#blickzurück: Kalenderblatt der Geschichte Das geschah am 17. September

1991: Überfälle auf Ausländer in Hoyerswerda beginnen

In Hoyerswerda griffen Neonazis auf dem Marktplatz einen vietnamesischen Händler an. Damit begannen mehrtägige, rassistisch motivierte Ausschreitungen, welche die Polizei nur langsam in den Griff bekam. Der Angriff war der Auftakt einer bundesweiten Welle von Angriffen auf Asylsuchende und Ausländer. Eine Woche nach dem Beginn der Ausschreitungen kapitulierte die Stadt. Die Heimbewohner wurden mit Bussen evakuiert und in andere Städte verteilt oder zur Abschiebung an den Flughafen eskortiert.

Seit 2014 erinnert ein Mahnmal an die ausländerfeindlichen Ausschreitungen in Hoyerswerda. 45 min
Seit 2014 erinnert ein Mahnmal an die ausländerfeindlichen Ausschreitungen in Hoyerswerda. Wer Näheres über die Ereignisse erfahren möchte, muss allerdings erst einen QR-Code einscannen. Im Hintergrund steht der restliche Block des Vertragsarbeiterwohnheims. Bildrechte: ohne Angabe

1983: Erste Veranstaltung der Bewegung "Frauen für den Frieden"

In Ost-Berlin trafen sich am 17. September 1983 erstmals rund 500 Teilnehmerinnen aus Protest gegen das 1982 von der Volkskammer erlassene Wehrdienstgesetz für Frauen. Das Gesetz sah vor, dass auch Frauen im Verteidigungsfall in den aktiven Wehrdienst eingezogen werden sollten. Aus dieser Versammlung entwickelte sich die internationale Bewegung "Frauen für den Frieden", die im Herbst 1983 offiziell in Leipzig gegründet wurde.

Ulrike Poppe mit ihrem Sohn Jonas im einzigen autonomen Kinderladen der DDR, 1981
Ulrike Poppe war eine der Mitgründerinnen der Friedensbewegung "Frauen für den Frieden". Bildrechte: dpa

1980: "Solidarność" gegründet

Nach anhaltenden sozialen Unruhen und Streiks wurde 1980 die unabhängige polnische Gewerkschaft Solidarność gegründet. Zu diesem Zeitpunkt war sie die einzige von Partei und Staat unabhängige Gewerkschaftschaft im Ostblock. Der Einfluss der Solidarność (übersetzt: "Solidarität") wurde so groß, dass selbst das 1981 verhängte Kriegsrecht und das darauf folgende Verbot die Bewegung nicht stoppen konnte. 1989 nahmen Vertreter der Solidarność am "Runden Tisch" mit Polens Regierung teil und brachten so den friedlichen Systemwechsel entschieden voran. Im gleichen Jahr wurde die Bewegung wieder zugelassen und gewann die Parlamentswahl. 1990 stellte die Solidarność mit Lech Wałęsa den ersten freigewählten Präsidenten des Landes.
Auch in der benachbarten DDR wurden die Entwicklungen in Polen genau beobachtet. Die SED-Führung befürchtete, dass eine ähnliche Freiheitsbewegung in der DDR Nachahmer finden könnte. Dem "Zusammenbruch" der sozialistischen Führung im Nachbarland versuchten die deutschen Kommunisten mit radikaler Härte zu begegnen.