Umweltforschungszentrum Leipzig Wie bekämpfen wir die afrikanische Schweinepest?

Die afrikanische Schweinepest hält die deutschen Bauern in Atem. Die große Frage: Wie werden wir sie wieder los? Und: Was muss gemacht werden, damit sie sich nicht weiter ausbreitet? Diese Fragen treiben auch Wissenschaftler des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) in Leipzig um. Und zwar nicht erst, seitdem die Pest in Deutschland angekommen ist, sondern bereits seit 13 Jahren.

Schweinepest Warnschild
Bildrechte: imago images / Christian Spicker

Die afrikanische Schweinepest soll sich nicht ausbreiten! Was aber tun? Schwer, das im Vorfeld zu beantworten, sagt Dr. Martin Lange vom UFZ.

Man kann jetzt nicht einfach die Schweinepest loslassen und gucken, was passiert, wenn wir A, B oder C machen.

Martin Lange, UFZ Leipzig

Modelle wie in einem Computerspiel

Variante A, B oder C ist die Frage, welche Strategie helfen könnte. Viel besser wäre ja, wenn man das schon wüsste, bevor die Schweinepest sich ausbreitet. Man muss also ein Stück weit die Zukunft vorhersagen. Und immer, wenn die Wissenschaft die Zukunft vorhersagen muss, kommen Modelle ins Spiel. Die ahmen letztlich Wirklichkeit nach. Das kann man sich wie ein Computerspiel vorstellen, erklärt Lange, der am UFZ genau solche Modelle entwickelt.

Martin Lange vom Umweltforschungszentrum Leipzig.
Martin Lange vom Umweltforschungszentrum Leipzig. Bildrechte: Sebastian Wiedling/UFZ

Wir haben dann wirklich einzelne virtuelle Schweine, mit bestimmten Eigenschaften, wie Alter, Geschlecht oder Krankheitszustand. Die laufen dann in großer Zahl im Raum umher. Und zwischen den einzelnen Wildschweinen gibt es dann Interaktionen, bei denen sie sich gegenseitig anstecken könnten.

Martin Lange

Die Wildschweine laufen aber nicht einfach kopflos in der Gegend rum, sondern verhalten sich so, wie man es von echten Schweinen erwarten würde. Dafür bauen Lange und sein Team so viele Informationen wie möglich ein, die zum Beispiel von Jägern oder Tierärzten stammen.

Schweinepest-Experten sagen, dass die Tiere innerhalb einer Woche sterben. Jäger sagen, dass sie jagen können, aber sie erwischen nur einen bestimmten Anteil. Das lässt sich im Modell dann eins zu eins umsetzen.

Martin Lange

Maßnahmen müssen kombiniert werden

Und wenn dann alles drin ist im Modell, kann ausgetestet werden: Maßnahme A, B oder C. Was hilft? Was sagt das Modell?

Im Prinzip hat man nicht so viele Optionen - abgesehen von einer Reduzierung der Wildschweindichte in der Umgebung des aktuellen Ausbruchs. Und eventuell noch das Einhegen mit Zäunen, wie es ja aktuell auch gemacht wird, wobei die Zäune alleine nicht ausreichen. Man muss die Maßnahmen schon kombinieren.

Martin Lange

Je weniger Schweine, desto geringer die Ansteckungsgefahr. Das ist nicht so überraschend. Interessant wird es, wenn es ins Detail geht: Wie weit müssen Schutzzonen reichen? Wie intensiv muss gejagt werden? Welche Rolle spielen die Kadaver der Tiere bei der Verbreitung der afrikanischen Schweinepest? Antworten des Modells fließen seit Jahren in die EU-Notfallstrategie mit ein.

Aktuell treibt die Leipziger aber eine neue Frage um: Ab wann kann eine Gegend wieder als seuchenfrei gelten? Wie viele Tests müssen negativ sein, um das sicher zu behaupten? Wie man sieht: Der Teufel liegt im Detail. Und diese Details können für Schweinebauern existentiell werden.

4 Kommentare

Elsburg vor 4 Wochen

Elsburg II

Sehr stark ausdünnende, dezimierende Bejagung im Osten dauerhaft +von da auch immer weiter nach Westen in Polen [schon vor 2-4'J beginnend !] hätte dazu geführt, daß in so von Sauen "geleerten" Naturraum der Region aus den Nachbarschaftsregionen Sauen 'einwandern' bis zur egalisierten Besiedelungsdichte als natürlichem, instinktivem
Populationsdichte-Ausgleichen !

Intensivste +Biotop leerendes bejagen in DtLd kreiert "Wanderungs-Sog" nach DtLd, wäre also kontraproduktiv, weil's die S'pest ins Land locken würde naturgemäß !

In Polen +östlich davon mit militärischen Waffen +elektronischen +infrarot-Erkennungs- u.Zieleinrichtungen, die auf ca.2'oooMtr sehr genau treffen, wäre nötige starke Bestandminderung schnell wirksam möglich, wenn's jeweilige Gesetzgeber dafür in Baltikum-Belarus-Polen-Kaliningrad'Oblast-Rußland+Balkanstaaten ... sofort ermöglicht.
Dt.waidgerechte Bejagung bewirkt zu wenig gegen d.Seuche!

Wurstabfall vom Marokoflug>Ffm im Schweinefutter einst Quelle!

Elsburg vor 4 Wochen

zu @Dammler: Diese Pest-Schweinerei muß=müßte immer bekämft werden.
Größtmögl.Schweinerei= untätige, nur schwätzende Brandenburg'sche Regierung +nix dazu kontrollierende Parlament ebenda!
'Hirn'verbrand bzw hirnlos' ?

Warum fangen die erst jetzt an, >sehr stabielen< = "sau-festen" Abwehrzaun zu bauen +auf voller Länge auch mindestens ca.40cm fest eingegraben ~gegen Untergraben mit durchschlupfen~! Das hätte schon vor 2 Jahren spätestens fertig sein müssen von Ostsee bis hinter Görlitz-Zittau +weiter in Tschechien mit gemeinschaftlicher +gutnachbarschaftlicher Aktivität, die supranationla dort schon so oft
üblich praktiziert wird.

Dt.östliche Grenzbundesländer hätten mit ihren Agrar- u.Wirtschaftsministern incl. jeweiligen Bundesministern incl. Bu'außenminister die vielen nötigen Abstimmungen iVm Polen +dortigen lokalen Grenzprovinzen verwirklichen müssen incl. EU-Zuschüsse ao'Gemeinschaftsaufgabe.

Außerdem mußte inPolen von Ostgrenze nach Westen intensivst ausdünnend bejagt werden!

Dammler vor 4 Wochen

Die Schweinepest musste schon vor 15 Jahren bekämpft werden. Es gibt zu viele Wildschweine. Die sind entstanden, weil die Jäger mit der fehlerhaften Kirrung Frischlingsbachen erzeugt haben. Der Bachentisch nach Dammler muss an den Kirrungen vorgeschrieben werden, dann gäbe es 53 % weniger Frischlinge.