1. Advent | 03.12.2017 Einweihungsgottesdienst der Universitätskirche St. Pauli

Von vielen seit langem erwartet, wurde am 1. Advent mit einem festlichen Gottesdienst die Universitätskirche St. Pauli ihrer Bestimmung übergeben.

In der Universitätskirche St. Pauli werden künftig sonntags die Universitätsgottesdienste gefeiert und damit endlich die Zeit der "Übergangslösung" beendet. Nach der Sprengung im Mai 1968 hatte die benachbarte Nikolaikirche Asyl angeboten. Aus Dankbarkeit für die lange Gastfreundschaft wurde am Vorabend in einem Vespergottesdienst Abschied genommen.

Der 2. Dezember gilt als Gründungstag der Universität und deshalb wurden die Feierlichkeiten zur Eröffnung rund um den Geburtstag geplant: Am 1. Dezember gab es einen Festakt, am folgenden Tag haben die Leipziger im Rahmen einer Bürgertages die Gelegenheit zur Besichtigung. 

Am Sonntag, der in diesem Jahr zugleich der 1. Advent ist, wurde die Leipziger Universitätskirche St. Pauli durch Landesbischof Carsten Rentzing geweiht. Dabei wurden auch die Orgeln und Prinzipalien, also Altartische, der Taufstein und das Pult - der sogenannte Ambo - sowie das gesamte Altargerät wie Kelche, Kannen, Patenen und Kerzenleuchter ihrer Bestimmung übergeben. Das Altargerät entstammt der alten Paulinerkirche und konnte 1968 aus der Kirche gerettet werden, während die beiden Altartische, Ambo und Taufstein Neuanfertigungen sind.

Die Predigt hielt Universitätsprediger Peter Zimmerling. Unter der Leitung von Universitätsmusikdirektor David Timm wurde der Gottesdienst musikalisch begleitet von Universitätsorganist Daniel Beilschmidt, dem Leipziger Universitätschor, dem Pauliner Barockensemble, der Leipziger Big Band, der Schola St. Pauli sowie der Solistin Sabine Helmbold.

Zu Gast waren außerdem Rektorin Beate Schücking, Landtagspräsident Matthias Rößler und Bürgermeister Torsten Bonew.

Wer nicht vor Ort dabei sein konnte, dem bietet das MDR FERNSEHEN die Möglichkeit, diesen Gottesdienst noch einmal als Video anzuschauen.

Heftig wurde in den Jahren zuvor um dieses Gebäude gestritten. Weniger um die Ästhetik oder die Architektur, die fand viele Bewunderer. Auch das Geld war nicht der entscheidende Konfliktpunkt. Erbittert wurde diskutiert: Ist das Paulinum eine Kirche oder doch "nur" Festsaal der Universität? Auch mit dem ersten Gottesdienst wird dieser Streit vermutlich nicht aus der Welt sein. Aber im Alltag wird sich zeigen, wie die, für die dieser Raum gedacht ist, ihn mit Leben füllen.