Ernährungsstudie Nachts essen kann unsere psychische Gesundheit beeinflussen

Mahlzeit! Wer zur falschen Zeit isst, füttert möglicherweise Faktoren, die Depressionen und Stimmungsschwankungen begünstigen. Das jedenfalls zeigt eine kleine Studie aus Großbritannien über die Wirkung des Timings fürs Essen.

Bei Gleisarbeiten werden Polder mit einem Winkelschleifer abgeflext.
Nachtarbeit - ohne Essen geht's nicht. Hat aber Nebenwirkungen. Bildrechte: IMAGO / Future Image

Wann wir essen, kann sich offenbar auf unsere Psyche auswirken. Das legt ein Studie aus Großbritannien nahe. Eine Forschungsgruppe des Forscher des Brigham and Women's Hospital hat in einer – allerdings sehr kleinen – Studie mit Freiwilligen, die in zwei Gruppen eingeteilt wurden. Bei einem Teil der Probanden wurde der Tagesrhythmus künstlich verschoben, um deren Körper in eine Art Nachtschicht-Modus zu versetzen; in der Kontrollgruppe dagegen nicht. In beiden Gruppen gab es die gleiche Kalorien- und Makronährstoffaufnahme, körperliche Aktivität, Schlafdauer, Lichtverhältnisse und Nachtarbeit.

Die Auswertung zeigte: Bei denjenigen, die tagsüber und nachts aßen, stieg eine depressionsähnliche Stimmung um 26 Prozent und eine angstähnliche Stimmung um 16 Prozent. In der Kontrollgruppe dagegen, in der nur tagsüber gespeist wurde, wurde kein Anstieg solcher Symptome registriert. Das Forschungsteam schließt daraus, dass der Zeitpunkt der Mahlzeiten die Anfälligkeit für Stimmungsschwankungen beeinflussen kann.

Studienmitautor Mitautor Frank A. J. L. Scheer folgert daraus, dass der Zeitpunkt der Nahrungsaufnahme eine neue Strategie sein könnte, um die Anfälligkeit für Stimmungsschwankungen bei Personen zu minimieren, deren Tag-Nacht-Rhythmus gestört ist, zum Beispiel wenn sie in Schichten rund um die Uhr arbeiten oder mit Schlaf-Wach-Störungen leiden. Und er sagt: Das muss weiter untersucht werden. Timing fürs Essen ist quasi ein neuer Player, wenn es um Stimmungsschwankungen geht. Es sollte erforscht werden, ob veränderte Essenszeiten dabei helfen können, dies zu verhindern.

Links/Studien

Die komplette Studie "Daytime eating prevents mood vulnerability in night work", die im PNAS veröffentlicht wurde, lesen Sie hier im Original.

lfw

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