
80 Jahre Normandie-Landung Demokratie-Appelle beim größten D-Day-Gedenken aller Zeiten
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06. Juni 2024, 19:01 Uhr
Beim größten Gedenken an die alliierte Landung in der Normandie vor 80 Jahren haben zahlreiche Staats- und Regierungschefs der Helden des D-Day gedacht. US-Präsident Joe Biden rief zur Verteidigung der Demokratie auf und bekräftigte seine Solidarität mit der Ukraine.
- Biden ruft zur Verteidigung der Demokratie auf
- König Charles dankt Gefallenen des D-Day
- Scholz spricht von "Tag der Befreiung"
- Statt Putin Selenskyj in Normandie zu Gast
Im Norden Frankreichs haben zahlreiche Staats- und Regierungschefs an den 80. Jahrestag der Landung der Westalliierten in der Normandie am 6. Juni 1944 erinnert. Zu den Gästen des größten D-Day-Gedenkens aller Zeiten gehörten neben Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron auch US-Präsident Joe Biden, der britische König Charles III. sowie Kanadas Ministerpräsident Justin Trudeau. Auch Bundeskanzler Olaf Scholz war geladen.
An den Gedenkveranstaltungen am Strand von Saint-Laurent-sur-Mer sowie an anderen historischen Orten nahmen auch einige der nur noch sehr wenigen lebenden und mittlerweile hochbetagten Veteranen des D-Day teil. Der Strand von Saint-Laurent-sur-Mer liegt im Bereich des früheren "Omaha Beach", einem von insgesamt fünf Landungsköpfen, an denen die alliierten Briten, Kanadier und US-Amerikaner am Morgen des 6. Juni 1944 in der Normandie an Land gingen.
Biden ruft zur Verteidigung der Demokratie auf
US-Präsident Joe Biden warnte in seiner Rede zum 80. D-Day-Jubiläum vor den Gefahren für die Demokratie und rief zu deren Verteidigung auf. Bei der Gedenkfeier für die gefallenen amerikanischen Soldaten auf dem US-Soldatenfriedhof Colleville-sur-Mer mahnte Biden, Demokratie sei nie garantiert: "Jede Generation muss sie erhalten, sie verteidigen und für sie kämpfen." Der Kampf zwischen Diktatur und Freiheit ende nie.
Am 6. Juni 1944 hätten die Alliierten bewiesen, "dass die Kräfte der Freiheit stärker sind als die Kräfte der Eroberung". Der D-Day habe auch gezeigt, wie wichtig Bündnisse seien, sagte er in Anspielung auf die Bedeutung der Nato. Biden bekräftigte zudem die Solidarität mit der Ukraine. "Wir werden uns nicht abwenden. Denn wenn wir das tun, dann wird die Ukraine unterjocht werden."
König Charles dankt Gefallenen des D-Day
Der britische König Charles III. erinnerte bei der Gedenkfeier für die getöteten Briten in Ver-sur-Mer an die "Generation von Frauen und Männern aus Großbritannien und aus anderen Ländern, die nicht zurückschreckte, als es zu dieser Prüfung kam".
Sehr viele seien nie nach Hause zurückgekehrt. "Sie verloren ihr Leben an den Landungsstränden des D-Days und in den vielen folgenden Schlachten." Dafür werde der Gefallenen und aller, die damals dienten, mit tiefster Dankbarkeit gedacht, so der Monarch. Charles mahnte, die Lehren aus der Geschichte zu ziehen: "Die freien Nationen müssen zusammenstehen, um sich der Tyrannei zu widersetzen."
Scholz spricht von "Tag der Befreiung"
Bundeskanzler Olaf Scholz würdigte die alliierte Landung am 6. Juni 1944 als "Tag der Befreiung" für Frankreich, viele andere besetzte Länder Europas, aber auch für Deutschland. Das Datum markiere "den Anfang vom Ende des menschenverachtenden Systems des Nationalsozialismus, von dessen Rassenwahn und Militarismus, von Vernichtungswillen und imperialistischen Fantasien", schrieb Scholz in einem Beitrag für die französische Zeitung "Ouest France".
Mit Blick auf den russischen Krieg gegen die Ukraine sagte Scholz: "Für Deutschland und unsere Partner und Alliierten ist klar: Der brutale russische Imperialismus darf keinen Erfolg haben. Und er wird keinen Erfolg haben, weil wir die Ukraine weiter in ihrem heldenhaften Abwehrkampf unterstützen, solange es nötig ist."
Statt Putin Selenskyj in Normandie zu Gast
Der russische Präsident Wladimir Putin und andere Vertreter Russlands, das als Rechtsnachfolger der Sowjetunion die vierte alliierte Hauptsiegermacht des Zweiten Weltkriegs repräsentiert, wurden wegen des Ukraine-Krieges nicht zu den Jubiläumsfeierlichkeiten in die Normandie eingeladen.
Dafür gehörte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj zu den Gästen. Selenskyj wurde bei seiner Ankunft mit Beifall empfangen. Er erschien wie üblich als einziger Staatschef in einer Art Kampfmontur: khakifarbene Hosen, dunkles Sweatshirt und robuste Schuhe. Der ukrainische Präsident trägt seit Beginn des Krieges in der Öffentlichtkeit fast ausschließlich Militärkleidung. Damit will er sich mit den ukrainischen Soldaten an der Front solidarisieren.
dpa/AFP/Reuters (dni)
Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | Das Nachrichtenradio | 06. Juni 2024 | 17:30 Uhr