#blickzurück: Kalenderblatt der Geschichte Das geschah am 12. September

1990: Letztes DDR-Länderspiel

Die DDR-Nationalelf bestritt 1990 ihr letztes Länderspiel. Drei Wochen später sollte es die DDR nicht mehr geben. Bis auf Matthias Sammer hatten alle Stars abgesagt. Sammer wechselte kurz nach der Wende von Dynamo Dresden zum VfB Stuttgart und lief seitdem nicht mehr für die DDR-Nationalmannschaft auf. Nur beim allerletzten Spiel im September 1990 gegen Belgien wollte er dabei sein. Die DDR gewann gegen die favorisierten Belgier mit 2:0, zweifacher Torschütze war - Matthias Sammer.

Stimmen zum letzten Spiel der DDR-Nationalelf

Der Dresdner Mittelfeldspieler Matthias Sammer (r) im Zweikampf mit dem Bischofswerdaer Mittelfeldakteur Jörg Bär (1989)
Matthias Sammer wechselte kurz nach der Wende von Dynamo Dresden zum VfB Stuttgart und lief seitdem nicht mehr für die DDR-Nationalmannschaft auf. Nur beim allerletzten Spiel im September 1990 gegen Belgien wollte er dabei sein. In Brüssel eingetroffen, merkte Sammer, dass er der einzige Star in einer Nottruppe war und wollte schnellstmöglich wieder nach Hause fliegen. "Aber es ging kein Flugzeug mehr", erinnert er sich. Trainer Eduard Geyer konnte seinen Star überreden, nun auch zu spielen. Die DDR gewann gegen die favorisierten Belgier mit 2:0, zweifacher Torschütze war - Matthias Sammer. (Zitiert nach "Neues Deutschland", 18.09.2010) Bildrechte: dpa
Der Dresdner Mittelfeldspieler Matthias Sammer (r) im Zweikampf mit dem Bischofswerdaer Mittelfeldakteur Jörg Bär (1989)
Matthias Sammer wechselte kurz nach der Wende von Dynamo Dresden zum VfB Stuttgart und lief seitdem nicht mehr für die DDR-Nationalmannschaft auf. Nur beim allerletzten Spiel im September 1990 gegen Belgien wollte er dabei sein. In Brüssel eingetroffen, merkte Sammer, dass er der einzige Star in einer Nottruppe war und wollte schnellstmöglich wieder nach Hause fliegen. "Aber es ging kein Flugzeug mehr", erinnert er sich. Trainer Eduard Geyer konnte seinen Star überreden, nun auch zu spielen. Die DDR gewann gegen die favorisierten Belgier mit 2:0, zweifacher Torschütze war - Matthias Sammer. (Zitiert nach "Neues Deutschland", 18.09.2010) Bildrechte: dpa
Heiko Bonan
Über die Vorbereitungen zum letzten Länderspiel der DDR gegen Belgien gehen die Meinungen auseinander. Während einige Spieler meinten, mit Profifußball hätte das Training gar nichts mehr zu tun gehabt, erklärte Heiko Bonan vom BFC Dynamo: "Wir haben uns voll auf die Partie konzentriert." (Zitiert nach: www. bild.de/sport/fußball) Bildrechte: dpa
DDR-Torhüter Rene Adler, Abwehrspieler Jörg Schwanke, Torhüter Jörg Schmidt und Abwehrspieler Torsten Kracht (v.l.) sitzen nach dem Spiel ausgepumpt in der Umkleidekabine des Brüsseler Constant-Vandenstock-Stadions.
Das legendäre letzte Spiel der DDR-Mannschaft in Brüssel war seine Chance: Jörg Schwanke (2.v.l.) von der BSG Energie Cottbus gehörte zu den "14 Aufrechten" (Eduard Geyer), die im Abschiedsspiel auf den Rasen liefen. Obwohl viele andere Stars abgesagt hatten, machte der jungen Truppe das Spiel Spaß. "Für uns war es eine freudige Sache. Wir haben das Spiel Ernst genommen". Klar - wer bis dahin noch nicht bei den finanzstarken Westvereinen unter Vertrag war, konnte hier hoffen, entdeckt zu werden. "Das war so eine Art Schaulaufen", erinnert sich Jörg Schwanke. "Es gab viele lose Anfragen, man war richtig aufgekratzt." (Zitiert nach „Neues Deutschland“, 18.09.2010) Bildrechte: dpa
Mittelfeldspieler Dariusz Wosz von Hertha BSC Berlin gehört zum 22er Aufgebot des Deutschen Fußball-Bundes für die Fußball-Europameisterschaft vom 10.6. bis 2.7. in Belgien und den Niederlanden. Der 30-jährige bestritt bisher 14 DFB-Länderspiele und sieben für die DDR (Stand 26.05.2000), aufgenommen am 25.05.2000.
Einer der wenigen Stars, die zum letzten Spiel der DDR-National-Elf nach Brüssel reisten, war Darius Wosz vom Halleschen FC. Wosz vermutet, dass viele seiner Kollegen angesichts ihrer Karriereaussichten keine Verletzung riskieren wollten. Nicht in einem Spiel für ein land, dass schon drei Wochen später von der Landkarte verschwunden sein würde. (Zitiert nach: "Neues Deutschland", 18.09.2010) Bildrechte: dpa
Kapitän Matthias Sammer, Torhüter Jens Schmidt, Andreas Wagenhaus
Für den Sieg im allerletzten Länderspiel der DDR erhielt jeder Spieler 5.000 Ost-Mark Siegprämie, die Trainer Eduard Geyer bei Rückkehr auf dem Flughafen Berlin-Tempelhof verteilte. Torwart Jens Schmidt bekam allerdings nur 4.500 Mark: "500 Mark gab Ede Geyer Jens Adler, der in der letzten Minute für mich eingewechselt wurde. So war ich nicht nur einen Teil der Kohle los, sondern auch den Titel 'Letzter Torwart der DDR'." (Zitiert nach: www.bild.de/sport/fußball) Bildrechte: dpa
Eduard Geyer und Jens Adler, 1990
In die Geschichte des DDR-Fußballs ging Jens Adler als "letzter Nationalspieler" ein. Eduard Geyer schickte den Torwart des Halleschen FC in der letzten Minute aufs Spielfeld. Den Ball bekam Adler nicht ein einziges Mal zu fassen. Nach dem Spiel hatte er Tränen in den Augen. Bildrechte: dpa
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Für den Sieg im allerletzten Länderspiel der DDR erhielt jeder Spieler 5.000 Ost-Mark Siegprämie, die Trainer Eduard Geyer bei Rückkehr auf dem Flughafen Berlin-Tempelhof verteilte. In die Geschichte des DDR-Fußballs ging Jens Adler als "letzter Nationalspieler" ein. Trainer Eduard Geyer schickte den Torwart des Halleschen FC in der letzten Minute aufs Spielfeld. Den Ball bekam Adler nicht ein einziges Mal zu fassen. Nach dem Spiel hatte er Tränen in den Augen.

DDR-Torhüter Rene Adler, Abwehrspieler Jörg Schwanke, Torhüter Jörg Schmidt und Abwehrspieler Torsten Kracht (v.l.) sitzen nach dem Spiel ausgepumpt in der Umkleidekabine des Brüsseler Constant-Vandenstock-Stadions. 2 min
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September 1990: Das legendäre letzte Spiel der DDR-Mannschaft in Brüssel

MDR FERNSEHEN So 12.09.2010 19:00Uhr 01:37 min

https://www.mdr.de/zeitreise/stoebern/damals/video58732.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

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1944: Beschluss über Besatzungszonen

Großbritannien, die USA und die Sowjetunion verabschiedeten 1944 das "Londoner Protokoll". Darin vereinbarten die Alliierten, Deutschland in Besatzungszonen und ein gemeinsames Gebiet Berlin aufzuteilen. Frankreich trat der Vereinbarungen Ende Juli 1945, knapp ein Jahr später, bei. Die volle völkerrechtliche Souveränität erlangte Deutschland schließlich mit Inkrafttreten des Zwei-plus-Vier-Vertrages Anfang 1991 wieder. Bis 1994 zogen die letzten russischen Soldaten aus Deutschland ab.

Eine Gruppe Frauen am Westberliner Kontrollpunkt Heerstraße auf dem Weg zu dem im Osten gelegenen Friedhof Staaken.
Eine Gruppe Frauen am Westberliner Kontrollpunkt Heerstraße auf dem Weg zu dem im Osten gelegenen Friedhof Staaken Bildrechte: dpa

2000: Fälscher der "Hitler-Tagebücher" gestorben

Konrad Kujau starb im Jahr 2000. Der gebürtige Sachse sorgte mit den gefälschten "Hitler-Tagebüchern" für eine der größten Enten der deutschen Pressegeschichte. Im Mai 1983 musste der "Stern" eine kurz zuvor begonnene Serie über angeblich aufgetauchte "Hitler-Tagebücher" zurückziehen, weil die Schriften als Fälschungen erkannt worden waren. Kujau kassierte für die falschen Tagebücher mehrere Millionen D-Mark vom "Stern". Er wurde zu einer Haftstrafe von viereinhalb Jahren verurteilt.

Konrad Kujau, der Fälscher der Hitler-Tagebücher,  zeigt lächelnd auf die Titelseite einer "Stern"-Ausgabe von 1983, in der Teile der vermeintlichen Dokumente veröffentlicht wurden (aufg. 1985)
Konrad Kujau, der Fälscher der Hitler-Tagebücher, 1985. 1983 veröffentlichte der Stern die vermeintlichen Tagebücher. Bildrechte: dpa