Dünndarm

Der Dünndarm gehört zum Verdauungstrakt des Körpers und ist zugleich eines der wichtigsten Organe des Immunsystems.

Im Dünndarm wird der Nahrungsbrei aus dem Magen weiterverdaut und die enthaltenen Nährstoffe ins Blut abgegeben. Gleichzeitig wird hier der Großteil des Wassers aus der Nahrung aufgenommen. Diese Aufnahme von Nährstoffen und Wasser nennt sich Resorption.

Gründe für eine Transplantation

Bestimmte Erkrankungen beeinträchtigen den Dünndarm so stark, dass die Nahrung nicht mehr ausreichend verwertet und zudem das Immunsystem stark geschwächt wird. Die Beeinträchtigung kann so stark sein, dass Patienten lebenslang auf eine künstliche Ernährung durch Dauerinfusion angewiesen sind. In diesem Fall kommen sie auf die Warteliste für eine Dünndarmtransplantation.

Vor allem entzündliche Darmerkrankungen (z.B. Morbus Crohn) können zu so einem Darmversagen führen. Weitere Ursachen können Durchblutungsstörungen oder extrem starke Durchfälle sein. Zudem können erbliche Defekte dazu führen, dass der Dünndarm ganz oder teilweise fehlt.

Ein Kurzdarmsyndrom liegt vor, wenn bei einem Erwachsenen weniger als 1 Meter und bei einem Kind weniger als 40 Zentimeter Dünndarm vorhanden sind. Die Folgen reichen von starkem Gewichtsverlust, chronischen Durchfällen und Krämpfen bis hin zu Knochenschmerzen, Nachtblindheit und Leberschäden.

Häufigkeit und Erfolgsaussichten

Der Dünndarm ist das am seltensten transplantierte Organ. Wie bei allen Organen ist auch hier der Trend rückläufig: Im Jahr 2011 wurden bundesweit neun Dünndarmtransplantationen durchgeführt, 2016 waren es vier. Demgegenüber standen neun Patienten zum 31.12.2016 auf der Warteliste. Gegenwärtig sind nach drei Jahren noch etwa 70 Prozent der Organempfänger am Leben.

Da sich im Dünndarm sehr viele Immunzellen befinden, kommt es nach einer Dünndarmtransplantation häufiger zu Abstoßungsreaktionen als bei anderen Organen. Zudem haben die Betroffenen in der Regel eine lange Zeit der Erkrankung hinter sich und brauchen nicht selten noch weitere Transplantationen, da sie aufgrund ihrer Erkrankung künstlich ernährt werden mussten, was oft weitere Organe schädigt, z.B. die Leber.

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