Agrarminister Länder wollen Geld vom Bund - Sachsen bildet Schweinepest-Spürhunde aus

Seit knapp einem Jahr breitet sich die Afrikanische Schweinepest in Sachsen und Brandenburg aus. Zaunbau, intensive Jagd und Suche nach Wildschweinkadavern sind wichtige Elemente der Seuchenbekämpfung. Die kostet vor allem Geld. Die Bundesländer wollen, dass sich auch Berlin an den Kosten beteiligt. Doch der Bund blickt auf die Zuständigkeiten gemäß Verfassung.

In einem Wald stehen sieben Männer und Frauen nebeneinander. Jede der Personen hat einen Hund auf seiner linken Seite sitzen. Diese Hunde wurden vom Land Sachsen ausgebildet, damit sie Schweinepest-Kadaver und kranke Tiere aufspüren.
Sieben von acht Hunden und ihre Hundeführerinnen und Hundeführer, die die Ausbildung zum Kadaversuchhund erfolgreich bestanden haben. Bildrechte: Sächsisches Sozialministerium/Oliver Killig

Die Agrarminister der Länder haben für die Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) mehr Hilfe und Unterstützung vom Bund verlangt. "Die Schweinepest ist ein Problem für ganz Deutschland und die gesamte Europäische Union", sagte der Vorsitzende der Agrarministerkonferenz, Sachsens Ressortchef Wolfram Günther (Grüne). Am Mittwoch hatten sich die Ressortchefinnen und -chefs bei einer digitalen Sondersitzung beraten.

Bislang sind die Länder Sachsen und Brandenburg von der Seuche betroffen. Brandenburgs Agrarminister Axel Vogel (Grüne) nannte die beiden Länder ein "Bollwerk" im Kampf gegen die Ausbreitung der Schweinepest nach Westen.

Bund verweist auf Länderzuständigkeit

Der Staatssekretär beim Bundesagrarministerium, Uwe Feiler (CDU), verwies allerdings auf die Zuständigkeit der Länder bei der Tierseuchenbekämpfung. "Wir erwarten von den Ländern, dass sie dieser Aufgabe nachkommen, statt den Weg des geringsten Widerstandes zu gehen und nach dem Bund zu rufen." Es gehe nicht ums Bezahlen wollen oder nicht, sondern ob es verfassungsrechtlich möglich sei.

Acht Suchhunde ausgebildet

Unterdessen wurden die Helferreihen bei der Schweinepestbekämpfung in Sachsen verstärkt: mit acht neu ausgebildeten Spürhunden. Die Hundeführerinnen und -führer der Hunde erhielten am Mittwoch ihre Zertifikate. Die Tiere und ihre Halter waren in einem Lehrgang mit 30 Ausbildungstagen auf das Aufspüren von Wildschweinkadavern trainiert worden. "Die Tiere sind eine große Hilfe bei der Kadaversuche in unwegsamem Gelände und entlasten unsere Fallwildsuchtrupps. Wir werden dies Kurse in Zusammenarbeit mit den sächsischen Jägern fortsetzen", sagte der Leiter des Schweinepest-Krisenstabes und Staatssekretär im Sozialministerium, Sebastian Vogel.

Mehr als 440 bestätigte Fälle in Sachsen

Aktuell gibt es in Sachsen mehr als 443 bestätigte Schweinepest.Fälle. Der erste Fall war Ende Oktober 2020 bestätigt worden. Das gefährdete Gebiet erstreckt sich derzeit auf große Teile des Landkreises Görlitz und die östlichen Gemeinden des Kreises Bautzen. Die Afrikanische Schweinepest ist für Schweine (Haus- und Wildschweine), ansteckend, unheilbar und verläuft fast fast immer tödlich. Es gibt keine vorbeugende Schutzimpfung.

Quelle: MDR/kk/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | SACHSENSPIEGEL | 01. September 2021 | 19:00 Uhr

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