem Vogtlandkreis

Die 'typische Weihnachtsmarkt-Stimmung' kommt mir aktuell vor wie ein Albtraum: dicht gedrängt umgeben von hunderten Menschen ist aktuell nichts, was ich wollen würde. Insofern finde ich Auflagen gut, denn sie ermöglichen mir eine angenehme Weihnachtsmarkt-Stimmung.

26-jähriger Teilnehmer aus Magdeburg

Mehr als die Hälfte hat Sorge vor mehr Infektionen durch Weihnachtsmärkte

Dass die Weihnachtsmärkte, die stattfinden, zu vielen weiteren Corona-Infektionen führen könnten, glauben 56 Prozent der an der Befragung beteiligten MDRfragt-Mitglieder. 36 Prozent machen sich diesbezüglich keine Sorgen.

Über diese Befragung Die Befragung vom 19.-22.11.2021 stand unter der Überschrift:
Lockdown für alle, Impfpflicht oder 2Gplus: Was hält Corona jetzt noch auf?

Insgesamt sind bei MDRfragt 49.337 Menschen aus Mitteldeutschland angemeldet (Stand 22.11.2021, 9 Uhr).

29.814 Menschen aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen haben online an dieser Befragung teilgenommen.

Verteilung nach Altersgruppen:
16 bis 29 Jahre: 574 Teilnehmende
30 bis 49 Jahre: 5.736 Teilnehmende
50 bis 64 Jahre: 12.543 Teilnehmende
65+: 10.961 Teilnehmende

Verteilung nach Bundesländern:
Sachsen: 15.658 Teilnehmende
Sachsen-Anhalt: 7.094 Teilnehmende
Thüringen: 7.062 Teilnehmende

Verteilung nach Geschlecht:
Männlich: 52 Prozent
Weiblich: 48 Prozent

Die Ergebnisse der Befragung sind nicht repräsentativ. Wir haben sie allerdings in Zusammenarbeit mit dem wissenschaftlichen Beirat nach den statistischen Merkmalen Bildung, Geschlecht und Alter gewichtet. Das heißt, dass wir die Daten der an der Befragung beteiligten MDRfragt-Mitglieder mit den Daten der mitteldeutschen Bevölkerung abgeglichen haben.

Aufgrund von Rundungen kann es vorkommen, dass die Prozentwerte bei einzelnen Fragen zusammengerechnet nicht exakt 100 ergeben.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR um 4 | 22. November 2021 | 16:00 Uhr