UN-Bericht Zahl der Hungernden nimmt weltweit zu

Die Zahl der an Hunger leidenden Menschen ist den Vereinten Nationen zufolge im vergangenen Jahr weiter gestiegen. Im jährlichen Bericht zur weltweiten Versorgungslage heißt es, rund 768 Millionen Menschen seien 2021 von Hunger betroffen gewesen. Das seien etwa 46 Millionen mehr als im Vorjahr und 150 Millionen mehr als im Jahr 2019. Schuld daran sind Klimakatastrophen, Kriege und Auswirkungen der Corona-Pandemie.

Eine Frau hält das winzige Händchen ihres Babys
Krisen, Kriege und die Corona-Pandemie haben 2021 weltweit wieder mehr Menschen hungern lassen als in den Vorjahren. Bildrechte: dpa

Das Ziel der Vereinten Nationen, den Hunger in der Welt bis 2030 zu beseitigen, rückt immer weiter in die Ferne. Krieg, das Klima und die Corona-Pandemie haben die Zahl der weltweit an Hunger leidenden Menschen nach Schätzungen der Vereinten Nationen im vergangenen Jahr weiter steigen lassen. 2021 seien im Mittel etwa 768 Millionen Menschen von Hunger betroffen gewesen, rund 46 Millionen mehr als im Vorjahr, heißt es im jährlichen Bericht zur weltweiten Versorgungslage, der am Mittwoch in New York vorgestellt wurde.

Zehn Prozent der Weltbevölkerung hatten 2021 nicht genug Nahrung

Fast zehn Prozent der Weltbevölkerung hatten demnach im vergangenen Jahr nicht genug zu essen – bereits vor Beginn des russischen Angriffskriegs in der Ukraine. Die Corona-Pandemie und ihre Folgen hätten die Ernährungslage in der Welt nachhaltig verschlechtert, heißt es in dem Bericht, an dem auch der Internationale Fonds für landwirtschaftliche Entwicklung, das Kinderhilfswerk Unicef, das Welternährungsprogramm und die Weltgesundheitsorganisation beteiligt waren. Die fünf Organisationen zeichnen insgesamt ein düsteres Bild: Mittlerweile sei davon auszugehen, dass am Ende des Jahrzehnts weiterhin 670 Millionen Menschen Hunger leiden werden. Das sind etwa so viele Menschen wie im Jahr 2015.

Klima, Krieg und Krisen lassen mehr Menschen hungern

Der Bericht geht davon aus, dass "die Hauptursachen für Ernährungsunsicherheit und Unterernährung – Konflikte, extreme Wetterereignisse und wirtschaftliche Schocks – zunehmen werden". Es müsse also in erster Linie darum gehen, "mutigere Maßnahmen zu ergreifen, um die Widerstandsfähigkeit gegenüber zukünftigen Schocks zu stärken".

"Der Bericht zeigt, wie ernst die Lage vor dem Krieg in der Ukraine ohnehin schon war", erklärte Bundesentwicklungsministerin Svenja Schulze (SPD). Russlands Krieg gegen "die Kornkammer Ukraine" treibe noch mehr Menschen in den Hunger. Nötig sei nun "nichts weniger als eine Transformation der Agrar- und Ernährungssysteme, damit sie nachhaltig und widerstandsfähig gegenüber der Klimakrise, aber auch gegenüber dem Weltmarktgeschehen werden".

Afp,dpa(nvm)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 06. Juli 2022 | 19:30 Uhr

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