Magdeburg und Halle Zoos leiden unter steigenden Energie- und Rohstoffpreisen

Weniger Buchungen für Veranstaltungen und noch keine Besucher-Zahlen wie vor Corona: Die Zoos in Sachsen-Anhalt erzielen derzeit weniger Einnahmen und müssen gleichzeitig höhere Preise für Strom und Futtermittel bezahlen. Ein Einblick in die aktuelle Situation.

Bergzoo Halle - Erdmännchen
Die Zoos in Sachsen-Anhalt leiden unter den steigenden Strom- und Futterpreisen. Beides benötigen sie zwingend für ihre Tiere. Bildrechte: dpa

Die beiden großen Zoos in Sachsen-Anhalt spüren bereits jetzt die Auswirkungen der Preissteigerungen und Energiekrise. Seit dem zweiten Halbjahr sei "tendenziell zu spüren, dass gespart wird", sagte eine Sprecherin des Zoos in Magdeburg.

So blieben Buchungen für Firmenveranstaltungen aus, auch Weihnachtsfeiern seien bisher nicht wie gewohnt gebucht. Im Bergzoo in Halle sei dieser Effekt noch nicht zu beobachten, sagte ein Sprecher. Allerdings sei der Zoo noch weit entfernt vom Besucherniveau vor der Pandemie.

Ausgaben für Futtermittel im Zoo Magdeburg um 30 Prozent gestiegen

Die Zoos in Halle und Magdeburg stellten sich nach eigenen Angaben auf weiter steigende Energie- und Futterkosten ein. "Die Ausgaben für Futtermittel waren im Jahr 2021 bereits um durchschnittlich 30 Prozent gestiegen, eine weitere Preis-Potenzierung bis zum Ende dieses Jahres ist erwartbar", sagte die Sprecherin des Magdeburger Zoos. Die Geschäftsleitung habe bereits einen Not-Energieplan aufgestellt.

Weitere Einsparungen seien nur schwer möglich, sagte der Sprecher des Bergzoos in Halle. Das gelte insbesondere für die "relevanten Kostenbereiche wie Energie in Form von Strom und Wärme sowie Futter". Dabei spiele es keine Rolle, ob viel oder wenig Besucher kommen würden, so der Sprecher. "Diese Kosten sind nahezu gleichbleibend."

Kosten für Gas in Magdeburger Zoo vervierfacht

In Magdeburg werde die Wärmeversorgung des Zoos größtenteils über Fernwärme realisiert, sagte die Sprecherin. Hier gebe es aktuell nur moderate Preisanstiege. "Der restliche, geringere Gasanteil hat sich kostenmäßig mehr als verdreifacht", so die Zoo-Sprecherin. Nach Einsparungen im vergangenen Jahr sei es unmöglich, die Vorjahreskosten zu unterbieten.

Zoos in Sachsen-Anhalt

dpa, MDR (Johanna Daher)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 24. September 2022 | 09:00 Uhr

1 Kommentar

Shantuma vor 9 Wochen

Dann müssen wir eben diese Einrichtungen schließen.

Sind halt Folgen unseres Handelns.
Das dies vorher absehbar war ... tja ... das wollten viele Leute ja nicht wissen.

Und somit schließen wir alles was mit Kultur und Freizeit zu tun hat, denn dies sind Bereiche wo Einsparungen, welche ja verlangt werden, möglich sind.

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