Landwirtschaft Flaute in der Spargelsaison: Thüringer Landwirte ziehen durchwachsene Bilanz

Thüringer Spargelbauern haben in diesem Jahr weniger Spargel verkauft. Die Gründe sind vielfältig. Das Kaufverhalten der Kunden habe sich geändert, unter anderem durch zwei Jahre Corona, Inflation und "Billigimporte", sagen die Landwirte.

Die Thüringer Spargelbauern ziehen eine durchwachsene Bilanz der diesjährigen Spargelsaison. Aus den großen Thüringer Anbauorten Herbsleben und Kutzleben heißt es, die Ernte sei qualitativ gut gewesen. Doch weil der Absatz gestockt habe und schlechter gewesen sei als im vergangenen Jahr, seien einige Felder nicht durchgehend beerntet worden.

Inflation bremst Kauflust

"Die Leute haben ihr Geld zusammengehalten", sagte Jan-Niclas Imholze, Geschäftsführer der Spargel- und Beerenfrüchte Kutzleben GmbH, zum traditionellen Saisonende am Johannistag, dem 24. Juni. Die hohen Inflationsraten hätten dazu beigetragen, dass die Kunden sich überlegt hätten, wofür sie ihr Geld ausgeben. Nach zwei Jahren Corona habe manch einer sein Geld lieber etwa für einen Urlaub beiseitegelegt. Künftig müsse darüber nachgedacht werden, ob sich der Spargelanbau noch lohnt.

Auch in der Direktvermarktung sei der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 10 bis 15 Prozent zurückgegangen, sagte Arvid Schmidt-Heck von der Agrargesellschaft Herbsleben. Bei der hohen Inflation hätten sich viele Verbraucher beim "Luxusgemüse" Spargel zurückgehalten. Da habe es auch nicht geholfen, dass die Spargelpreise in der Hauptabsatzzeit im Mai unter denen des vergangenen Jahres gelegen hätten.

Konkurrenz aus dem Ausland

Probleme habe den Anbauern auch der Handel bereitet. Nach Angaben des Verbands der Ostdeutschen Spargel- und Beerenobstanbauer, seien "Billigimporte" aus Südeuropa oder Nordafrika in den Supermärkten bevorzugt angeboten worden. Dadurch sei der Absatz heimischer Produkte im Einzelhandel mehr oder weniger eingebrochen.

Im vergangenen Jahr war in Thüringen laut Landesamt für Statistik auf rund 267 Hektar Spargel geerntet worden. Pro Hektar hatten die Betriebe demnach durchschnittlich 6,67 Tonnen des Stangengemüses geerntet, was einer Gesamtmenge von rund 1.781 Tonnen entsprach.

MDR (cfr),dpa

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 23. Juni 2022 | 19:00 Uhr

3 Kommentare

camper21 vor 1 Wochen

Halb Thüringen jammert und wählt protest, da dürfen das jawohl auch die Spagelbauern. Da muss ich wieder an die Antworten der Umfragen denken, natürlich würden wir mehr für Lebensmittel zahlen, wenn die Bauern es auch bekommen würden. Alles nur Sprüche.

Hobby-Viruloge007 vor 1 Wochen

Ich hätte gerne mehr Spargel gegessen. Es fehlt an geschältem Spargel in der Kühlung und die Frischware war eher nicht frisch. Bevor die Spargelbauern jammern, sollten sie für ein gutes Angebot sorgen.

Nie wieder Sklaverei vor 1 Wochen

hmmm, Spargel?

Im Moment wäre wohl Getreide die bessere Alternative.

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