Weimar | Oberhof Steigende Energiepreise: Thüringer Hotels fürchten um Existenz

Aufgrund der steigenden Energiepreise schlagen das Berghotel in Oberhof und der Dorotheenhof in Weimar Alarm. Die Häuser der Zentralkonsum Genossenschaft Berlin sehen ihre Existenz gefährdet. In einem Brief an Bundeskanzler Olaf Scholz kritisieren sie die Energiepolitik gegenüber Russland.

Eine Hausdame, legt einen in Folie verpackten Bademantel auf ein Bett
Sowohl das Berghotel in Oberhof als auch der Dorotheenhof in Weimar gehören zur Zentralkonsum Genossenschaft Berlin. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

Das Berghotel Oberhof und der Dorotheenhof Weimar fürchten wegen der steigenden Energiepreise um ihre Existenz. Beide Häuser gehören zur Zentralkonsum Genossenschaft Berlin.

Sebastian Löser, Geschäftsführer beider Hotels, hat mit weiteren Vorständen der Gruppe nun an die Bundes- und Landespolitik appelliert.

Kritik an Sanktionen gegen Russland

In dem Brandbrief an Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und die Ministerpräsidenten der Länder heißt es, die Embargopolitik gegenüber Russland müsse überdacht werden. Sanktionen müssten Putin treffen und nicht den deutschen Mittelstand ruinieren; das Einsparpotenzial sei ausgereizt.

Allein für die beiden Thüringer Hotels seien die Energiekosten um das Sechsfache gestiegen, sagte Löser. Das könne durch den Hotelbetrieb nicht mehr abgedeckt werden.

Bundesweit beschäftigt die Gruppe nach eigenen Angaben fast 6.300 Mitarbeiter und kommt auf 700 Millionen Euro Jahresumsatz.

MDR (jn)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 09. August 2022 | 17:30 Uhr

21 Kommentare

Vita vivet vor 17 Wochen

NEIN emlo, NS1 reicht nicht (zumal die Sanktionen die Ersatzteillieferungen verunmöglichen), oder wozu haben wir N2 gebaut?
Sag das Biden, Habeck, Scholz...

Matty vor 17 Wochen

Schon mal darüber nachgedacht, dass „unser Wohlstand“ auch auf den billigen Energiepreisen gewachsen ist. Billiger Strom, zum Teil aus AKWs, bei denen keine Gedanken daran verschwendet werden, wie eine Endlagerung der verbrauchten Brennstäbe aussehen soll. Billiger Strom aus Braun- oder Steinkohle, durch deren Verbrennung wir unser Land auch ein Stück weit zerstören. Billiges Gas aus Russland, dass uns hat gedankenfaul werden lassen, im (Er)-Finden von Alternativen.
Für mich gehört zu „unserem Wohlstand“ auch eine intakte Natur und ein vernünftiger Umgang unserer Gesellschaft miteinander. Es macht mich nachdenklich, wenn jetzt viele von einem heißen Herbst reden und auch in diese Richtung schon wieder plakatiert wird.
Bei den Hochwasserereignissen in den vergangenen Jahrzehnten standen die Menschen füreinander ein. Und nun ist auch wieder Solidarität gefordert. Ja, leider für einen längeren Zeitraum…

emlo vor 17 Wochen

Wenn Versorger spekulieren und sich dabei "verzocken", so ist das nicht die Schuld der Politik. Und natürlich stehen die Endkundenpreise im Zusammenhang mit den Importpreisen, wenn auch, durch Vertragslaufzeiten, mit einer mehr oder weniger großen Verzögerung.

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