Umfrage Kaufverhalten ändert sich wegen der Inflation deutlich

Nicht nur die Preise für Öl, Benzin und Gas sind angezogen, auch Lebensmittel sind deutlich teurer geworden. Das macht sich vor allem in den Haushaltskassen bemerkbar. Die betroffenen Verbraucherinnen und Verbraucher reagieren und passen ihr Konsumverhalten an, wie eine Studie zeigt, sogar noch stärker als in der Corona-Pandemie. Auch in Mitteldeutschland.

Eine Kundin in einem Supermarkt vor einem Obstregal
Viele Verbraucherinnen und Verbraucher machen sich wegen der steigenden Preise Sorgen. Bildrechte: IMAGO/Martin Wagner

Die aktuelle Wirtschaftskrise beeinflusst das Einkaufsverhalten mehr als die Corona-Pandemie. Zu dem Ergebnis kommt die Mitteldeutsche Markenstudie 2022, die das Erfurter Institut für angewandte Marketing- und Kommunikationsforschung (IMK) erstellt hat. Demnach ist die Zahl der Verbraucherinnen und Verbraucher, die ihr Kaufverhalten verändert haben, von 66 Prozent im Vorjahr auf 90 Prozent gestiegen. Dabei beklagen laut Studie fast zwei Drittel der Menschen in Mitteldeutschland, dass alles teurer geworden sei.

Verbraucherverhalten ändert sich auf vielen Gebieten

Reagiert wird mit Verzicht, Markenwechsel oder Sparen in anderen Bereichen. IMK-Geschäftsführer Sören Schiller sagt, man gönne sich nun weniger besondere Lebensmittel. Es werde aber auch weniger weggeworfen, stärker auf regionale Marken ausgewichen oder insgesamt weniger eingekauft.

Es beginnt damit, dass man sich weniger besondere Lebensmittel gönnt. Es wird aber auch weniger weggeworfen, stärker auf regionale Marken ausgewichen oder insgesamt weniger eingekauft.

Sören Schiller I IMK-Geschäftsführer

Mitteldeutsche Marken weiter beliebt

Viele mitteldeutsche Marken erfreuen sich weiterhin großer Beliebtheit. In der Studie wurden 100 von ihnen in elf Produktgruppen abgefragt. Aus Werten wie "Bekanntheit", "Kauf", "Treue" und "Sympathie" wurde die jeweils "Beste Marke" gekürt. Fünf Preise gingen nach Sachsen an Nudossi, Radeberger, Bautz'ner, Teigwaren Riesa und Lichtenauer. Vier nach Sachsen-Anhalt an Halberstädter, Leckermäulchen, Halloren sowie Rotkäppchen. Einer nach Thüringen an Vita Cola.

Kaufland bleibt Einkaufsmarkt Nummer 1

Bei den beliebtesten Einkaufsstätten verteidigt Kaufland seinen Spitzenplatz in Mitteldeutschland, vor Netto und Rewe. In Deutschland gesamt bleibt Aldi auf Platz eins, Kaufland liegt hier auf Platz fünf.

Karte verdrängt Bargeld

Laut Studie geben die Mitteldeutschen durchschnittlich 47 Euro pro Kopf und Woche für Lebensmittel aus. Damit geben sie nur etwas weniger aus als der Bundesdurchschnitt von 49 Euro. Gezahlt wird meist mit Karte, nur neun Prozent nutzen dazu das Smartphone. Im vergangenen Jahr belegte das Bargeld noch den Spitzenplatz. Auch festgehalten werden die Ausgaben gerne. Jeder fünfte Verbraucher führt ein Haushaltsbuch, je zur Hälfte schriftlich und digital.

MDR (dkn)

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR AKTUELL | 29. September 2022 | 17:45 Uhr

Mehr aus Deutschland