Collage zur Medienkolumne Das Altpapier vom 20. Dezember 2018: Ein Cover der Zeitrschrift "Der Spiegel" mit dem Portrait eines Mannes (Claas Relotius) darüber der Effekt einer zerbrochenen Glasscheibe.
Bildrechte: MEDIEN360G / dpa / panthermedia

Das Altpapier am 20. Dezember 2018 Die Banalität der Realität

Auch der Journalismus hat seine Felix Krulls. Dennoch wäre es zu einfach, Claas Relotius als den ultimativen Bösewicht darzustellen. Schädigt der Starkult den Journalismus? Und brauchen wir weniger Shakespeare und mehr Banalität? Ein Altpapier von Nora Frerichmann.

Collage zur Medienkolumne Das Altpapier vom 20. Dezember 2018: Ein Cover der Zeitrschrift "Der Spiegel" mit dem Portrait eines Mannes (Claas Relotius) darüber der Effekt einer zerbrochenen Glasscheibe.
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Hunter S. Thompson wäre vielleicht sogar stolz auf Claas Relotius gewesen. Aber dafür hätte er von Anfang an erklären müssen, dass Realität und Fiktion in seinen Artikeln ineinander übergehen.

Sie werden es längst wissen: Der mit Preisen überhäufte Spiegel-Redakteur (vier Deutsche Reporterpreise, den Peter Scholl-Latour-Preis, Konrad-Duden-, Kindernothilfe-, Katholischer Medienpreis, CNN-Journalist of the Year, European Press Prize, die Liste ginge noch weiter) hat sich wohl zu sehr an dem Mann’schen Hochstapler Felix Krull orientiert.

Der 33-Jährige habe zugegeben, journalistische Grundsätze bewusst ignoriert, Texte mit Unwahrheiten gepimpt zu haben, heißt es bei Spiegel Online:

"Er hat beispielsweise viele der Protagonisten nie getroffen oder gesprochen, von denen er erzählt und die er zitiert. Stattdessen stützten sich seine Schilderungen seinen Angaben zufolge unter anderem auf andere Medien und Filmaufnahmen. So entstanden Charakter-Collagen real existierender Figuren, denen Relotius zusätzlich eine fiktive Biografie andichtete. Außerdem erfand er Dialoge und Zitate."

Und:

"Alle Quellen sind trüb. Vieles ist wohl erdacht, erfunden, gelogen. Zitate, Orte, Szenen, vermeintliche Menschen aus Fleisch und Blut. Fake",

schreibt Ullrich Fichtner, Bald-Chefred beim Spiegel.

Ich bin allerdings etwas enttäuscht von der Bild-Reaktion:

"Bis zu 55 Artikel manipuliert - Fälschungsskandal beim 'Spiegel'"

Da wär doch noch mehr drin gewesen: Der Spiegel selbst schreibt, seit 2011 habe Relotius knapp 60 Texte für das Magazin und Onlineportal geschrieben. Hinzu kommt seine freie Arbeit für Cicero, Financial Times Deutschland, NZZ, Tagesspiegel, taz, Süddeutsche Zeitung, Welt, Weltwoche, Zeit, Frankfurter Allgemeine. Laut Spiegel sind aber erstmal 14 Artikel betroffen, Relotius habe das zugegeben. Alles Weitere werde "eine Kommission aus erfahrenen internen und externen Personen" klären, die Hinweisen auf Fälschungen nachgehen sollen. Die Ergebnisse sollen öffentlich gemacht werden.

Geschichtenkult

Die Nachricht war für viele Medienmenschen sicher erstmal ein Schock, vor allem wahrscheinlich für die Kolleginnen und Kollegen beim Spiegel. Wie es bisher aussieht, hatte der 33-jährige Relotius keine Mitwisser und an der Ericusspitze tut man einiges, um das eigene Image nicht rettungslos in der Jauchegrube namens Vertrauens- und Gesichtsverlust versinken zu sehen:

"Wie schmerzlich der Fall für den 'Spiegel' und wie bedeutend er für das Selbstverständnis der Redaktion ist, merkt man der umfangreichen und detaillierten Darstellung in eigener Sache an",

schreibt Michael Hanfeld auf der FAZ-Medienseite, David Denk und Angelika Slavik an ebenjener Stelle in der SZ:

"Der Journalismus steht unter immensem Druck, seine Glaubwürdigkeit zu beweisen und zu verteidigen, was die schnelle, entschiedene und schonungslose Aufarbeitung der Spiegel-Redaktion erklärt."

Damit ist wohl die PK gemeint, bei der der Spiegel gestern Mittag über den Fall informierte und die umfangreiche Berichterstattung des Spiegels "in eigener Sache". In einem Longlonglongread beschreibt Fichtner die Ereignisse, zitiert aus dem Geständnis Relotius', überlegt, wie es trotz der akribischen Dokumentationsabteilung des Hauses zu solchen Täuschungen kommen konnte – das alles im typischen Spiegel-Reportage-Stil.

Das Echo darauf ist geteilt:

 "Als positiv hebt der DJV-Vorsitzende (Anm. Altpapier: Frank Überall) die Informationsoffensive des 'Spiegel'-Chefredakteurs hervor: 'Ullrich Fichtner macht die unglaublichen Vorgänge öffentlich. Das ist ein wichtiger erster Schritt'",

heißt es in einer DJV-Mitteilung. Bei Twitter freut sich der ein oder andere, wie "spannend" die Erklärung aufbereitet sei. Die Inszenierung dieser "Darstellung in eigener Sache" hat aber nicht nur Fans sondern auch Kritiker, ihr prominentester ist wohl Stefan Niggemeier. Bei Übermedien schreibt er über seine eigene Zeit bei dem Nachrichtenmagazin:

"Als ich für den 'Spiegel' gearbeitet habe, vor sechs, sieben Jahren, hatte das Gesellschaftsressort (Anm. Altpapier: hier war Relotius tätig) den Ruf, es im Zweifel nicht zu übertreiben mit der Wahrheitsliebe. Gemeint waren damit sicher keine Fälschungen und Erfindungen, aber Verdichtungen, Zuspitzungen, kreative Freiheiten. Die Unterstellung lautete: Das wichtigste Ziel sei es, die bestmögliche, dichteste, begeisterndste Geschichte zu erzählen, nicht unbedingt die genaueste."

Er kritisiert:

"die Art, wie Fichtner den Fall aufschreibt und daraus eine 'Spiegel'-Geschichte macht, spricht dafür, dass er gar nicht erkannt hat, wie sehr gerade das Geschichten-Erzählen ein Problem in diesem Fall ist." (…) "Er hat es nicht geschafft – oder nicht versucht – eine nüchterne Aufbereitung zu schreiben. Es musste wieder eine Geschichte werden."

Und der taz- und SZ-Autor Quentin Lichtblau fragt sich bei Twitter:

"Miese Sache, aber ist der Ton dieser Geschichte ('Glanz und Elend im Leben des Claas Relotius') nicht auch bezeichnend für den seltsamen Anspruch, aus jedem Text eine Tragödie Shakespearschen Ausmaßens machen zu wollen?"

"Kurz vor dem Ende seiner Karriere kommen sich Glanz und Elend im Leben des Claas Relotius einmal ganz nah",

schreibt Fichtner z.B. zu Beginn des Textes über den ehemaligen Kollegen (Relotius hat mittlerweile gekündigt) und die Darstellung, wie Spiegel-Autor Juan Moreno die Täuschungen zu ahnen begann, nennen mir es mal reportagisiert. Niggemeier kritisiert:

"Das ist eine typische 'Spiegel'-Geschichten-Konstruktion. Sie lädt eine zeitliche Koinzidenz – eine Mail, die am selben Tag eintrifft, an dem Relotius auch einen Preis bekommt – mit Bedeutung auf. Und sie berauscht sich an einer Fiktionalisierung: Fichtner nimmt vorweg, dass mit dieser Enthüllung die Karriere von Relotius zuende ist."

Was wohl sehr wahrscheinlich ist, aber eben bisher nicht definitiv. Dabei ist es wohl nicht nur der Spiegel, bei dem eine solche Kultur herrscht. Klebt der Journalismus zu sehr an guten Geschichten? Ist uns in den Redaktionen die Realität wie sie ist, oftmals einfach zu banal?

Kein ultimativer Bösewicht

Dass der Fall auch abseits der Ericusspitze Journalistinnen und Journalisten so besonders traurig, wütend und fassungslos macht, ist nur verständlich. Viele sind wütend auf so einen Fälscher und Betrüger, der die ganze Branche in Verruf zieht.

Gerade in Zeiten, in denen man sowieso das Gefühl hat, sich bei jedem Familienfest, bei jedem zweiten Kneipenbesuch, in sozialen Medien rechtfertigen zu müssen für seinen Job und immer wieder versucht zu erklären, dass "die Medien" nicht vorsätzlich manipulieren, gelenkt werden und Lügen verbreiten, steckt da jede und jeder von uns emotional wohl ziemlich tief drin. Relotius jetzt aber als den ultimativen Bösewicht-Journo zu inszenieren, wäre zu einfach.

Sicherlich hat er hier völlig falsch gehandelt, gelogen, betrogen und die Lebensgeschichten von Menschen auf üble Art ausgebeutet und verfremdet. Aber es lohnt sich auch, den Blick auf die Umstände zu werfen, die solches Handeln ermöglichen und womöglich befeuern. Bei der Welt schreibt Christian Meier:

"Der Fall Relotius ist im negativen Sinne spektakulär, wobei bestürzend vermutlich das bessere Wort ist. Denn der junge Reporter, den Kollegen als bescheiden, zurückhaltend und höflich beschreiben, war nicht irgendein Nachwuchsjournalist in der Redaktion. Der junge Mann war vielmehr so etwas wie ein Star. Ein 'Idol seiner Generation', wie es Ullrich Fichtner aus der Chefredaktion des Nachrichtenmagazins schreibt. Denn Relotius’ Reportagen waren fast immer spektakulär, extrem gut komponiert und geschrieben – und gewannen darum Journalistenpreise in Reihe."

Es scheint, als sei Relotius genau dieser Starkult zum Verhängnis geworden. Denn laut Fichtner war es wohl nicht unbedingt Sensationslust, sondern auch Versagensängste, die Relotius antrieben:

"Während seines Geständnisses am Donnerstag sagte Relotius wörtlich: 'Es ging nicht um das nächste große Ding. Es war die Angst vor dem Scheitern.' Und 'mein Druck, nicht scheitern zu dürfen, wurde immer größer, je erfolgreicher ich wurde.'"

Er erwähnte laut Spiegel auch, "krank" zu sein und sich "helfen lassen" zu wollen.

Auf individueller Ebene zeigt sich hier wohl ein Mensch, der mit dem Erfolgsdruck scheinbar nicht umgehen konnte. Auf Branchenebene kann man sich aber auch die Frage stellen, ob ein Medienbetrieb, der sich selbst mit so vielen Preisen bedenkt, in Rankings feiert und  sein eigenes Handwerk teilweise so hochlobt, dass der Sinn für das Wesentliche verloren geht, in diesem Punkt nicht auch etwas selbstkritischer werden und sich zurückbesinnen muss auf seine Aufgabe: "Sagen, was ist", um Rudolf Augstein zu zitieren, auch wenn es eben keine gute Geschichte ist, sondern erstmal unstimmig aussieht.

Michele Anderson and Jake Krohn aus Fergus Falls, einer US-Stadt aus Relotius' Geschichte "In einer kleinen Stadt", sehen sich als Opfer einer solchen Selbstüberhöhung. Die beiden Freunde haben elf Fantasien und Dichtungen des Journalisten über ihre Heimat nachrecherchiert und die Ergebnisse bei Medium.com veröffentlicht. Abgesehen von den interessant ausgedröselten Details (Kurzer Einwurf noch: keep in mind, dass bei Medium.com praktisch jeder veröffentlichen kann. Beurteilen möchte ich die Belastbarkeit aus der Entfernung nicht) schreibt Anderson im Vorwort:

"I know I’m not the only rural advocate and citizen that is wary about the anthropological gaze on rural America in the wake of the 2016 elections, and has struggled with how or whether to respond to the sudden attention and questions, when before we really didn’t matter to mass media at all. Suddenly we do matter, but only because everyone wants to be the hero pundit that cracks the code of the current rural psyche. There are only two things those writers seem to have concluded or are able to pitch to their editors — we are either backwards, living in the past and have our heads up our asses, or we’re like dumb, endearing animals that just need a little attention in order to keep us from eating the rest of the world alive.”

Blenden und blenden lassen

Eine wichtige Frage ist auch: Welche Strukturen braucht es in Redaktionen, um solche Manipulationen zu verhindern? Das fragt sich wohl auch der Fichtner:

"Dass es Relotius gelingen konnte, jahrelang durch die Maschen der Qualitätssicherung zu schlüpfen, die der SPIEGEL in Jahrzehnten geknüpft hat, tut besonders weh, und es stellt Fragen an die interne Organisation, die unverzüglich anzugehen sind."

Wenn Niggemeier schreibt:

"'Claas Relotius hat alle geblendet', schreibt Ullrich Fichtner. Das stimmt. Aber wie gern sich alle von ihm blenden ließen!",

spricht er aber auch den Redaktionen und Medienhäusern eine Mitverantwortung zu. Das geben die Bald- bzw. Noch-Spiegel-Chefredakteure Steffen Klusmann und Dirk Kurbjuweit heute Morgen auch zu:

"Er hat betrogen, wir haben uns betrügen lassen, die Chefredaktion, die zuständige Ressortleitung und Dokumentation. Wir waren immer stolz auf unser System der vielen Absicherungen, dass die Texte von so vielen Augen gelesen werden."

Allerdings ziehen sie sich trotzdem ein Stück weit aus der Verantwortung, wenn sie schreiben:

"Claas Relotius hatte offenbar das Gefühl, unseren Erwartungen nicht gerecht werden zu können mit guten und sehr guten Geschichten. Sie mussten exzellent sein. Wir haben ihm diesen Eindruck nie vermittelt, waren aber natürlich stolz über die enorme Resonanz auf seine Geschichten und über die vielen Preise, die er gewonnen hat."

Aber wenn Medienhäuser ständig auf der Jagd sind nach der besten Geschichte und den renommiertesten Preisen, vernachlässigen wir mit der Berichtersattung wohl oder übel die komplexe Banalität der Realität. Oder wie FAZ-Redakteur Reinhard Bingener es etwas eleganter bei Twitter formuliert:

"Die Wirklichkeit liebt es nicht, sich als 'Geschichte' zu präsentieren, dafür ist sie nämlich meist viel zu banal. Ist aber offenbar schwer zu akzeptieren."

Bei einer Qualitätskontrolle darf es also nicht nur um Faktenchecker und Dokumentationsabteilungen gehen, sondern auch um Redaktions-Kulturen: den Stellenwert guter Geschichten, das Scheitern. Fichtner schreibt über die Fergus-Falls-Recherche von Relotius:

"Der Plan geht schief, und solche Dinge passieren im Journalismus dauernd. Relotius findet keine Protagonisten, mit denen er etwas anfangen kann, er findet keinen Zugang zum Stoff. Er schreibt E-Mails nach Hause, auch an Kollegen, dass er auf dem Schlauch steht, dass er nicht weiterkommt. Er gerät in eine Situation, die jeder Reporter kennt: Es gibt einfach keine Geschichte, es lässt sich keine finden. In solchen Fällen müssen rasche Entscheidungen her: Abbrechen oder weitermachen?"

Das ist sicher auch eines der Probleme, vor denen jeder schon mal stand. Dahinter stehen nicht nur wirtschaftliche Faktoren (Kann ich verantworten, dass die Redaktion das Geld für die bisherige Recherche einfach versenkt hat? Kann ich es mir als Freie*r überhaupt leisten, abzubrechen?), sondern natürlich auch der eigene Stolz und der eigene Ruf und der Umgang mit einem solchen Scheitern in den Redaktionen. Das ist ein blinder Fleck, an dem noch gearbeitet werden muss.

Der/die Beste, Schlauste, Ausgezeichnetste sein zu wollen (egal ob als Einzelperson, als Redaktion oder Medienhaus) ist sicherlich nicht nur ein Merkmal von Journalisten, sondern auch von Gesellschaften, wahrscheinlich ein grundsätzlich menschliches Merkmal. Aber Journalist*innen stünden in der Pflicht, dem am ehesten zu widerstehen: Denn eigentlich geht es ja nicht um uns, es geht um eine Vermittlung von Realität(en).

Altpapierkorb (Facebook, Sexismus, Medienkompetenz von Politikern)

+++ Facebook kooperiert wohl noch stärker mit Drittfirmen, als bisher angenommen. Die New York Times berichtet über Sonderregelungen einiger Firmen, die scheinbar auf persönliche Nachrichten und Posts zugreifen konnten und die teilweise mehr Daten absaugen konnten als Cambridge Analytica (Gedankenstütze hier im Altpapier). Auf Deutsch gibt’s das Ganze u.a. beim Spiegel.

+++ Deutschlandfunks "@mediasres" hat Betrugsfälle im Journalismus zusammengetragen. Anlass ist natürlich #Relotius.

+++ Gabor Steingart (ehemals Spiegel und Handelsblatt) hat für sein "Morning-Briefing" u.a. ein Relotius-Interview von 2015 ausgegraben.

+++ Sexismus in der Sportberichterstattung: Wen wundert’s, oder? Nein, verdammt nochmal, einfach nein. Nach den abwertenden Kommentaren eines Sport1-Mannes über eine Darts-Sportlerin fordert Jakob Biazza bei der Süddeutschen ein Ende des Schulterzuckens und ein grundlegendes Umdenken im Sport: "Man kann nun natürlich Konsequenzen gegen den Experten fordern. Es wäre nicht übertrieben, ihn bei Sport 1 nicht mehr einzuladen. Aber das reicht nicht. Es werden immer weiter Shumways heranwachsen, und mehr Menschen, die Kommentatorinnen als "Donnerfotze" verunglimpfen, wenn die Verantwortlichen, die Teams und ja, auch die Fans im Sport nicht endlich anfangen, Bilder, Codes und Sprache zu verändern. Grundlegend. Und offensiv."

+++ Das Bundesverfassungsgericht hat entschieden: Boris Becker hatte keinen Anspruch auf Gegendarstellung bei der Bild-Schlagzeile, laut der er das Haus seiner Mutter verpfändet haben soll, berichtet Meedia.de. Auch Bild selbst schreibt darüber.

+++ In seiner ersten Vodcast-Folge "Irgendwas mit Medien" von Martin Fuchs und Tino Gerbert geht es um Medienkompetenz: "Nicht die Medienkompetenz von Schülern, die so gerne gefordert wird, auch nicht die von uns Bürgern und Lehrern, die so gerne in den Sonntagsreden postuliert wird und gewünscht ist. Sondern heute geht es um die Medienkompetenz von Politiker*innen."

+++ Das ZDF jubelt über seine Mediathek, sie sei "erfolgreichstes Senderangebot im Netz". In der gewohnt öffentlich-rechtlich-umständlich formulierten Meldung ("Die drei Teile von 'Ku'damm 59' mit insgesamt 5,33 Mio. Sichtungen und die erneut stark abgerufene erste Staffel 'Ku'damm 56' mit insgesamt 2,39 Mio. Sichtungen stießen auf hohes Interesse. Die Thrillerserie 'Bad Banks' konnte ebenfalls reüssieren: Die sechs Folgen generierten 6,40 Mio. Sichtungen.") gibt es aber keinen Hinweis und keine Vergleichszahlen, ob das im Vergleich zu anderen Medien tatsächlich so ist.

Neues Altpapier gibt’s wieder am Freitag.

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1 Kommentar

20.12.2018 21:33 Willi 1

Ein sehr bedauernswerter Vorfall von Lügenjournalismus und ein Schlag ins Gesicht aller Medienvertreter, die jahrelang vorbildlich und objektiv berichten. Sicher auch dem Sensationswahn und der damit verbundenen Auflagensteigerung geschuldet. Man kann nicht ausschließen, dass es noch weitere Vertreter dieser Klientel gibt, die es mit der Berichterstattung nicht so genau nehmen. Dabei müssen es nicht einmal Lügen sein, bestimmte Formulierungen oder das Weglassen von Teilinformationen, können dem Leser durchaus einen anderen Blickwinkel auf eine betreffende Nachricht vermitteln. Interessant wäre, wie sich der Mitinhaber des "Spiegels" Jacob Augstein dazu positioniert. Der hat doch in jeder Talkshow immer den Saubermann herausgekehrt und alle, die medienkritische Äußerungen zur Flüchtlingspolitik machten, gleich in die rechte Ecke gestellt oder als von der AFD manipuliert bezeichnet . gnadenlos beschimpft. Dem gönne ich die Pleite!!!