Nach der Corona-Pause Sitzvolleyball: Die Paralympics 2021 im Blick

Tom spielt leidenschaftlich gern Volleyball. Genau gesagt, Sitzvolleyball, denn der 16-Jährige hat eine Beinprothese. Nach zwei Monaten Corona-Pause darf er nun wieder trainieren. Martin Fromme besucht ihn.

Selbstbestimmt - Das Magazin im Juni
Der Leipziger Sitzvolleyballer Tom Bildrechte: Mia Media

Tom gehört zum Team einer Leipziger Sitzvolleyball-Mannschaft im Behindertensportverein Leipzig. Eine schnelle und körperlich anspruchsvolle Sportart. Unter seinen Mitspielern ist Tom der jüngste. Für seinen Sport begeistert sich der 16-Jährige leidenschaftlich, denn hier kann er sich richtig auspowern. Sein Ziel: Bald zum Team der Sitzvolleyball-Nationalmannschaft gehören und mit ihr 2021 zu den Paralympics nach Tokio fahren.

Mit Pragmatismus durchs Leben

Tom wohnt bei seiner Oma, denn seine Mutter ist bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen. Er war damals 4 Jahre alt und saß mit im Auto. Bei dem Unfall wurde sein linkes Bein so schwer verletzt, dass es zu einem großen Teil amputiert werden musste. Oma Gabriele ist für ihn da, wenn er Hilfe in der Schule braucht. Sie war es auch, die für Tom eine moderne Prothese erkämpfte.

Über den Verlust der Mutter redet Tom nicht, den Verlust des Beines versucht er, pragmatisch zu nehmen:

Zwar sage ich immer "behindert", aber so fühle ich mich nicht. Es spielt für mich keine Rolle mehr, denn mit dem Behindertsein habe ich schon ziemlich viel erreicht.

Tom
Eine Gruppe Spieler beim Sitzvolleyball 1 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Selbstbestimmt So 14.06.2020 08:00Uhr 01:28 min

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video

Die Corona-Pandemie hat auch Toms Leben lahmgelegt. Keine Schule, kein Training. Hausaufgaben und Sport hat er in den eigenen vier Wänden gemacht. Nun geht es mit dem Training wieder los. Acht bis neun Stunden trainiert er in der Woche. Seine Mannschaft kann auch wieder in die Halle gehen, denn Sitzvolleyball funktioniert sehr gut trotz Corona-Abstandsregeln.

Dass, bedingt durch Corona, die Paralympics auf das Jahr 2021 verschoben wurde, sieht er als Chance: "Das ist ein Jahr, in dem ich mehr trainieren kann, das könnte mir schon helfen", sagt er. Sein Trainer Christoph Herzog sieht das genauso und bestärkt ihn: "Es ist toll, Paralymics erleben zu dürfen!"

Selbstbestimmt - Das Magazin im Juni
Der 16-jährige Tom und sein Trainer Christoph Herzog spielen leindenschaftlich gern Sitzvolleyball. Bildrechte: Mia Media

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Selbstbestimmt | 14. Juni 2020 | 08:00 Uhr