Währungsunion: Als die D-Mark kam

Weiche und harte Währung

Geschichte

Das DDR-Geld: "Alu-Chips" und Scheine

Wissen Sie noch wie das Geld in der DDR aussah? Welche Farbe hatte doch gleich der 20-Mark-Schein? War auf dem 100-Mark-Schein nicht Karl Marx abgebildet? Am besten Sie nehmen das DDR-Geld noch einmal in Augenschein!

DDR-Münzen
Das waren die Münzen, die sich bis zum 1. Juli 1990 in den Geldbörsen der DDR-Bürger fanden. Bildrechte: MDR/Kristian Schulze
DDR-Münzen
Das waren die Münzen, die sich bis zum 1. Juli 1990 in den Geldbörsen der DDR-Bürger fanden. Bildrechte: MDR/Kristian Schulze
5-Mark-Schein der DDR
Die kleinste Banknote der DDR war der 5-Mark-Schein. Auf der Vorderseite des Scheines ist der Theologe Thomas Müntzer zu sehen. Die Rückseite zeigt mehrere Mähdrescher. Für fünf Mark konnte man sich zwei mal 240 Gramm Butter kaufen. Bildrechte: Bildarchiv der Bundesbank
10-Mark-Schein der DDR
Auf der Vorderseite ist die Frauenrechtlerin Clara Zetkin abgebildet. Auf der Rückseite ist eine junge Ingenieurin an einer Schalttafel zu sehen. Für 10-Mark konnte man sich drei Schachteln Filterzigaretten kaufen. Bildrechte: Bildarchiv der Bundesbank
20-Mark-Schein der DDR
Auf dem grün gehaltenen 20-Mark-Schein ist der Dichter Johann Wolfgang Goethe abgebildet. Auf der Rückseite sieht man Schüler beim Herauslaufen aus einem Schulgebäude. Mit 20 Mark konnte man 200 Kilometer mit der Reichsbahn fahren. Bildrechte: Bildarchiv der Bundesbank
50-Mark-Schein der DDR
Auf dem in Rot gehaltenen 50-Mark-Schein ist Friedrich Engels, der gemeinsam mit Karl Marx das "Kommunistische Manifest" verfasste. Auf der Rückseite sind die Rohrleitungen und Schornsteine eines großen Industriekomplexes zu sehen. Mit 50 Mark konnte man zwei Monatsmieten einer 40-m²-Altbauwohnung mit Ofenheizung bezahlen. Bildrechte: Bildarchiv der Bundesbank
100-Mark-Schein der DDR
Die blaue 100-Mark-Banknote hatte von allen umlaufenden Noten den höchsten Nennwert. Sie bildet den Mitbegründer des Kommunismus, Karl Marx, ab. Auf der Rückseite ist die Straße "Unter den Linden" mit Blick auf den Palast der Republik zu sehen. Die Monatsmiete einer 60-m²-Neubauwohnung inkl. aller Nebenkosten betrug 70 Mark. Bildrechte: Bildarchiv der Bundesbank
200-Mark-Schein der DDR
Der 200- und der 500-Mark-Schein wurden auf Vorrat gedruckt, aber sie waren nie im Umlauf. Diese Scheine wurden erst nach 1990 bekannt, als sie auf einigen Auktionen versteigert worden. Sie waren gemeinsam mit anderen DDR-Banknoten in einem Sandsteinstollen bei Halberstadt eingelagert worden. Auf dem 200-Mark-Schein war, anders als bei allen anderen Noten, keine Person abgebildet, sondern auf der Vorderseite eine Familie mit zwei Kindern vor einem typischen DDR-Neubau-Hochhaus und auf der Rückseite ein Kindergarten oder Schulhort mit Kindern und einer Betreuerin. Das Wasserzeichen ist eine Friedenstaube. Bildrechte: Bildarchiv der Bundesbank
500-Mark-Schein der DDR
Auch der 500-Mark-Schein war nie im Umlauf. Auf der Vorderseite war das Staatswappen der DDR (Hammer, Zirkel, Ährenkranz) und auf der Rückseite das Staatsratsgebäude der DDR zu sehen. Das Wasserzeichen zeigt ebenfalls das DDR-Staatswappen.

Über dieses Thema berichtete der MDR auch im TV: MDR aktuell | 01.07.2015 | 21:45 Uhr.
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Die D-Mark-Scheine bis 1995

Konservativ und würdevoll in der Gestaltung verkörperten die D-Mark-Scheine, die bis 1995 im Umlauf waren, für viele Menschen den Wert der D-Mark.

DM-Geldschein gültig bis 1990er Jahre
Auf der Vorderseite des 5-Mark-Scheines ist eine junge Venezianerin nach einem Gemälde von Albrecht Dürer zu sehen. Bildrechte: Bundesbank
DM-Geldschein gültig bis 1990er Jahre
Auf der Vorderseite des 5-Mark-Scheines ist eine junge Venezianerin nach einem Gemälde von Albrecht Dürer zu sehen. Bildrechte: Bundesbank
DM-Geldschein gültig bis 1990er Jahre
Auf der Vorderseite ist ein Männerporträt nach dem Gemälde "Hans Urmiller mit seinem Sohn" von Barthel Beham zu sehen. Bildrechte: Bundesbank
DM-Geldschein gültig bis 1990er Jahre
Die Vorderseite zeigt den Kosmographen Sebastian Münster, nach einem Gemälde von Christoph Amberger. Bildrechte: Bundesbank
DM-Geldschein gültig bis 1990er Jahre
Die Rückseite zeigt Eichenlaub, ein wichtiges Element der deutschen Symbolsprache. Eichenlaub hat eine ähnlicher Bedeutung wie Lorbeer und wird deshalb oft auf Orden und Münzen abgebildet. Bildrechte: Bundesbank
DM-Geldschein gültig bis 1990er Jahre
Auf der Vorderseite des 10-Mark Scheines ist das Abbild von einem jungen Mann zu sehen. Das Bild stammt von Lucas Cranach d. Ä.. Bildrechte: Bundesbank
DM-Geldschein gültig bis 1990er Jahre
Die Rückseite zeigt das Segelschulschiff Gorch Fock, ein Schiff des Typs Bark. Bildrechte: Bundesbank
DM-Geldschein gültig bis 1990er Jahre
Auf der Vorderseite des 20-Mark Scheines ist die Nürnberger Patrizier- und Kaufmannsfrau Elsbeth Tucher zu sehen. Das Gemälde stammt von Albrecht Dürer. Bildrechte: Bundesbank
DM-Geldschein gültig bis 1990er Jahre
Die Rückseite zeigt eine Violine und eine Klarinette. Bildrechte: Bundesbank
DM-Geldschein gültig bis 1990er Jahre
Die Rückseite zeigt das Holstentor in Lübeck. Bildrechte: Bundesbank
DM-Geldschein gültig bis 1990er Jahre
Die Rückseite zeigt einen Adler mit ausgebreiteten Schwingen. Er soll den Bundesadler symbolisieren. Bildrechte: Bundesbank
DM-Geldschein gültig bis 1990er Jahre
Die Vorderseite zeigt das Poträt eines Mannes nach dem Gemälde "Bildnis eines bartlosen Mannes" von Hans Maler zu Schwaz. Bildrechte: Bundesbank
DM-Geldschein gültig bis 1990er Jahre
Die Rückseite zeigt die Burg Eltz in Rheinland-Pfalz. Bildrechte: Bundesbank
DM-Geldschein gültig bis 1990er Jahre
Die Vorderseite zeigt das Porträt eines Mannes nach dem Gemälde "Bildnis eines bartlosen Mannes" von Hans Maler zu Schwaz. Bildrechte: Bundesbank
DM-Geldschein gültig bis 1990er Jahre
Die Rückseite zeigt den Dom zu Limburg an der Lahn.

Über dieses Thema berichtete der MDR auch im TV: MDR aktuell | 01.07.2015 | 21:45 Uhr
Bildrechte: Bundesbank
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Schock für die Wirtschaft

Stimmen zur Währungsunion

Helmut Kohl versprach 1990 blühende Landschaften, DDR-Politiker sahen die Wirtschaft im Osten hingegen auf einen Abgrund zudriften.

Gregor Gysi 1990
Gregor Gysi, 1990 Vorsitzender der PDS, sagte am 30. Juni 1990 in der "TAZ": "Ich bedaure sehr, dass die Währungsunion unter einem solchen Zeitdruck zustande gekommen ist, dass es nicht möglich war, günstigere Regelungen auszuhandeln, die auch den Betrieben der DDR eine Übergangschance eingeräumt hätten. Stattdessen wird ein Gewaltakt gestartet, unabhängig von den sozialen Auswirkungen. Positiv ist der zu erwartende Effektivitätsschub und partiell eine bessere Bedürfnisbefriedigung. Nur wird das wohl stark beeinträchtigt durch die Arbeitslosigkeit und eine enorm ansteigende Teuerungsrate. Die Bedürfnisbefriedigung wird so nicht mehr aus Mangel an Angebot, sondern aus Mangel an Kaufmöglichkeit beschränkt werden. Ich weiß nun nicht, was psychologisch trauriger ist: Dass man etwas nicht bekommt, was man sucht oder dass man es zwar sieht, aber nicht kaufen kann." Bildrechte: DRA/MDR
Gregor Gysi 1990
Gregor Gysi, 1990 Vorsitzender der PDS, sagte am 30. Juni 1990 in der "TAZ": "Ich bedaure sehr, dass die Währungsunion unter einem solchen Zeitdruck zustande gekommen ist, dass es nicht möglich war, günstigere Regelungen auszuhandeln, die auch den Betrieben der DDR eine Übergangschance eingeräumt hätten. Stattdessen wird ein Gewaltakt gestartet, unabhängig von den sozialen Auswirkungen. Positiv ist der zu erwartende Effektivitätsschub und partiell eine bessere Bedürfnisbefriedigung. Nur wird das wohl stark beeinträchtigt durch die Arbeitslosigkeit und eine enorm ansteigende Teuerungsrate. Die Bedürfnisbefriedigung wird so nicht mehr aus Mangel an Angebot, sondern aus Mangel an Kaufmöglichkeit beschränkt werden. Ich weiß nun nicht, was psychologisch trauriger ist: Dass man etwas nicht bekommt, was man sucht oder dass man es zwar sieht, aber nicht kaufen kann." Bildrechte: DRA/MDR
Wirtschaftswissenschaftler Wilhelm Hankel
Wilhelm Hankel, renommierter Wirtschaftswissenschaftler und Harvard- Professor, schrieb in seinem Buch "Die sieben Todsünden der Vereinigung" (Siedler Verlag 1993): "Nachdem die Bundesregierung bewusst einen Aufwertungsschock herbeigeführt hat, in dem sie die DM nicht zu einem Umtauschsatz von 1 : 4 oder 1 : 5, wie es der Marktbewertung ungefähr entsprochen hätte, einführte, darf sie sich nicht wundern, wenn statt des erhofften Wirtschaftswunders das Gegenteil eintritt – eine Wirtschaftskatastrophe." Bildrechte: IMAGO
Hans Modrow
Hans Modrow, 1990 Ehrenvorsitzender der PDS, sagte am 16. November 2009 im "Neuen Deutschland": "Mit der Währungsunion – die nicht durch Maßnahmen flankiert war, die der DDR noch eine Chance wirtschaftlicher Stabilität geboten hätte – hat der Niedergang im Osten begonnen. Schon 1991 ist die Wirtschaft im Osten, gemessen an 1989, allein im Bereich des Maschinenbaus um 72 Prozent abgesackt." Bildrechte: IMAGO
Peter-Michael Diestel
Peter Michael Diestel, 1990 Innenminister der DDR, sagte am 30. Juni 1990 in der "TAZ": "Die Währungsunion ist eine wunderschöne Sache. Der erste, ja wichtigste Schritt zur deutschen Einheit, der die wirtschaftlichen Voraussetzungen setzen wird, damit wir in Kürze zu einem einheitlichen Deutschland zusammenwachsen können. Von der staatlichen Souveränität wird nach der Währungsunion nicht viel bleiben, aber von den Menschen, von den Erinnerungen, von der Tradition, von der Geschichte hoffentlich doch eine ganze Menge." Bildrechte: imago/sepp spiegl
Wolfgang Thierse
Wolfgang Thierse, 1990 Vorsitzender der SPD der DDR, am 30. Juni 1990 in der "TAZ": "Die Währungsunion ist für mich weder ein Anlass zu besonderer Traurigkeit noch zu besonderem Jubel. Nach einer kleinen Umstellungs- und Eingewöhnungsphase werden die meisten Menschen sicher begreifen: Auch die D-Mark ist nur Geld. Und alle werden dann auch bald merken: Wir haben zuwenig davon. Aber auch wenn wir das gleiche Geld haben, werden wir uns zehn oder fünfzehn Jahre unterscheiden und als Ossis und Wessis erkennbar bleiben." Bildrechte: IMAGO
Wirtschaftsministerin Christa Luft (DDR)
Christa Luft, 1990 DDR-Wirtschaftsministerin, sagte 2010 in einem Interview mit dem MDR: "Dass niemand etwas gegen die schöne harte D-Mark haben konnte, war doch klar. Aber damit waren auch Konsequenzen verbunden, das war zu bezahlen …" Bildrechte: IMAGO
Matthias Platzeck 1990
Matthias Platzeck, 1990 Abgeordneter der Volkskammer für Bündnis 90, sagte am 30. Juni 1990 in der "TAZ": "Ich bin eigentlich ganz froh, weil ich mir wünsche, dass ab dem 2. Juli wieder an Sachproblemen orientiert diskutiert werden kann. Wenn jetzt die D-Mark kommt, habe ich allerdings die Befürchtung, dass sich schnell Überheblichkeit einstellt: man fährt dann also ins ehemals befreundete Ausland und markiert dort den dicken Max, so nach dem Motto: Ich hab die Westmark, und jetzt müsst ihr mir die Schuhe putzen."

Über dieses Thema berichtete der MDR auch im TV: MDR aktuell | 01.07.2015 | 21:45 Uhr.
Bildrechte: dpa
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