Winterwetter Weiße Weihnacht bei uns - eine Frage des Termins

In der Hand eine dampfende Tasse mit heißem Punsch, der Schnee rieselt leise und das Gedränge auf dem Weihnachtsmarkt ist gar nicht so schlimm. Oder der Besuch zu Weihnachten muss sich vor der Tür erst mal den Schnee von den Schuhen klopfen. Solche Bilder haben wir vor Augen, wenn wir von weißen Weihnachten reden. Aber was ist da eigentlich dran? Sind oder waren weiße Weihnachten in Mitteldeutschland die Regel oder eher die Ausnahme?

Eine rote Christbaumkugel an einer verschneiten Tanne 3 min
Bildrechte: Colourbox.de

Weiße Weihnachten - alle schwärmen davon, gern noch mit dem Vorsatz, "früher" sei mehr Schnee gewesen und die Weihnachten weißer. Aber entspricht das der Realität, oder handelt es sich am Ende doch nur um so eine Art "gefühlte Erinnerung"? Andreas Friedrich und sein Team vom Deutschen Wetterdienst haben die Statistiken seit 1881 ausgewertet und kommen im Gespräch mit MDR Wissen zu einer deutlichen Antwort: In den Niederungen Mitteldeutschlands sieht es zu Weihnachten seit jeher meist grün aus.

Etwa alle neun Jahre kann man in den Niederungen in Mitteldeutschland mit weißen Weihnachten rechnen.

Andreas Friedrich
Eine rote Christbaumkugel an einer verschneiten Tanne 3 min
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Doch was genau steckt dahinter? Kurz gesagt: das vorweihnachtliche Tauwetter. Sie haben sicher schon davon gehört, es aber schnell wieder vergessen, weil Tauwetter und Weihnachten für die meisten Leute nicht zusammen passen. Wie wir aus der Forschung wissen, vergisst unser Gehirn unangenehme Dinge gerne. In dem Fall versuchen Sie sich folgendes zu merken: Schnee Anfang Dezember gibt es zwar auch selten, aber selbst wenn es ihn gibt, hat das noch gar nichts zu bedeuten.

Wir bekommen dann typischerweise Luftmassen aus dem Westen, das heißt, die Luft strömt über den Atlantik, die Biskaya, vom warmen Meer. Da haben wir jetzt noch Wassertemperaturen von deutlich über zehn Grad. Damit ist diese Luft so warm, dass, wenn die hier bei uns auftritt, keine Chance für Schnee in den Niederungen damit verbunden ist.

Andreas Friedrich

Das erklärt die für Mitteldeutschland typische, grüne Weihnachten mit Temperaturen bis in den zweistelligen Bereich. Aber wieso kommt gerade während der Feiertage in neun von zehn Jahren warme Luft vom Atlantik zu uns geweht? 

Das ist dem Chaotischen Prinzip der Atmosphäre geschuldet, dass es gerade um diese Jahreszeit eine Westwind-Wetterlage gibt, wie wir Meteorologen sagen. Das kann man nicht wissenschaftlich mit Ursachen erklären.

Andreas Friedrich

Weiße Weihnacht - eine Frage des Termins

Läge Weihnachten im Januar, hätten wir häufiger Schnee, sagt der Meteorologe, denn der kälteste Monat ist der Januar. Nehmen wir Sachen-Anhalt: Da liegt die Temperatur im Mittel im Dezember bei 1, 2 Grad Celsius und im Januar dann knapp unter dem Nullpunkt bei - 0,3 °C. Ebenso in Thüringen, dort ist es aber im Schnitt ein Grad kälter, und das auch nur, wenn man den Klimawandel außer Acht lässt. Der mischt nämlich auch noch mit beim Weihnachtswetter.

Wenn es so weiter geht, dann müssen wir damit rechnen, dass sich die Statistiken weiter ins Negative verschieben.

Andreas Friedrich

Vergessen Sie also weiße Weihnachten lieber und freuen sich stattdessen darauf, Weihnachten nicht frieren zu müssen. Wer auf Schnee (be-)steht, muss aus Mitteldeutschland 'raus: Bei 2.500 Meter liegt in der Regel die Schneefallgrenze.

Menschen vor einem Weihnachtsstand
Gefühlt sieht Weihnachten immer so aus. Bildrechte: imago/Rainer Weisflog

Dieses Thema im Programm: MDR aktuell | Radio | 09. Dezember 2018 | 16:20 Uhr

1 Kommentar

Copper vor 35 Wochen

Genauso wie bei den Klimawandelleugnern muss dieses "weiße Weihnachten"-Märchen trotzdem immer noch als Argument bei der Klimareligion herhalten. Trotz bewiesenen Blödsinn. Demaskiert es doch den Populismus dieser Bewegungen.