Corona-Pandemie Die Zeit der Impfstellen geht in Thüringen zu Ende

Jede zweite Spritze gegen Covid-19 ist in Thüringen in regionalen Impfstellen oder Impfzentren verabreicht worden. Nach fast zwei Jahren Öffnung schließen die letzten Anlaufstellen bis Weihnachten.

Eine Ärztin impft Patientin gegen Corona
Geimpft wird in Thüringen weiter, nur nicht in den Impfzentren. (Symbolfoto) Bildrechte: IMAGO / Wilhelm Mierendorf

Die Zeit der Corona-Impfstellen geht in Thüringen zu Ende. Nur noch bis Weihnachten können sich die Menschen im Freistaat in den zentralen Anlaufstellen gegen Covid-19 impfen lassen.

Nach und nach werden die Einrichtungen geschlossen. So wurden am Samstag zum Beispiel in Bad Frankenhausen, Rudolstadt, Greiz, Mühlhausen und Weimar zum letzten Mal Impfungen verabreicht. Bis zum 23. Dezember haben nur noch Impfstellen in diesen Thüringer Städten geöffnet:

  • Erfurt
  • Gera
  • Gotha
  • Jena
  • Sonneberg
  • Suhl

Thüringer Impfportal bleibt weiter aktiv

Danach übernehmen nur noch niedergelassene Ärzte die Impfungen, in Gesundheits-, Pflege- und Sozialeinrichtungen können bei Bedarf weiterhin mobile Impfteams zum Einsatz kommen. Das Online-Terminportal www.impfen-thueringen.de bleibt trotz Schließung der Impfstellen bestehen, hier können wie bisher Impftermine in Praxen gebucht werden.

Die Signale zum Ende der anteiligen Finanzierung durch den Bund hätten deutlich früher kommen müssen.

Gesundheitsministerin Heike Werner

Thüringens Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) erklärte, durch die Arbeit in den Impfstellen sei es gelungen, viele Menschen schnell und flächendeckend gegen das Coronavirus zu schützen. "Gleichzeitig ärgere ich mich über die kurzfristige Kommunikation des Bundes in dieser wichtigen Sache. Die Signale zum Ende der anteiligen Finanzierung durch den Bund hätten deutlich früher kommen müssen", sagte die Ministerin.

Thüringen hatte bereits die Hälfte der Impfstellen geschlossen und gehofft, die verbliebenen Einrichtungen bis Ende März 2023 weiter betreiben zu können.

Feierabend-Impfen im Imfzentrum in Weimar mit Johnson&Johnson
Auch besondere Aktionen wie das "Feierabend-Impfen" wurden gut angenommen. Bildrechte: MDR/Grit Hasselmann

Mehr als vier Millionen Dosen verimpft

Die ersten Corona-Impfstellen in Thüringen waren Mitte Januar 2021 in Betrieb gegangen. Seitdem wurden laut Ministerium 52 Prozent der bislang rund 4,3 Millionen Impfungen in den zeitweilig um die 30 Anlaufstellen verabreicht. 44 Prozent der Impfungen entfielen auf Praxen niedergelassener Ärzte, vier Prozent übernahmen mobile Impfteams.

Zu Spitzenzeiten wurden mehr als 150.000 Impfungen pro Woche verabreicht. Zuletzt sank die Nachfrage deutlich: Wöchentlich ließen sich 8.000 Thüringerinnen und Thüringer gegen Corona impfen, vor allem in den Praxen.

Corona-Impfstoff weiter gratis

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hatte kürzlich angekündigt, dass die Corona-Impfungen zum 1. Januar generell in die Arztpraxen überführt werden sollen. Die aktuelle Impfverordnung, die die Organisation und Vergütung auch in Impfzentren der Länder regelt, läuft am Jahresende aus. Bezahlt werden sollen die Impfungen aus Mitteln der gesetzlichen Krankenversicherung - zunächst aus der Liquiditätsreserve des Gesundheitsfonds, ab 7. April von den Kassen. Impfstoff werde weiter vom Bund beschafft und gratis bereitgestellt.

Infektionen schwer zu erfassen

Insgesamt verfügen in Thüringen bislang 70 Prozent der Bevölkerung über die Grundimmunisierung aus zwei Einzelimpfungen, etwa 54 Prozent haben eine erste Auffrischungsimpfung erhalten, den zweiten Booster haben sich 8,7 Prozent der Menschen abgeholt.

Die Corona-Inzidenz blieb in Thüringen zuletzt vergleichsweise stabil. Die amtlich erfassten wöchentlichen Neuinfektionen je 100.000 Einwohner pendelten in den vergangenen Wochen zwischen etwa 120 und 130. Zuletzt wurden 28 Todesfälle im Zusammen mit dem Coronavirus innerhalb einer Woche gemeldet.

Mit Blick auf die Inzidenzen gehen Fachleute von einer Dunkelziffer bei den Infektionen aus, da in den Zahlen des Robert Koch-Institus nur die mittels PCR-Test nachgewiesenen Fälle enthalten sind, nicht jedoch die Nachweise per Schnell- oder Selbsttests. Viele Ärzte verzichten aber inzwischen auf PCR-Tests.

MDR (gh)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 18. Dezember 2022 | 07:00 Uhr

2 Kommentare

emlo vor 13 Wochen

Wen oder was wollen Sie aufarbeiten? Die Impfstellen?! Warum? Was sollen die falsch gemacht haben? Ohne die Impfstellen wäre es völlig unmöglich gewesen, größere Teile der Bevölkerung in relativ kurzer Zeit gegen Corona zu impfen.

Freies Moria vor 13 Wochen

Und in 20 Jahren kommt eine "Aufarbeitung", die des Namens nicht würdig ist. Die Betroffenen wissen wovon ich spreche!

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