Mieten und Leerstand Immobilienwirtschaft sieht keine Wohnungsknappheit in Sachsen

Die Mieten sind in Sachsen in den Großstädten Dresden und Leipzig in den vergangenen Jahren stark gestiegen - vor allem bei Neuvermietungen. Im Bestand sind die Steigerungen geringer. Auch gibt es immer noch Leerstand. Die Wohnungswirtschaft kritisiert deshalb die von der Landesregierung geplante Mietpreisbremse.

Als kunterbuntes Mosaik präsentiert sich ein frisch sanierter Plattenbau unweit des Dresdner Stadtzentrums
Ein neu sanierter Plattenbau in Dresden Bildrechte: dpa

Die Mieten in Sachsen sind im vergangenen Jahr nach Angaben der Wohnungswirtschaft moderat gestiegen. Sie lagen im Durchschnitt bei 5,27 Euro pro Quadratmeter, wie der Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft Sachsen mitteilte. Das sei ein Plus von acht Cent beziehungsweise 1,5 Prozent, sagte Verbandsdirektor Rainer Seifert.

Auffällig ist der Unterschied zwischen Stadt und Land: In Dresden, Leipzig und Chemnitz zahlten Mieterinnen und Mieter 5,98 Euro, während im ländlichen Raum rund ein Euro weniger (4,88 Euro) fällig wurde. Die Mieten seien trotz hoher Investitionen der Vermieter niedrig geblieben, sagte Seifert. "Wenn es überhaupt eine Investitionsumlage gegeben hat, war sie sehr moderat."

Leerstand im Schnitt bei über zehn Prozent

Auch die Leerstandsquote veränderte sich den Angaben zufolge kaum. Im Durchschnitt waren 10,6 Prozent aller Wohnungen unbewohnt. In den Metropolen stieg die Quote leicht auf 5,0 Prozent, im ländlichen Raum sank die Quote leicht auf 14,3 Prozent. Die geplante Mietpreisbremse komme daher zum falschen Zeitpunkt und werde wirtschaftlich kaum etwas bewirken, sagte Seifert.

Eine Mietpreisbremse für Dresden und Leipzig wirkt geradezu wie eine Einladung, noch mehr aus den ländlichen Regionen in die Städte abzuwandern.

Rainer Seifert VdW Sachsen

Der Leerstand im ländlichen Rau werde durch eine Mietpreisbremse noch weiter in die Höhe getrieben. Zugleich würden in den Großstädten neue Investitionen erschwert oder sogar ganz verhindert, so Seifert.

Der Verband vertritt rund 120 Wohnungsunternehmen im Freistaat, die nach eigenen Angaben mit rund 290.000 Wohnungen mehr als ein Fünftel des Mietwohnungsbestandes bewirtschaften. Dem Landesverband gehören vor allem kommunale und genossenschaftliche Unternehmen an.

Quelle: MDR/kb/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Nachrichten | 12. Juli 2021 | 16:00 Uhr

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