Endlagerung von Atommüll Radioaktiver Abfall schlechter gesichert als gedacht

Die Mischung macht's: Container zur Endlagerung werden offenbar stärker vom eingelagerten Atommüll angegriffen, haben US-Forscher herausgefunden. Der Grund dafür scheint die Kombination verschiedener Materialien zu sein, die eine Korrosion verursacht.

Figur des Todes auf Atommüllfässern
Bildrechte: imago/anemel

Die Wissenschaftler um Gerald Frankel von der Ohio State University untersuchten dafür die Lagerung unter Realbedingungen und kamen zu dem Ergebnis, dass die Mischung von verschiedenen Materialien zu einer schnelleren Auflösung führt, als bei der Nutzung von einzelnen Stoffen. Dabei spiele die sogenannten Kontaktkorrosion eine Rolle: Eine elektrochemische Reaktion von normalerweise zwei metallischen Stoffen.

Sich selbst verstärkender Prozess

Gerald Frankel
Gerald Frankel. Bildrechte: Gerald Frankel

Wie die US-Forscher nachwiesen, tritt dieses Phänomen offenbar aber auch beim Kontakt von nichtmetallischen Materialien wie Keramik oder Glas mit Edelstahl auf. Dazu beschleunigt sich der Prozess selbst, indem die durch die Kontaktkorrosion entstandene Flüssigkeit zusätzlich Metallionen aus dem Stahl löst, die die Korrosion weiter verstärken.

Frankel, der 2012 vom damaligen Präsidenten Barrack Obama in das "Nuclear Waste Technical Review Board" berufen wurde, fordert daher, dass in Zukunft andere, kompatiblere Materialien für die Endlagerung von Atommüll verwendet werden. Welche das sind, müsste die weitere Forschung herausfinden.

cdi

Dieses Thema im Programm: MDR SPUTNIK | 16. Juli 2020 | 18:00 Uhr