Veröffentlichung in "The Lancet" Studie: Fast jeder zweite Krebstod durch vermeidbare Einflüsse

Eine großangelegte Studie hat den Einfluss von vermeidbaren Risikofaktoren auf Krebserkrankungen bestätigt. Vor allem Rauchen wird dabei genannt. Aber auch Alkoholkonsum und Übergewicht können eine Rolle spielen. Die internationalen Forscher sprachen sich für mehr Anti-Sucht-Programme aus, aber auch für eine bessere Krebs-Früherkennung und wirksame Therapien.

Auf dem Bild ist eine Hand zu sehen. Zwischen den beiden Finger steckt eine qualmende Zigarette.
Rauchen ist der internationalen Studie zufolge ein vermeidbares Krebsrisiko. Bildrechte: IMAGO / Design Pics

Fast jeder zweite Krebs-Todesfall weltweit ist auf Risikofaktoren wie etwa Rauchen, Alkoholkonsum oder Übergewicht zurückzuführen. Das geht aus einer großangelegten Studie hervor, die ein internationales Forschungsteam in der Fachzeitschrift "The Lancet" veröffentlicht hat. Dafür wurden die Daten von etwa zehn Millionen Menschen ausgewertet, die im Jahr 2019 an 23 verschiedenen Arten von Krebs gestorben sind.

Bei 4,45 Millionen Todesfällen (44,4 Prozent) waren demnach äußere Risikofaktoren beteiligt. Der größte Einzelfaktor ist den Forschern zufolge das Rauchen mit einem Anteil von 33,9 Prozent gewesen, gefolgt von Alkohol mit 7,4 Prozent. Insgesamt werden in der Studie 34 Risikofaktoren aufgelistet, darunter auch Umwelt- und Berufsrisiken wie der Kontakt zu krebserregenden Stoffen in gewissen Berufen.

Männer gefährdeter als Frauen

Die Studie ergab auch, dass Männer deutlich gefährdeter sind als Frauen, durch äußere Risikofaktoren an Krebs zu sterben: Diese sind bei ihnen an mehr als der Hälfte aller krebsbedingten Todesfälle beteiligt (50,6 Prozent). Bei Frauen waren dagegen nur etwas über ein Drittel dieser Sterbefälle auf solche Ursachen zurückzuführen (36,3 Prozent).

Studie: Viele Krebs-Erkrankungen vermeidbar

Ko-Studienleiter Christopher Murray von der University of Washington in Seattle sagte, die Studie zeige, dass die Belastung durch Krebs nach wie vor eine wichtige Herausforderung für die öffentliche Gesundheit sei. Die Ergebnisse der Studie könnten politischen Entscheidungsträgern und Forschern dabei helfen, Risikofaktoren zu identifizieren, über die sich Erkrankungen wie auch Todesfälle durch Krebs vermeiden ließen.

Diese Studie zeigt, dass die Belastung durch Krebs nach wie vor eine wichtige Herausforderung für die öffentliche Gesundheit ist, die weltweit an Bedeutung gewinnt.

Christopher Murray, University of Washington "The Lancet"

Autoren für mehr Anti-Sucht-Programme

Den Autoren der Studie zufolge sprechen die Ergebnisse der Untersuchung dafür, gesundheitlichen Präventionsmaßnahmen wie Anti-Sucht-Programme zu stärken. Bei vielen Krebs-Faktoren handele es sich im Verhaltensweisen, die sich ändern ließen oder vermieden werden könnten.

Dass mehr als die Hälfte der weltweiten Krebs-Todesfälle nicht auf konkrete Risikofaktoren zurückzuführen sind, zeigt den Studienautoren zufolge aber, dass im Kampf gegen Krebs gesundheitliche Prävention allein nicht ausreicht. Zur Bekämpfung dieser Fälle müsse an zwei Faktoren angesetzt werden: an der Krebs-Früherkennung und wirksamen Therapien.

dpa, AFP (aju)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | Das Nachrichtenradio | 21. August 2022 | 07:00 Uhr

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Rechte: Reuters, AFP, AP

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