Mission: Welt retten! Anja Worrich heilt unsere Böden

Antibiotika im Boden - möchte man nicht drüber nachdenken, welche Folgen das hat. Die WHO sagt, 2050 sterben pro Jahr zehn Millionen an resistenten Keimen. Anja Worrich erforscht in Leipzig den Abbau von Chemikalien im Boden durch Mikroorganismen, speziell den von Antibiotika in landwirtschaftlich genutzten Böden.

Dr. Anja Worrich 6 min
Bildrechte: MDR/David Bochmann

Angesichts der Prognose der Weltgesundheitsorganisation WHO könnte man glatt verzweifeln. Die WHO sagt nämlich, 2050 sterben mehr als zehn Millionen Menschen pro Jahr an Infektionen durch resistente Keime.

Solche Prognosen spornen Dr. Anja Worrich vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Leipzig an. Sie erforscht den Abbau von Chemikalien im Boden durch Mikroorganismen, speziell den von Antibiotika in landwirtschaftlich genutzten Böden.

Eine Mammutaufgabe, wenn man genauer hinschaut, was alles aus Industrie, Landwirtschaft und durch unseren Lebensstil in die Böden gelangt. Kein regionales, sondern ein globales Problem, denn der Erdboden ist schließlich überall der Filter für das, was in unser Grundwasser einfließt oder in Pflanzen aufgenommen wird. Ist dieser Filter voll, gelangen die Schadstoffe direkt ins Grundwasser oder in unsere Anbauprodukte wie Salat, Getreide, Kartoffeln.

Genau diesen Weg nehmen auch Antibiotika, wenn sie vorsorglich in der Massentierhaltung eingesetzt werden. Der Großteil der Wirkstoffe gelangt schließlich in den Boden. Anja Worrich erforscht, ob und welche Bakterien diese Antibiotika abbauen könnten und damit unsere Böden wieder heilen.

Der Boden unter unseren Füßen

Jedes Jahr gehen rund zehn Millionen Hektar Agrarfläche, also Böden, die wir landwirtschaftlich nutzen könnten, verloren. Wir haben uns einige der größten Bedrohungen unserer Böden angeschaut. Hier sind sie.

Querschnitt Erde
Verdichtung Durch Bebauung, also die Entstehung von Städten, von Gebäuden, von Straßen oder durch schwere landwirtschaftliche Maschinen werden die porenartigen Strukturen der Böden zusammengepresst. Das ist ein Problem, denn mehr als die Hälfte des Bodenvolumens besteht aus diesen Hohlräumen. Sie werden dringend gebraucht. Als Wasserspeicher, als Lebensraum oder als Ort, an dem Pilze, Organismen und Pflanzen und ihre Wurzeln Energie austauschen. Bildrechte: PantherMedia / elsar77
Querschnitt Erde
Verdichtung Durch Bebauung, also die Entstehung von Städten, von Gebäuden, von Straßen oder durch schwere landwirtschaftliche Maschinen werden die porenartigen Strukturen der Böden zusammengepresst. Das ist ein Problem, denn mehr als die Hälfte des Bodenvolumens besteht aus diesen Hohlräumen. Sie werden dringend gebraucht. Als Wasserspeicher, als Lebensraum oder als Ort, an dem Pilze, Organismen und Pflanzen und ihre Wurzeln Energie austauschen. Bildrechte: PantherMedia / elsar77
Schild in Boden - Radioaktivität
Vergiftung Durch Radioaktivität oder durch Chemikalien, die zum Beispiel in Industriegebieten in das Erdreich gelangen, können Böden vergiftet werden.
Das kann auch passieren, wenn Böden für die Gewinnung von Rohstoffen geöffnet und aufgebrochen werden.
Bildrechte: PantherMedia / Jacek Fulawka
gestapeltes Holz
Erosion Durch beispielsweise Abholzung kann es zu Erosion kommen. Die obere Schicht der Erde ist dann allen Witterungsbedingungen schutzlos ausgeliefert und kann so vom Wind oder von fließendem Wasser abgetragen werden. Jedes Jahr gehen auf der Erde rund 24 Milliarden Tonnen Boden durch Erosion verloren. Das sind drei Tonnen pro Kopf der Weltbevölkerung.
Bildrechte: PantherMedia / Theresia Karanitsch
Trockene Erde
Versalzung Zu einer Versalzung des Bodens kann es vor allem durch Überdüngung und starke Bewässerung kommen. Versalzene Böden trocken wiederum schneller aus und das fördert erneut die Erosion. Die obere Bodenschicht wird fortgeschwemmt oder vom Winde verweht. Bildrechte: PantherMedia / Chayunt Varapok
Klimawandel
Der Klimawandel Momentan versuchen Wissenschaftler herauszufinden, wie sich der Klimawandel als Stressfaktor auf den Lebensraum Boden auswirkt. Da noch so viele Organismen im Erdreich und auch die verschiedenen Prozesse, wie all das Leben im Boden zusammenwirkt, unbekannt sind, ist noch nicht ganz klar, welche Auswirkungen die Veränderungen des Klimas auf die Böden haben. Erforscht wird dies unter anderem am Deutschen Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung Halle-Jena-Leipzig. Bildrechte: Colourbox
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Zuletzt aktualisiert: 09. Januar 2020, 22:45 Uhr

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