Zentralfriedhof Friedrichsfelde Der "Sozialistenfriedhof"

1881 als Armenfriedhof angelegt, galt der Zentralfriedhof Friedrichsfelde schon bald als "Sozialistenfriedhof". Ab 1950 wurden hier vor allem Funktionsträger der DDR beigesetzt.

Die offizielle Eröffnung des "Central-Friedhof Friedrichsfelde" erfolgte 1881. Wegen der steigenden Anzahl der Beisetzungen ließ die Berliner Stadtverwaltung 1895 eine Eisenbahnverbindung zum Friedhof einrichten, um die Anreise der Trauergäste zu erleichtern.

Luxemburg und Liebknecht wurden 1919 hier beigesetzt

Als im August 1900 der SPD-Gründer Wilhelm Liebknecht auf diesem Friedhof beigesetzt wurde, zogen etwa 150.000 Personen von Charlottenburg nach Friedrichsfelde. Da später auch andere Sozialdemokraten auf dem Friedhof ihre letzte Ruhe fanden, erhielt er den Beinamen "Sozialistenfriedhof".

Am 25. Januar 1919 wurden 33 Opfer des "Spartakusaufstandes", darunter auch Karl Liebknecht (der Sohn Wilhelm Liebknechts), in einem Massengrab beigesetzt. Später, nach der Auffindung der Leiche Rosa Luxemburgs, für die zunächst symbolisch ein leerer Sarg beigesetzt worden war, kam es zu einer erneuten Trauerfeier am 13. Juni 1919. Wegen des großen Andrangs der Trauergäste mussten dafür Eintrittskarten ausgegeben werden.

"Gedenkstätte der Sozialisten"

Im Jahr 1926 entwarf Mies van der Rohe ein Revolutionsdenkmal, das 1926 eingeweiht wurde. Durch die Nationalsozialisten wurde das Denkmal schwer beschädigt und auch nach Kriegsende wurde es nicht wieder aufgebaut. Stattdessen gab der Berliner Magistrat den Bau einer neuen Anlage in Auftrag, die Gräber von Sozialdemokraten und Kommunisten vereinen sollte. Von der Fertigstellung der Anlage 1951 bis zum Ende der DDR diente diese dann zusammen mit der angrenzenden Gräberanlage "Pergolenweg" als "Ehrenfriedhof" für Personen, die sich nach Ansicht der Staatspartei SED um die "sozialistische Idee" verdient gemacht hatten. In der "Gedenkstätte der Sozialisten" auf dem Friedhof finden sich unter anderen die Gräber von Walter Ulbricht, Alexander Abusch, Willi Bredel, Friedrich Ebert, Paul Fröhlich, Alfred Kurella, Werner Lamberz, Erich Weinert, Friedrich Wolf. Die Urne von Erich Mielke wurde ebenfalls, allerdings ohne Kennzeichnung der Grabstelle, in Friedrichsfelde beigesetzt.

Zuletzt aktualisiert: 04. Januar 2016, 18:47 Uhr