Das Altpapier am 13. Dezember 2017 Peinliche Pimmelparade

Die Gewinner des Reporterpreises stehen fest, aber offen bleibt die Frage: Wo waren die Frauen? Im Februar beginnen die Olympischen Spiele in Südkorea. Und man muss hoffen, dass sich danach nicht die Frage stellen wird: Wo waren die Investigativ-Reporter? Und schließlich noch eine weitere Frage: Wo bleibt die Korrekturmeldung? Ein Altpapier von Ralf Heimann.

Collage zur Medienkolumne "Das Altpapier" zum Thema: Männerüberhang beim Reporterpreis und Olympiaberichterstattung von ARD und ZDF
Bildrechte: Collage MEDIEN360G / panthermedia / dpa

In den vergangenen Tagen verbreiteten viele Journalisten (unter anderem ich selbst) mit einer Gefühlshaltung zwischen Empörung und Kopfschütteln ein Bild, das die Innenminister der Bundesländer bei ihrer Herbstkonferenz in Leipzig zeigt. Sie stehen aufgereiht an einem Treppengeländer. Evelyn Roll schrieb bei Twitter, sie habe die Frauen mal eingekringelt, damit man sie schneller finde. Und nachdem man die Kringel vergeblich gesucht hat, sieht man: Ach so, da sind gar keine Frauen. Ihren Tweet versah Evelyn Roll mit dem Hashtag "#2017" und fügte noch drei Rufzeichen an. Das war am Sonntag. Am Montagabend dann kam der Reporterpreis.

Viele Kringel hätte man auch für diese Veranstaltung nicht gebraucht. Von 34 Preisen gingen nur vier an Frauen, zwei von ihnen waren Teil ansonsten männlicher Teams. Sascha Lobo, der unter anderem als Laudator auf der Bühne stand, sprach von einer "Pimmelparade". Und im Nachgang ging es um die Frage, wie das passieren konnte, denn eigentlich war ja schon viel getan worden, um zu verhindern, dass aus alter Gewohnheit wieder die gleichen männlichen Namen mit Preisen nach Hause gehen wie sonst immer.

Meedia schrieb:

"Da die Texte der Jury anonym vorgelegt werden, ist es schwierig, einen wirklichen Grund für den Mangel an Preisträgerinnen auszumachen. Da bereits bei den Nominierungen ein starker Männerüberhang zu erkennen war, vermuten einige bei Twitter, dass Frauen sich womöglich seltener trauen, ihre eigenen Texte einzureichen und/oder in den Redaktionen womöglich weniger Gelegenheit zu intensiven Recherchen bekommen."

Auch an der Zusammensetzung der Jury kann es nicht gelegen haben, denn die war in der Mehrheit weiblich:

"Leider kann aber auch eine mehrheitlich weibliche Jury nicht viel machen, wenn sich in einer Kategorie wie 'beste Kulturkritik' nur männliche Nominierte befinden",

schreibt Peter Weissenburger in seinem Text für die taz, und das scheint das generelle Problem abzubilden, nämlich "dass eben nur ein Drittel der Einreichungen von Frauen kämen und das Problem damit vor allem in den Redaktionen liege."

Wo es vermutlich auch in den kommenden Monaten erst mal liegen bleiben wird.

Die "Gletscherhaftigkeit, mit der sich ein Problembewusstsein bezüglich der Männerdominanz im Journalismus breitmacht – im Allgemeinen wie im Kanzleramts­tipi am Montagabend – (lasse) daran zweifeln, ob sich allein durch anonyme Auswahlverfahren und regelmäßige Appelle etwas ändern wird".

Cordt Schnibben, einer der Väter des Preises, hatte am Dienstagmorgen noch "eine Idee nach durchdiskutierter und durchgesoffener Nacht: Reine Männerteams sind von der Teilnahme an Journalistenpreisen ausgeschlossen."

Nach allem, was man über die Beharrlichkeit in Redaktionen weiß, würde es einen aber auch nicht wundern, wenn das am Ende nicht dazu führen würde, dass sich dort etwas ändert, sondern lediglich dazu, dass neue Journalistenpreise ausgelobt werden, bei denen diese Regeln nicht gelten.

Aber wer weiß. Seien wir nicht allzu pessimistisch.


Butterfahrt nach Pyeongchang

Lassen wir uns einfach tragen von der Euphorie, mit der ARD und ZDF sich auf den Februar freuen. Da werden sie nämlich 230 Stunden lang live aus dem südkoreanischen Pyeongchang über die dort stattfindenden Olympischen Spiele berichten - woran zwischenzeitlich nicht nur ARD und ZDF nicht mehr geglaubt hatten.

Altpapier Kollege René Martens hat sich für die Süddeutsche Zeitung am Dienstag die Pressekonferenz in Berlin dazu angesehen und sich unter anderem mit der Frage beschäftigt, wie ARD, ZDF und Eurosport, die sich schon die Rechte teilen müssen, ihre Rollen untereinander aufteilen werden.

"Während Eurosport bereits vor zwei Wochen seine Werbekampagne zu den Spielen gestartet hat und begleitet vom Queen-Hit 'I want it all' ganz klar und ausschließlich die schönen olympischen Seiten in den Vordergrund rückt, werden ARD und ZDF vor allem daran gemessen werden, neben aller Begeisterung für die teuer erworbenen Fernsehbilder auch kritisch über Probleme wie Doping zu berichten."

In der Pressemitteilung, die von der ARD gestern auf Sportschau.de verbreitet wurde und die ein bisschen klingt, als wären redaktionsintern bereits große Mengen an Aufputschmitteln verteilt worden ("So viel Synergien wie noch nie, so wenig Vorbereitungszeit wie noch nie, so viel Medaillen wie noch nie (...)"), hat das Thema genau den folgenden Umfang.

"Die ARD wird sich während der Olympischen Winterspiele auch mit Hintergrund und Distanz dem Sport und dem Sportbusiness widmen. Der ARD-Doping-Experte Hajo Seppelt schaut bei der Olympia-Berichterstattung auch hinter die Kulissen."

Werfen wir noch mal einen Blick in den Artikel von René Martens:

"Hajo Seppelt, wichtigster investigativer Sportjournalist der ARD und das Gesicht von Geheimsache Doping, sah beim Termin in Berlin etwas verdrossen drein, und man konnte sich nicht des Eindrucks erwehren, dass ihm die Butterfahrt-Atmosphäre nicht behagte, die viele seiner Kollegen zu verbreiten versuchten."

Aber gut, verzagen wir nicht.


Taktische Nettigkeiten

Lassen wir uns tragen von der Euphorie, mit der der Verband Privater Rundfunk und Telemedien (VPRT) auf die Entscheidung des Bayerischen Rundfunks reagiert, seinen Jugendsender Puls nun doch nicht auf die UKW-Frequenz seines Klassikradios zu legen (Altpapier gestern).

"Der Duktus, in dem die Entscheidung verkündet wurde, erweckt das Gefühl, dass es weder Aufsichtsgremien noch ein duales Rundfunksystem noch einen Medienrat gibt. Sondern der BR aus sich heraus Radiowellen öffnen und schließen könne, wie es ihm beliebt",

sagt Klaus Schunk, der stellvertretende Vorsitzende des Verbands in einem Interview, das Stefan Fischer für die SZ-Medienseite mit ihm geführt hat (für 79 Cent bei Blendle). Das ist, zugegeben, sehr verhaltene Euphorie, was vor allem daran liegt, dass der Verband in der Entscheidung weniger ein Entgegenkommen als ein taktisches Manöver erkennen kann.

Klaus Schunk:

"Ich habe das Gefühl, dass die Intendanten gerade Beruhigungspillen überreichen, die eine ergebnisoffene Diskussion über die Ausgestaltung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks verhindern sollen. Dazu gehört die Ankündigung von Tom Buhrow, dass die Webangebote seines WDR weniger textlastig sein sollen. Der BR strahlt fünf reine DAB+-Wellen aus – eine deutliche Vermehrung der Programme unter dem Deckmantel der Digitalisierung. Das sehen wir sehr kritisch. Wie auch die Radiowerbung der ARD: Da fordert der VPRT eine Beschränkung auf eine Stunde täglich in einem Programm. Es braucht einen runden Tisch, an dem wir über das duale System sprechen. Die ARD-Strukturreform bedarf dringend der Klärung."

Schnitt. Wir sehen nun Christian Jakubetz kopfschüttelnd vor einer Bücherwand sitzen und eine Passage aus seinem neuesten Blogeintrag vorlesen, in dem es vor allem um den Zwist zwischen Öffentlich-Rechtlichen und Zeitungsverlagen geht, aber auch um die hier skizzierte Auseinandersetzung.

"Verlage und öffentlich-rechtliche Sender, zwei, bei denen es in den kommenden Jahren vor allem um Existenzgrundlagen und Legitimationsdebatten gehen wird – ausgerechnet die zwei also spielen Kleinkrieg gegeneinander, anstatt darüber nachzudenken, dass sie sich möglicherweise gemeinsam gegen ganz andere Bedrohungen wappnen müssten (in der Schweiz beispielweise gibt es schon ganz passable Kooperationen)."

Und falls jemand hier nun aus der Kolumne aussteigen möchte (was ich nicht hoffe), um sich ausführlich dem angerissenen Thema zu widmen, will ich nicht im Weg stehen. Dann ginge es hier lang, zu einer anderthalb Jahre alten Studie über Möglichkeiten der Zusammenarbeit zwischen Privaten und Öffentlich-Rechtlichen.


Überschuss und Unmut

Andernfalls machen wir weiter mit unserem Evergreen, der Diskussion über die Reform der Öffentlich-Rechtlichen, die mit der hier gestern schon erwähnten Schätzung der Finanzbedarfs-Ermittlungs-Kommission noch aktueller geworden ist, als sie ohnehin schon war – und die Joachim Huber für den Tagesspiegel erwartungsgemäß kommentiert.

"Der öffentlich-rechtliche Rundfunk klebt an seinem Anspruch von Omnipräsenz und Omnipotenz: alles für alle zu jeder Zeit. Da muss die nächste Beitragserhöhung schon ins Haus stehen, Überschuss hin, Überschuss her. (...) Höhere Beiträge werden ARD, ZDF und Deutschlandradio keine Zukunft sichern. Sie werden nur den öffentlichen Unmut fördern: über den Beitrag, der eigentlich eine Steuer ist, über Programme, die unverändert den 'Wir-sind-allein-auf-der-Welt'-Anspruch behaupten, über die Rundfunkpolitik, die sich immer auf die Seite der Sender und nicht der Beitragszahler schlägt."

Wie Michael Hanfelds Kommentar in der FAZ dazu ausgefallen wäre, lässt sich ebenfalls vermuten. Vielleicht hat er ihn sich deshalb gleich gespart, lediglich in einer Meldung erwähnt, dass der Rundfunkbeitrag nun doch möglicherweise nicht steigen könnte (für 45 Cent bei Blendle) und einen Kommentar zu einem anderen Thema geschrieben: den judenfeindlichen Kundgebungen inklusive Flaggenverbrennen in der Hauptstadt. Im Nachhinein muss man allerdings sagen: Vielleicht wäre er doch besser beim Rundfunkbeitrag geblieben, denn so bleibt ein etwas unglücklicher Eindruck zurück. 


In der Zeile verrutscht

In seinem Kommentar schreibt Michael Hanfeld:

"Eine demokratische Gesellschaft, ein Staat, dessen Fundament auf dem Grundgesetz ruht, darf einen solchen Rassismus nicht ignorieren, der in der Schule beginnt und sich auf der Straße austobt. Und insbesondere dürfen Journalisten das nicht, so sie ihrer Aufgabe als vermeintlich 'vierte Gewalt' gerecht werden wollen. Das allerdings verstehen nicht alle, die sich zum Berufsstand zählen, wie man auf dem Twitter-Konto des Verlegers und 'Spiegel'-Kolumnisten Jakob Augstein nachlesen kann. Nach den Hassausbrüchen in Berlin befand er es für nötig, darauf hinzuweisen, dass das Verbrennen ausländischer Fahnen 'nicht grundsätzlich verboten' sei. Man möge doch einmal einen Blick ins Strafgesetzbuch, Paragraph 104 werfen."

Stefan Niggemeier hat das getan und festgestellt, dass Hanfeld hier wohl etwas verwechselt hat, nämlich 104 § und 104a §. Am Morgen wies Niggemeier noch einmal via Twitter darauf hin, dass der Fehler in der Online-Ausgabe noch nicht korrigiert ist. Auch jetzt um 12.00 Uhr ist das noch nicht passiert, wird aber sicher gleich nachgeholt, sobald das Strafgesetzbuch in der Redaktion wieder aufgetaucht ist.

Der Sänger Morrissey dagegen darf wohl nicht mehr mit einer Korrektur rechnen. Die hätte er sich vom Spiegel gewünscht, nachdem der ein Interview mit ihm veröffentlicht hat, in dem Morrissey Dinge sagt, die er im Nachhinein doch lieber nicht gesagt hätte, unter anderem zu seiner Bereitschaft, Donald Trump unter gewissen Umständen zu töten. Via Facebook dementierte der Sänger einige Aussagen aus dem Interview und bereute es, sich auf das Gespräch mit Juliane Liebert eingelassen zu haben.

Der Spiegel hat inzwischen auf die Vorwürfe reagiert und den Mitschnitt veröffentlicht. Nachzulesen ist das Interview hier (für 39 Cent via Laterpay). Marvin Schade hat den Fall für Meedia hier dokumentiert.

Und damit nun weiter zum...


Altpapierkorb

+++ Die mir selbst bis gerade unbekannte Meinungsforschungsplattform Appinio hat herausgefunden, dass von über 2000 jungen Menschen zwischen 14 und 34 Jahren etwa die Hälfte kein großes Vertrauen in Medienseiten hat, wie Petra Schwegler für die Werben & Verkaufen berichtet. Auf der anderen Seite bedeutete das natürlich – das darf man nicht vergessen –, dass immerhin die Hälfte der Jugendlichen noch Vertrauen in Medienseiten hat, und wenn sie nun von Focus.de oder der Huffpost sprechen, ist das für mein Empfinden schon ein kleines Wunder. Wirklich bemerkenswert finde ich aber ein anderes Ergebnis: "Knapp 150 Befragte meinen, es störe sie eigentlich nichts auf den Websites." Und das führt wieder zu einer anderen Frage: Wie viel Vertrauen haben junge Menschen zwischen 14 und 34 Jahren in Meinungsforschungsplattformen?

+++ Um die Leo-Kirch-Doku im ZDF ging es schon gestern im Altpapier. Christian Meier hat sie sich für die Welt angesehen, und wem die Aussicht auf das gespoilerte Ende gestern als Leseanreiz noch nicht genügt hat, dem sei gesagt, dass man in diesem Text auch noch erfährt, welche beiden Fragen Kirch genügten, um Harald Schmidt zu seinem Sender zu holen. Harald Schmidt muss jetzt übrigens dreieinhalb Jahre nach seiner letzten Sendung wieder erleben, wie das ist, wenn man den Leuten erst mal erklären muss, von wem da überhaupt gesprochen wird. Am 26. Dezember moderiert er zusammen mit Gregor Gysi den Jahresrückblick auf n-tv. Die Berliner Zeitung kündigt ihn in ihrer Überschrift an als den "Kölner Moderator". 

+++ Stefan Niggemeier beschreibt für Übermedien, mit wie großer Leichtigkeit es der AfD gelingt, ihre Themen zu platzieren, seit sie in fast allen großen deutschen Parlamenten sitzt.

+++ Wenn man in der Redaktion von Bild.de jemanden fragt, wie man eigentlich diese kleinen Infotexte macht, die unter oder neben den Artikeln stehen, wird der möglicherweise sagen: "Na, erst kopieren. Dann einfügen." Moritz Tschermak hat fürs Bildblog einen Fall dokumentiert, in dem das dann offenbar tatsächlich auch so gemacht wurde.

+++ Die mutmaßliche Kungelposse von Ludwigshafen geht in die nächste Runde: Em Jay Eumann muss nun doch noch um seinen neuen Job als Direktor der Landesmedienanstalt in Rheinland-Pfalz bangen. Der Medienanwalt Markus Kompa, der sich ebenfalls um die Stelle beworben und nach der Wahl nicht mal gratuliert hatte, klagt nun auch noch, wie die Rheinpfalz berichtet. Kompa ist der Meinung, die Stelle hätte ausgeschrieben werden müssen. In SPD-Kreisen hofft man nun auf einen parteinahen Richter (Vermutung Altpapier).

+++ Seit einiger Zeit sind ja Magazine sehr in Mode gekommen, auf deren Titel Monat für Monat der gleiche Promi zu sehen ist. Und wenn Sophie Krause auf Zeit Online auch keine Entwarnung geben kann ­– im nächsten Jahr kommen weitere hinzu, unter anderem eines mit Eckard von Hirschhausen –, kann sie doch immerhin erklären, was dieses Format für Werbekunden so interessant macht: "Aus Marketing-Sicht hat das Hirschhausen-Heft einen weiteren Vorteil: 'Man profitiert von der Bekanntheit der Person, aber muss sich nicht binden, wie wenn es das eigene Testimonial wäre. Man ist dann nur einer von vielen Anzeigenkunden im Heft.' Ein eigenes Testimonial (...) habe aus Unternehmenssicht den Nachteil, dass es auch für andere Produkte werben oder Negativschlagzeilen machen könne. All das übertrage sich auf eine Marke."

+++ Die Filmindustrie hat im Streit um die Möglichkeit, Filmrechte weiterhin in jedem Land einzeln zu verkaufen, einen Teilsieg erzielt, wie unter anderem Christoph Fuchs für die Süddeutsche Zeitung berichtet. Man wird die Meldung "Dieses Video ist in ihrem Land nicht verfügbar" also vermutlich erst mal nicht los.

+++ Und noch ein kleiner Nachtrag zum Männerüberschuss, leider gerade erst gesehen: Boris Rosenkranz hat für Übermedien 1Live-Musikchef Andreas Löffler die Frage gestellt, warum beim Musikpreis 1Live-Krone unter acht Preisträgern keine Frau war – oder warum es überhaupt weniger weibliche Popstars gibt. Es scheint ein großes Rätsel zu sein. Löfflers Antwort: "Ich finde das total schwierig zu beantworten, deshalb waren wir auch froh, dass wir diese Sendung gemacht haben, weil vor allem auch Judith Holofernes eine Meinung dazu hat. Das war hochinteressant: Sie sagte, sie habe ein Casting gemacht, weil sie eine Frau für ihre Tourband suchte. Aber sie ist daran verzweifelt! Sie habe noch gerade so jemanden finden können, dabei dachte sie erst, es könne doch nicht so schwer sein. War es aber. Wenn junge Frauen anfangen, Musik zu machen, muss da irgendwo ein Haken sein, den ich nicht nachvollziehen kann, weil wir als Medium erst das fertige Produkt auf dem Tisch haben. Wir unterhalten uns seit Jahren mit Plattenfirmen darüber. Die finden das auch nicht gut, und vielleicht wird es zu wenig versucht, aber man kann nicht einfach irgendeinen weiblichen Act durchdrücken, der danach total floppt und bei wirklich niemandem eine Relevanz hat. Das wird nicht gelingen, auch wenn man den Song 100.000 Mal im Radio spielt."

+++ Aimen Abdulazis-Said berichtet für das NDR-Medienmagazin "Zapp" über den Tagesspiegel-Redakteur Jost Müller-Neuhof, der vom BND gerne wissen möchte, mit welchen Journalisten der BND Hintergrundgespräche führt und in erster Instanz Recht bekommen hat, was an der bislang üblichen Praxis einiges ändern könnte. 

+++ Und zum Abschluss: Stephan Dörner hat gestern getestet, was aus der Domain www.netzeitung.de geworden ist, auf der das Altpapier vor 17 Jahren geboren wurde. Und na ja, testen Sie es selbst.

Neues Altpapier gibt es am Donnerstag.

Offenlegung:
Ich schreibe für BILDblog eine Kolumne und gelegentlich Texte für Übermedien.