Nach Zugunglück bei Gifhorn Bahn will Strecke Hannover-Stendal-Berlin früher freigeben als geplant

Gute Aussichten für Fahrgäste der Bahn. Die Deutsche Bahn will die gesperrte Strecke zwischen Hannover und Berlin bereits ab dem 11. Dezember wieder freigeben. Bislang sollte die Sperrung bis zum 16. Dezember andauern. Die komplizierten Bergungsarbeiten nach einem Güterzugunfall bei Gifhorn seien schneller abgeschlossen als geplant, heißt es von der Bahn. Bereits am Donnerstagabend begannen die Reparaturarbeiten an der Strecke.

Beschädigte Waggons stehen und liegen auf dem Bahndamm, während Gas aus einem der Waggons kontrolliert abgefackelt wird (Aufnahme mit einer Drohne). Zwei Güterzüge sind am 16.11.2022 im Landkreis Gifhorn kollidiert. Dabei wurden mehrere Waggons beschädigt und explosives Propangas entwich.
Drohnenaufnahme vom Unfallort: Zwei Güterzüge kollidierten Mitte November im Landkreis Gifhorn. Dabei wurden mehrere Waggons beschädigt und explosives Propangas entwich. Bildrechte: dpa

Nach der Kollision zweier Güterzüge im niedersächsischen Landkreis Gifhorn will die Deutsche Bahn die gesperrte ICE-Strecke zwischen Hannover und Berlin, über Stendal, früher als geplant wieder für den Zugverkehr freigeben. Wie die DB mitteilte, sollen die Züge bereits ab dem 11. Dezember wieder rollen. Bislang ging das Unternehmen von einer Sperrung bis zum 16. Dezember aus. Unter anderem würden Fahrgäste in Stendal von der vorgezogenen Fertigstellung profitieren.

Schnellerer Abschluss der Bergungsarbeiten

Gas aus einem beschädigen Waggon wird kontrolliert abgefackelt.
Gas aus einem beschädigten Waggon wird kontrolliert abgefackelt. Bildrechte: dpa

Grund für die schnellere Freigabe sei das vorzeitigere Ende der komplizierten Bergungsarbeiten, teilte die Bahn mit. Spezialkräfte konnten am Donnerstag die letzte verunglückte Lokomotive heben und abtransportieren. Zuvor mussten mehrere umgekippte Kesselwagen mit explosivem Propangas geborgen werden. Einsatzkräfte der Feuerwehr brauchten Tage, um das Gas aus den Waggons abzupumpen, teilweise wurde es sogar mit einer speziellen Vorrichtung abgefackelt.

Umfangreiche Streckenreparatur ist angelaufen

Bergungsarbeiten nach einem Güterzugunfall
Bergungsarbeiten an der Unfallstelle Bildrechte: IMAGO/Die Videomanufaktur

Am Donnerstagabend begannen auch schon die ersten Reparaturarbeiten an der Unglücksstelle. Nach Bahnangaben müssen Schienen, Schwellen und Schotter an den beiden Gleisen erneuert und mehrere Oberleitungsmasten neu gesetzt werden. Außerdem müssen eineinhalb Kilometer Oberleitung und fast zwei Kilometer Kabel für die Leit- und Sicherungstechnik neu verlegt werden. Auch der ölverseuchte Boden müsse ausgetauscht werden.

Unfall sorgt für viele Zugausfälle

Am 17. November waren ein Zug mit Propangas gefüllten Kesselwaggons bei Leiferde im Landkreis Gifhorn auf einen anderen Güterzug aufgefahren, der an einem Signal hielt. Vier Waggons kippten um, ein Lokführer wurde leicht verletzt.

Der Unfall sorgt für viele Zugausfälle und zahlreiche Behinderungen im Bahnverkehr auf der Strecke zwischen Hannover und Berlin. Besonders betroffen war dabei auch der Altmarkkreis. Wegen der Umleitungen über Stendal fallen dort aktuell viele Nahverkehrsverbindungen aus. Sie werden durch Busse ersetzt.

MDR (vm)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | Das Nachrichtenradio | 01. Dezember 2022 | 18:30 Uhr

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