Halbinsel A'Mhoine Europas erster Weltraumbahnhof entsteht in Schottland

Die Europäer mischen in der Raumfahrt kräftig mit. Doch einen europäischen Weltraumbahnhof gibt es nicht. Großbritannien will das nun ändern. Im Norden Schottlands entsteht der erste Spaceport auf europäischem Boden. Schon im kommenden Jahrzehnt sollen die ersten Raketen von der Halbinsel A'Mhoine ins All starten.

In Schottland soll der erste Weltraumbahnhof auf europäischem Boden entstehen. Wie die britische Weltraumagentur UK Space Agency am Montag mitteilte, könnten von dem geplanten Spaceport auf der Halbinsel A'Mhoine schon im kommenden Jahrzehnt die ersten Raketen ins Weltall starten. Ausgewählt wurde der Standort im äußersten Norden der schottischen Highlands, weil Satelliten von dort direkt vertikal in eine geeignete Umlaufbahn gebracht werden können.

London investiert knapp drei Millionen Euro

Bauen soll den europäischen Weltraumbahnhof ein internationales Konsortium, dem unter anderem der US-amerikanische Luft-und-Raumfahrtkonzern Lockheed Martin angehört. Die britische Regierung stellt für das Projekt nach Angaben der UK Space Agency zunächst 2,5 Millionen Pfund (2,8 Mio Euro) zur Verfügung.

Der Chef der britischen Weltraumbehörde, Graham Turnock, sieht die Investitionen als Beginn einer "aufregenden neuen Ära für die Raumfahrtindustrie des Vereinigten Königreichs". Laut dem UK Space Agency-Chef ist ein kostengünstiger Zugang zum Weltraum für Großbritannien von enormer Bedeutung, da das Land mehr kleine Satelliten produziere als irgendein anderer Staat auf der Welt. Großbritannien erhofft sich nach Angaben des britischen Wirtschaftsministeriums von eigenen Weltraumbahnhöfen in den kommenden zehn Jahren einen Wirtschaftsschub von 3,8 Milliarden Britischen Pfund (rund 4,3 Milliarden Euro).

Standorte für horizontale Raketenstarts gesucht

Ganz neu ist die Idee für Weltraumbahnhöfe auf britischem Boden nicht. Laut einem BBC-Bericht gab es bereits seit zehn Jahren entsprechende Pläne. Darüber hinaus prüft die britische Regierung derzeit auch Standorte in Schottland, Wales und Cornwall für den sogenannten horizontalen Start von Raketen. Dabei bringen Flugzeuge die Raketen in große Höhe, bevor sie über dem Meer ins All gestartet werden.

Großbritannien ist ganz nebenbei nicht der einzige europäische Staat mit Ambitionen auf einen eigenen Weltraumbahnhof. So plant das Raumfahrtunternehmen Virgin Galactic einen Spaceport in Grottaglie im Süden Italiens. Von dort sollen in Zukunft sowohl wissenschaftliche Missionen aber auch kommerzielle Flüge in den Weltraum starten. Virgin Galactic gehört zur Unternehmensgruppe des britischen Geschäftsmanns Richard Branson.

Die europäische Weltraumbehörde Esa betreibt ihren Weltraumbahnhof Kourou in der französischen Überseeregion Französisch-Guayana.

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Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 16. Juli 2018 | 15:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 16. Juli 2018, 17:45 Uhr