Corona-Pandemie Landesregierung will einrichtungsbezogene Impfpflicht lockern

Die Thüringer Landesregierung will die Regeln bei der Impfpflicht für Mitarbeiter des Gesundheitssektors lockern. Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) sagte im Landtag, sie werde die Gesundheitsämter in der nächsten Woche anweisen, dass alle Beschäftigten, die zweimal geimpft sind, als vollständig geimpft behandelt werden.

Damit werde verhindert, dass die dritte Impfung gegen das Coronavirus - die "Booster-Impfung" - noch einmal kontrolliert werden müsse. Thüringen habe sich diesbezüglich auch mit anderen Bundesländern abgestimmt.

Der Mitarbeiter eines Krankenhauses erhält seine erste Impfdosis.
Die "einrichtungsbezogene Impfpflicht" ist nach wie vor umstritten. (Symbolbild) Bildrechte: IMAGO / photonews.at

Weitere Lockerungen möglich

Den Angaben nach werden auch weitere Veränderungen geprüft. Möglicherweise gebe es Wege, damit keine Betretungsverbote mehr gegen Mitarbeiter der Gesundheitsbranche ausgesprochen werden müssten. Laut Werner sollen an dieser Stelle die Ermessensspielräume geprüft werden. Es gehe um die Frage, ob in die Berufsfreiheit eingegriffen werde, wenn solche Verbote nur noch für kurze Zeit ausgesprochen werden könnten.

Die Impfpflicht sorgt bei den Beschäftigten für Frust und Ärger, sagte Thadäus König von der CDU-Fraktion. Auch, weil es keine allgemeine Impfpflicht gebe. Es drohe die Gefahr, dass Beschäftigte des Gesundheitswesens in andere Branchen abwanderten. Laut König müssen zudem die Gesundheitsämter viel Aufwand betreiben, um die einrichtungsbezogene Impfpflicht zu kontrollieren. René Aust von der AfD forderte, die Impfpflicht für Mitarbeiter der Gesundheitsbranche komplett abzuschaffen.

Die sogenannte einrichtungsbezogene Impfpflicht läuft voraussichtlich am Ende des Jahres aus. Die Impfpflicht und die angedrohten Bußgelder bei Verstößen dagegen sorgen seit Monaten für Widerstand bei vielen Beschäftigten im Gesundheitsbereich.

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MDR (cfr)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 23. September 2022 | 13:00 Uhr

6 Kommentare

martin vor 1 Wochen

Komisch nur, dass das etliches Personal in den Krankenhäusern schon immer Masken getragen hat - ohne die von Ihnen behaupteten Nebenwirkungen. Und bei den Personalausfällen schlagen nicht die seltenen Impfnebenwirkungen zu Buche, sondern die Ausfälle wegen der Infektion und zunehmend auch wegen Long- bzw. Post-Covid.

OOOO vor 1 Wochen

Wie sagte S. Wagenknecht: wir haben die dümmste Regierung in Europa, das bezieht sich nicht nur auf das Energiemanagement, kein Land in der EU Macht noch so einen Zirkus ums Impfen.

sorglos vor 1 Wochen

Das alles macht keinen Sinn mehr! Kinder sind zusammen, spielen, verbringen Zeit miteinander und im Bus müssen sie Maske tragen. Personal in den Krankenhäusern ist reihenweise krank wegen Impfnebenwirkungen, wegen Ausschlägen im Gesicht durch 8 - 10h Maske tragen. Im Privatbereich sind alle zusammen und im Krankenhaus müssen Masken getragen werden. Es wäre hilfreich, endlich offen zu legen, wie viele ungeimpfte oder "nur" 2 - fach geimpfte Beschäftigte im Gesundheitswesen tatsächlich (!) andere angesteckt haben. Wäre es nicht an der Zeit - wie in anderen Ländern - zur Normalität über zu gehen? Haben wir Impfungen gegen Grippe verlangt, um arbeiten zu dürfen? Haben wir Impfungen gegen Herpes (vor diesem Virus habe ich echt Respekt) verlangt? Das alles macht keinen Sinn mehr! Auf der Wiesn sind unsere Politiker dicht bei dicht und wir müssen in Bus und Bahn Masken tragen....

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