Die Bergleute Wer waren die "Wismut"-Kumpel?

Ein Mann sieht in die Kamera. 1 min
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Was trieb tausende Menschen freiwillig zu schwerster Arbeit in den Uran-Abbau und wer waren die Wismut-Kumpel?

Das Erste Mo 05.12.2011 23:30Uhr 01:23 min

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Von 1946 an hingen in jeder Stadt und in jedem Dorf der Sowjetischen Besatzungszone großformatige Plakate mit der Aufschrift: "Meldet Euch zum Bergbau!" Auch "Werber-Kolonnen" zogen in den ersten Nachkriegsjahren übers Land und versuchten, Arbeitskräfte für die "Wismut" zu verpflichten.

Zehntausende wurden händeringend gesucht für die knochenharte Arbeit im Uranerzbergbau. Versprochen wurden märchenhafte Löhne und eine ebensolche Versorgung mit Lebensmitteln. Und viele ließen sich mit diesen Verheißungen in den Hungerjahren nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges zur "Wismut" locken.

Barackensiedlung für die Wismut-Kumpel in Johanngeorgenstadt im Erzgebirge. Die Wismut AG lockte die Arbeiter regelrecht mit Annehmlichkeiten wie eigene Siedlungen und Krankenhäusern. 4 min
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Die "Wismut" ist lange Geschichte. Doch an den Stammtischen der einstigen Bergleute lebt die alte Zeit weiter.

MDR FIGARO So 06.05.2007 09:05Uhr 04:27 min

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Doch es kamen auch Kriegsheimkehrer, die ihre Familien verloren hatten, Abenteurer, die die Aussicht auf schnelles Geld im "Klondike im Erzgebirge" antrieb, Kriminelle oder auch einstige Nationalsozialisten, die in ihren alten Berufen nicht mehr tätig sein durften.

Die sowjetischen Direktoren der "Wismut" waren nicht wählerisch. Sie nahmen jeden, den sie kriegen konnten, denn die Devise aus dem Kreml lautete unerbittlich: Erz, Erz und nochmals Erz! Die Zahl der bei der Wismut beschäftigten Bergleute stieg binnen kurzem in schwindelerregendem Ausmaß: 1946 waren bei der "Wismut" etwa 2.000 Bergleute beschäftigt, vier Jahre später waren es bereits knapp hundertmal so viele - exakt 195.906.

Zuletzt aktualisiert: 30. November 2011, 15:20 Uhr

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