Mund-Nasen-Schutz Analyse: Viele Gesichtsmasken, weniger Infizierte

Das frühzeitige Tragen des Mund-Nasen-Schutzes nimmt einen positiven Einfluss auf den Verlauf der Corona-Pandemie. Dies geht aus einer Analyse von Forschern aus Hongkong hervor und sie empfehlen dies im Kampf gegen das Virus.

Frau mit Maske und Sonnenbrille
Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes soll zu einer niedrigeren Infektionsrate führen. Bildrechte: imago images/ddbd

Das Tragen von Gesichtsmasken hat offenbar die Infektionsraten von Covid-19 in den Ländern nach unten gedrückt, die diese bereits frühzeitig eingeführt haben. Dies geht aus einer Analyse von Forschern der chinesischen Universität von Hongkong hervor, die im American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine veröffentlicht wurde. In diesen Ländern habe die Corona-Pandemie einen milderen Verlauf gehabt.

So habe es einen eindeutigen Zusammenhang zwischen mehr Masken tragenden Menschen und niedrigen Infektionsraten gegeben. Die Forscher sprechen von einer negativen Korrelation. Dafür haben sie 42 Länder auf sechs Kontinenten untersucht. So ist "in vielen asiatischen Ländern wie China und Japan die Verwendung von Gesichtsmasken bei dieser Pandemie allgegenwärtig […], während in vielen westlichen Ländern die Verwendung in der Öffentlichkeit weniger verbreitet ist", schreiben die Forscher.

Viele Gesichtsmasken können Pandemie-Verlauf mildern

Beispiel Hongkong: "Trotz der Nähe zum chinesischen Festland ist die Infektionsrate von Covid-19 mit bisher nur 1.110 Fällen im Allgemeinen bescheiden", sagt Doktor Sunny Wong, außerordentlicher Professor am Institut für Medizin und Therapeutik der Chinesischen Universität von Hongkong. Dies korreliere mit einer fast allgegenwärtigen Verwendung von Gesichtsmasken in der Stadt. Bei einer Umfrage hätten fast 99 Prozent angegeben, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Ähnliche Muster gebe es in anderen asiatischen Ländern. Dagegen gebe es in den USA bis heute mehr als zwei Millionen Infizierte und in Brasilien mehr als eine Million.

Gesichtsmasken können die Verbreitung von Covid-19 verlangsamen.

Sunny Wong Professor an der Chinesischen Universität von Hongkong

Diese kosten zudem relativ wenig und könnten so die Todeszahlen in dieser Pandemie verringern. Er fügte hinzu: "Wir glauben, dass der Gebrauch von Gesichtsmasken, das Hände waschen und die Einhaltung von Abständen wichtige Bestandteile der nicht-pharmazeutischen Maßnahmen gegen Covid-19 sind."

mpö

18 Kommentare

MDR-Team vor 6 Tagen

@Felix, wie es sich mit den Kurven verhält, haben wir ja bereits geschrieben und wieso der Lockdown und die verschiedenen Maßnahmen wirksam waren, können Sie u.a. dieser Studie entnehmen: https://science.sciencemag.org/content/early/2020/05/14/science.abb9789

MDR-Team vor 6 Tagen

@Felix, angesichts dieser Zahlen: https://gisanddata.maps.arcgis.com/apps/opsdashboard/index.html#/bda7594740fd40299423467b48e9ecf6 davon zu sprechen, dass die Pandemie vorbei sei, ist nicht nur falsch, sondern fahrlässig. Bitte verzichten Sie auf derartige Falschaussagen, denn diese werden von uns nicht mehr freigegeben.

Felix vor 6 Tagen

@MDR: Eigentlich sollte der letzte Post, der letzte sein, aber mir ist es jetzt doch noch ein Bedürfnis, auf die Maßnahmen noch einmal einzugehen. Sie schreiben, dass man die Wirksamkeit von Maßnahmen nicht am Kurvenverlauf (an Zahlen) sehen kann. Dann frage ich mich: Woran dann? Wissenschaftlich arbeitet man mit Zahlen. Mindestens den Nutzen/die Notwendigkeit sieht man am Kurvenverlauf. Und da kann man sehr deutlich sehen, dass es keine Notwendigkeit für die Maßnahmen gab - schon gar nicht zu dem Zeitpunkt, wo sie eingesetzt wurden. Klar wirkt sich Kontaktvermeidung und Abstandhalten auf das Infektionsgeschehen aus - aber es war bei dem Virus und zu der Zeit der Einsetzung nicht (mehr) notwendig. Die Frage ist viel wichtiger: Zu welchem Preis? Die Kollateralschäden der Maßnahmen sind viel schlimmer als die Folgen des Virus. Seit spätestens April weiß man dies und hätte alle Maßnahmen sofort beenden müssen. Was passiert: Es wird jetzt noch gewarnt, Angst gemacht u.Maßnahmen sind aktiv.