Ziellos im All? Weltraumteleskop Kepler im Notfallmodus

Seit 2009 umrundet das Weltraumteleskop "Kepler" die Erde und hält Ausschau nach fernen Planeten - und zwar mit großem Erfolg. Doch jetzt hat das Teleskop überraschend den Notfallmodus eingeschaltet.

Das Weltraumteleskop "Kepler" hat überraschend den Notfallmodus eingeschaltet. Wie die Nachrichtenagentur DPA berichtet, stellten Wissenschaftler das Umschalten im Ames Research Center der US-Raumfahrtbehörde in Moffett Field (Kalifornien) bei einem planmäßigen Kontaktversuch fest. Laut US-Raumfahrtbehörde Nasa wird seitdem fieberhaft versucht, den Notstand zu beheben.

Kepler sucht nach erdähnlichen Planeten

Die Kommunikation mit dem Teleskop dauert laut Nasa sehr lange, da "Kepler" etwa 120 Millionen Kilometer von der Erde entfernt ist. Ein Signal brauche 13 Minuten, um zur Raumsonde und zurück zu gelangen. Bei dem letzten geregelten Kontakt mit Kepler am 4. April habe das Teleskop noch normal funktioniert. Der nach dem deutschen Astronomen Johannes Kepler benannte "Planetenjäger" war 2009 in die Erdumlaufbahn gebracht worden, um nach Planeten außerhalb unseres Sonnensystems zu suchen. Seitdem hat Kepler über 4700 Hinweise auf ferne Planeten gefunden, von denen mehr als 1040 bestätigt wurden. Im vergangenen Jahr erspähte das Weltraumteleskop den bislang erdähnlichsten Planeten. Er wurde "Kepler-452b" genannt.

Erste Probleme bereits im Jahr 2013

Laut Nasa war die ursprüngliche Mission von Kepler bereits im Mai 2013 wegen eines technischen Problems mit dessen Orientierung abgebrochen worden. Seitdem operiere das Teleskop im begrenzten K2-Modus. Auch jetzt bereitet den Wissenschaftlern wieder Sorge, dass der Notfallmodus mehr von dem knapp bemessenen Treibstoff verbraucht. Das ergebe sich aus der zur Problemlösung nötigen ständigen Kommunikation mit der Erde.

Das Wissenschaftsmagazin "Scientific American" ergänzte am Montag, dass Kepler kurz vor Beginn einer neuen Phase auf den Notfallmodus umgeschaltet habe. In dieser Phase sollte das Teleskop über ein als "gravitational microlensing" bekanntes Verfahren Jagd auf größere Planeten in weiterer Entfernung von ihren Sternen machen. Parallel zu Kepler seien mehrere Teleskope unter anderen in Chile und Australien im Einsatz, die die Messungen des Raumfahrzeugs mit Daten von der Erde unterstützen sollen.

Zuletzt aktualisiert: 11. April 2016, 18:02 Uhr