Kampf gegen Jugendbanden 10.000 Sicherheitskräfte umstellen Stadt in El Salvador

Im zentralamerikanischen El Salvador ist die Großstadt Soyapango neben der Hauptstadt San Salvador abgeriegelt. 10.000 Polizisten und Soldaten fahnden nach den Mitgliedern krimineller Jugendbanden. Die sogenannten Maras kontrollieren in dem Land ganze Stadtviertel und sind in Drogengeschäfte involviert. Die Regierung von Präsident Nayib Bukele hatte das rigide Vorgehen bereits vergangene Woche angekündigt.

Polizisten bei der Überprüfung eines jungen Mannes
Das zentralamerikanische Land El Salvador hat seit Jahren ein Problem mit kriminellen Jugendbanden. Bildrechte: dpa

In El Salvador haben Sicherheitskräfte im Kampf gegen die Bandenkriminalität die zweitgrößte Stadt Soyapango komplett abgeriegelt. Präsident Bukele twitterte, rund 10.000 Soldaten und Polizisten seien im Einsatz, um im Großraum der Hauptstadt San Salvador nach Kriminellen zu suchen.

Das Versammlungsrecht ist eingeschränkt, Sicherheitskräfte können Verdächtige ohne Begründung festnehmen. Die einfachen Bürger hätten aber nichts zu befürchten und "können ihr Leben normal fortführen", schrieb der populistische Staatschef auf Twitter. "Das ist ein Einsatz gegen Kriminelle, nicht gegen ehrliche Bürger."

Banden kontrollieren Stadtviertel

El Salvador ist das kleinste Land in der Region in Zentralamerika und so groß wie das Bundesland Hessen. Das Land leidet seit Jahren unter der Gewalt von Jugendbanden. Der Präsident hatte im März den Ausnahmezustand verhängt, nachdem in drei Tagen 87 Menschen ermordet worden waren. Seitdem geht die Regierung hart gegen die Banden vor. Wie die Deutsche Presseagentur berichtet, sind mehr als 56.000 Menschen verhaftet worden. Menschenrechtler beklagen drastische Einschränkungen von Grundrechten.

Jugendgangs – die sogenannten Maras – kontrollieren in El Salvador ganze Stadtviertel und sind in Schutzgelderpressung und Drogenhandel verwickelt. Die Gewalt zwischen verfeindeten Banden und gegen die Bevölkerung machte El Salvador vor einigen Jahren zu einem der gefährlichsten Länder der Welt.

epd, dpa (kar)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 04. Dezember 2022 | 06:30 Uhr

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