Ein braunes Laubblatt liegt im ausgetrockneten Flussbett der Ilm
Teile der Ilm, hier im Kranichfeld, sind ausgetrocknet. Der Grundwasserspiegel in Thüringen ist in diesem Jahr besonders niedrig. Bildrechte: IMAGO / photo2000

Hydrologie Erste Grundwasserstände in Thüringen auf Rekordtief

17. August 2022, 08:45 Uhr

In Thüringen sind einige Grundwasserstände auf dem niedrigsten Niveau seit Messbeginn. Wie etwa im Thüringer Becken oder in Ostthüringen. Grund zur Panik ist dies laut Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz nicht.

Die Grundwasserstände in Thüringen sind an einigen Messstellen auf dem niedrigsten Niveau seit Messbeginn. Das geht aus Daten des Thüringer Landesamtes für Umwelt, Bergbau und Naturschutz (TLUBN) in Jena hervor. Besonders betroffen sind das Thüringer Becken und Teile Ostthüringens.

Ein Grund zur Panik sind diese Zahlen aber nicht, betont Stefan Brune, Leiter des Kompetenzzentrums Klima des TLUBN. Er verweist auf die Thüringer Niedrigwasserstrategie. So wichtig in der aktuellen Trockenzeit das Wassersparen sei - alleine das werde Thüringen in den nächsten Jahrzehnten nicht helfen, den Grundwasserhaushalt und die Oberflächengewässer vernünftig zu regulieren.

Legende - Grundwasser Stände

Stufe 7 Stufe 6 Stufe 5 Stufe 4 Stufe 3 Stufe 2 Stufe 1

Thüringen braucht mehr Entwässerungsanlagen

Der Grund: Der Landregen, der langsam im Boden versickert, scheint auszusterben. Dabei wäre der für die oft ziemlich träge Grundwasserneubildung am günstigsten. Stattdessen werden uns verstärkt Starkregenereignisse heimsuchen, so die Prognosen der Klima-Forscher.

Wir werden vergleichbar viel Wasser zur Verfügung haben, es wird nur aus menschlicher Nutzungssicht ungünstiger verteilt sein.

Dr. Stefan Brune, Leiter Kompetenzzentrum Klima TLUBN

Das bedeutet: Gebraucht werden Entwässerungsanlagen, die den Mengen gewachsen sind, also größere Einläufe und Leitungsdimensionen aufweisen, aber auch Rückhaltebecken, die gleichzeitig Speicher und Hochwasserschutz sind. Auch gilt es, die Flächenversiegelung anzugehen: Wenn Wasser weniger schnell abfließt und stattdessen im Erdreich versickert, könne es zu Grundwasser werden.

Hier können Sie das gesamte Gespräch mit Stefan Brune anhören. Mehr zur Frage, wie es um die Trinkwasser-Situation in Thüringen bestellt ist, erfahren Sie hier.

MDR (jn)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 17. August 2022 | 07:00 Uhr

11 Kommentare

Eulenspiegel am 17.08.2022

Hallo Hobby-Virologe
Ein bisschen gesunden Menschenverstand einsetzen.
Flugzeuge fliegen bis zu einer Höhe von 10 000 Meter. Wenn man von dem Bereich spricht in dem unser Wetter, und damit unser Wind, abläuft so sind das mindestens diese 10 000 Meter. Auf der Erde bremsen Berge, Hochhäuser Bäume und Wälder die den Wind. Auf zweidrittel der Erdoberfläche wird der Wind nur durch den Wellengag gebremst. Wind das ist einfach Luft in Bewegung bis zu einer Höhe von mehreren tausend Meter.
Der Klimawandel bringt einen gewaltigen Anstieg der Extremwetterlagen mit sich. Somit auch ein Anstieg von Stürmen.
Was befürchten sie?
Oder passen ihnen die wissenschaftlichen Erklärungen über die Ursachen des Klimawandels einfach nicht?

Harka2 am 17.08.2022

@Hobby-Viruloge
Die Wetterentwicklung finden in großen Höhen statt und nicht knapp über dem Boden, wo sich die Windräder befinden. Unser Klima wird zudem auf dem Atlantik gemacht und dort gibt es keine Windräder.

augu am 17.08.2022

"Das bedeutet: Gebraucht werden Entwässerungsanlagen, die den Mengen gewachsen sind, also größere Einläufe und Leitungsdimensionen aufweisen, aber auch Rückhaltebecken, die gleichzeitig Speicher und Hochwasserschutz sind. "
Das klingt doch gut, Regen wir es genug geben, aber heftiger und weniger versickert bis zum Grundwasser. Wenn wir entsprechende Maßnahmen ergreifen, siehe oben, muss das nicht zur Wasserverknappung führen, wobei ich anmerken würde: zu DDR-Zeiten wurden die Rückhaltebecken mehr wertgeschätzt als in den Jahren nach der Wende.

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