Collage zur Medienkolumne Das Altpapier vom 9. Januar 2019: Ein stilisierter Kopfumriss mit einer sich zersetzenden Wolke um Leere darzustellen.
Bildrechte: Collage MEDIEN360G/Panthermedia

Das Altpapier am 9. Januar 2019 Detox vom Doxing

Tag eins nach Robert Habecks Social-Media-Ausstieg. Große Überraschung: Die Demokratie steht noch. Frage nun: War der Schritt doch vielleicht genau richtig? Wie schlimm steht es um Julian Reichelt? Und: Harald Schmidt zeigt Haltung. Ein Altpapier von Ralf Heimann

Collage zur Medienkolumne Das Altpapier vom 9. Januar 2019: Ein stilisierter Kopfumriss mit einer sich zersetzenden Wolke um Leere darzustellen.
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Um zum Ausdruck zu bringen, dass etwas über die Jahre unentbehrlich geworden ist, sagen Menschen in Deutschland gern, etwas sei nicht mehr wegzudenken. Das stimmt zwar insofern, als dass es praktisch unmöglich ist, etwas aus dem Kopf verschwinden zu lassen, an das man gerade erinnert hat (Denken Sie jetzt NICHT an ein goldenes Steak!). Allerdings gilt das vor allem für den Moment. Hinterher stellt man oft fest: Es ging schon, es war sogar erstaunlich leicht. Man hat es einfach vergessen.

In diesem Satz kommt die menschliche Tendenz zum Ausdruck, sich nur schwer vorstellen zu können, dass es auch einfach anders gehen könnte.

Im gestern schon ausführlich im Altpapier diskutierten Fall Habeck warf man dem Grünen-Parteichef etwa vor, er erweise der demokratischen Kultur mit seinem Rückzug keinen Dienst. David Hugendick schreibt bei Zeit Online, diesen Vorwurf könne man "nur ernsthaft erheben, wenn man Twitter und Facebook für systemrelevante, geradezu staatstragende Einrichtungen hält, die den Fortbestand der Demokratie und ihrer Kultur sichern".

Um sich zu vergegenwärtigen, dass es auch anders geht, muss man nicht mal an vergangene Zeiten und vergangene Bundesregierungen denken. Angela Merkel zum Beispiel gelingt es schon seit Jahren auf magische Weise, sich ohne privaten Twitter-Account an der Macht zu halten, ohne durch ihre Abstinenz nennenswerten Schaden an der demokratischen Kultur anzurichten. Wobei man fairerweise sagen muss, dass sie mit Steffen Seibert und seiner Redaktion im Bundespresseamt einen Neuland-Korrespondenten unterhält, der möglicherweise – man weiß es nicht – vor dem Frühstück ein detailliertes Briefing über die aktuellen Geschehnisse bei Twitter verfasst, auf den die Kanzlerin dann wahlweise mit bissigen Kommentaren oder mit Gelächter reagiert, die Seibert dann seinerseits wahlweise twittert – oder nicht. 

In einem der aktuellen Briefings könnte zum Beispiel dieser Tweet von Kevin Kühnert gestanden haben:

"#Habeck|s Rückzug von #Twitter und FB kann man finden, wie man will. Aber können bitte alle, die sich deshalb um wehrhafte #Demokratie im Netz sorgen, auch mal ihre drölftausenden Mandatsträger*innen in den Blick nehmen, die aus Prinzip den Dialog im Netz seit Jahren verweigern?"

Die Gruppe dieser Politiker (oder jene, die es werden wollen) adressiert Thomas Knüwer in seinem Blogpost "Robert Habecks Twitter-Rückzug: ein Abbild des Fehlers deutscher Eliten":

"Robert Habeck verhält sich so, wie es das deutsche Bildungsbürgertum seit 20 Jahren tut. Dieses ganze Digitalzeugs ist schwer, macht Arbeit, konfrontiert einen mit Personen außerhalb der eigenen Filterblase. Das ist anstrengend. Und deshalb mag man nichts damit zu tun haben, 'ich bin nicht auf Facebook', 'mein Kind kriegt kein Handy'."

Knüwer argumentiert, Habeck habe sich zu sehr von der Twitter-Öffentlichkeit treiben lassen und sieht darin eher einen Kompetenzmangel als eine Lösungsstrategie:

"Die richtige Herangehensweise wäre gewesen, seine eigene Zeit am Bildschirm zu beschränken. (…) Und dann sollte er seine Accounts übertragen an ein Team, das für ihn filtert, verwaltet und dort reagiert, wo es sinnvoll erscheint. Wenn dies professionell passiert, entsteht einerseits ein echter Debattenkanal – andererseits ein Kommunikationsweg für Bürger."

Grundsätzlich sehe ich das ganz ähnlich wie Thomas Knüwer, aber in diesem Fall dann doch nicht so ganz. Natürlich gibt es die Gruppe der Politiker, die sich damit brüsten, mit diesem ganzen Digitalzeugs weiterhin nichts zu tun haben zu müssen, und natürlich liegt die Verantwortung für Deutschlands Letztplatzigkeit in Sachen Digitalisierung auch bei ihnen.

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) könnte man diese Haltung unterstellen. Die Agentur epd zitiert ihn aktuell mit den Worten (hier in den Stuttgarter Nachrichten): "Das Zwitschern der Vögel im Frühjahr ist mir wichtiger, als dass ich selber twittere."

Robert Habeck aber erkenne ich in dieser Reihe nicht. Das belegt vielleicht auch die folgende dpa-Meldung von gestern, 16.12 Uhr: "Grünen-Chef Habeck bleibt vorerst auf Instagram", die es, wenn ich gerade nichts übersehe, leider nicht ins Netz geschafft hat (warum nur?). 

Twitter Blasenhaftigkeit

Ich glaube eher, dass David Hugendick hier richtig liegt, wenn er im oben schon zitierten Text schreibt:

"Die aktuelle Debatte sagt möglicherweise weniger über Habeck als über eine (Medien-)Öffentlichkeit, die nicht mehr anders kann, als jede soziale und politische Praxis durch das Prisma des Internets anzuschauen."

Anders gesagt: Vielleicht glaubt die politische Medienöffentlichkeit, von außen Twitters Blasenhaftigkeit zu erkennen und zieht daraus den Schluss, dass es wohl kaum anders geht, als sich in diese Blase zu begeben, wenn man eine Rolle spielen möchte, übersieht dabei aber eine andere Blase – nämlich die, in der sie selbst sitzt. Und zumindest, wenn es um Twitter geht, ist diese Blase gemessen an der Gesamtbevölkerung immer noch verhältnismäßig klein.

Hugendicks Deutung lautet:

"Inzwischen können soziale Medien selbst auf eine Geschichte zurückblicken, aus der jeder seine Schlüsse ziehen kann. Sie ist voller Brüche und negativer Erfahrungswerte, verworfener Annahmen, haltlos twitternder US-Präsidenten und anderen retardierenden, besorgniserregenden Elementen, zu denen auch der aktuelle Datendiebstahl gehört."

Und, um es noch einmal zu betonen, wie es auch der Altpapier-Kollege Christian Bartels im Altpapier gestern getan hat, Habeck sagt nicht: In Zukunft halte ich mich von allem fern, was mit dem Internet zu tun hat. Er kündigt lediglich an, sich an bestimmten Orten nicht mehr an Diskussionen zu beteiligen.

Der Politikberater Mathias Richel sagt im Meedia-Interview mit Stefan Winterbauer:

"Meiner Einschätzung nach wird Folgendes passieren: Die persönlichen Accounts werden inaktiv bleiben. Er wird den persönlichen Robert Habeck dann aber auf den Parteikanälen zeigen. Da wird er stattfinden in Formaten, die ihn auch authentisch zeigen. Aber dann mit redaktioneller Betreuung."

Für strategisch klug hält er Habecks Ankündigung nicht:

"Das war wohl eine sehr menschliche Entscheidung über die man vielleicht noch einmal zwei, drei Nächte hätte schlafen sollen."

Ein anderer Politikberater, Martin Fuchs, verweist im Interview mit Tobias Schulze für die taz darauf, dass Twitter für ihn zwar "das wichtigste Instrument in der politischen Kommunikation in Deutschland" sei, sagt aber auch:

"Ich finde es (…) ein spannendes Experiment, es mal ohne persönlichen Twitter-Account zu probieren."

Beide Interviews sind interessant, und beide Berater argumentieren schlüssig. Allerdings muss man unweigerlich an Markus Feldenkirchens Buch "Die Schulz-Story" denken, an dessen Ende vor allem die Erkenntnis steht: Hätte er mal nicht so viel auf die Berater gehört und es einfach so gemacht, wie er es selbst für richtig hielt.

So alleine ist Habeck übrigens gar nicht mit seiner Entscheidung, auf Twitter-Diskussionen generell zu verzichten. Sascha Lobo, dem man jetzt nicht unbedingt fehlende Digitalkompetenz unterstellen würde, schreibt auf seiner Internetseite:

"Ab und zu diskutiere ich auf Facebook aber über die Einträge (auf Twitter prinzipiell nicht)."

Der Dan-Brown-Kosmos

Jetzt würde ich Sie gern mit einem vollkommen neuen Thema überraschen. Das geht aber leider nicht, denn wir müssen noch ein weiteres Mal über den Datenklau (zuletzt im Altpapier gestern) sprechen, allerdings vermutlich vorerst zum letzten Mal, denn die ganze Geschichte ist, wie Sie wahrscheinlich gesehen haben, mit einem netten Twist zu Ende gegangen.

Falls Sie noch nichts gehört haben, gibt dieser Text von Kai Biermann und Karsten Polke-Majewski bei Zeit Online einen guten Überblick.

Jedenfalls: Nachdem "Bild"-Chef Julian Reichelt im Podcast von Gabor Steingart gesagt hatte:

"Ich glaube, was relativ klar ist: Das waren nicht ein oder zwei Jungs, die bei Pizza und Cola light im Keller gesessen haben, bisschen Computerspiele, bisschen Youtube und dann bisschen was gehackt haben und das dann aufbereitet haben. Das muss eine größere Struktur gewesen sein",

stellt sich nun heraus: Es waren tatsächlich nicht zwei Jungs, die bei Pizza und Cola light im Keller gesessen haben, sondern nur einer. Moritz Tschermak befasst sich bei Bildblog ausführlich mit den Mutmaßungen, Fehldeutungen und Verschwörungstheorien, die Reichelt in den vergangenen Tagen in Umlauf gebracht hat.

Im Nachhinein sind die Zitate wenig aufschlussreich, wenn es um den Datenklau geht, dafür aber sehr, wenn man einen Eindruck davon gewinnen möchte, in welchem Dan-Brown-Kosmos Reichelt sich bewegt. Zuvor hatte sich bereits Ben Hoffmann im Bildblog mit dem Russland-Fetisch der "Bild"-Investigativ-Redaktion befasst. Alles in allem muss man sagen: Es erinnert eher an Slapstick als an Journalismus.

Das soll nicht bedeuten, dass wir alle vor russischen oder anderen Geheimdiensten sicher wären, im Gegenteil. Lorenz Hemicker und Anna-Lena Ripperger schreiben dazu in der FAZ:

"Wenn sich ein zwanzig Jahre alter Heranwachsender mit angeblich durchschnittlicher Begabung im Internet mühelos genug Wissen aneignen kann, um ein solches Datenleck zu verursachen – wie groß müssen dann die Gefahren aus den digitalen Sphären sein, denen sich die Gesellschaften heutzutage ausgesetzt sehen?"

Eine interessante Perspektive zum Fall gibt der IT-Blogger Felix von Leitner (alias Fefe), mit dem Stefan Winterbauer für Meedia gesprochen hat.

Von Leitner sieht Politiker hier nicht nur als Opfer, er glaubt, dass der Datenklau durch falsche politische Entscheidungen überhaupt erst möglich wurde: Von Leitner sagt:

"Jede Ebene des Problems ist entweder ungelöst oder wird aktiv in die falsche Richtung optimiert. Wir haben das falsche Ziel vorgegeben, wir erheben sinnlos Daten, wir speichern sie unsicher in der Cloud, und unsere Software ist auch unsicher. Aber auch das greift noch zu kurz. Es sind nicht Fehler in der Umsetzung, es sind Fehler in der Zielsetzung! Die Politik verkündet seit Jahren Slogans wie 'Daten sind das Öl des 21. Jahrhunderts' — trotz Datenschutz und Privatsphäre und obwohl das Bundesverfassungsgericht ihnen aus Mangel an Respekt vor der Intimsphäre der Menschen ein Gesetz nach dem anderen zerreißen musste. (…) Du kannst nicht die Opferrolle für dich einfordern, wenn du selbst Täter bist. Hört auf, Daten über mich zu sammeln; dann habe ich auch Mitleid, wenn jemand eure Daten sammelt."

Der ganze Text ist sehr lesenwert. Und wenn man direkt danach etwa in diesem Text in der Werben & Verkaufen die Ankündigung liest:

"Die Bundesregierung will aus dem Fall Konsequenzen ziehen und die Cyber-Sicherheit verbessern. Dazu soll in den nächsten Monaten unter anderem ein "Cyber-Abwehrzentrum plus" geschaffen werden",

klingt das jedenfalls für mich eher nach der üblichen kompetenzsimulierenden Beruhigungspille als nach einer echten Lösung. Aber warten wir ab.

Relotius und die Katzenohren

Kommen wir noch schnell zum unvermeidlichen Fall Relotius. Auf Drängen der SZ hat das Reporter-Forum nun die prämierten und nominierten Texte von der Seite genommen, berichtet Kurt Sagatz für den Tagesspiegel.

Schon davor hatte Götz Aly in der Berliner Zeitung kritisiert, dass nun viele Informationen einfach gelöscht würden, die nötig wären, um sich ein vollständiges Bild zu machen:

"Die Tatsache, dass die Namen der Laudatoren, die Jury-Begründungen und die Lobreden auf den Preisträger Relotius aus dem Internet getilgt sind, finde ich antiaufklärerisch."

Darüber kann man sicherlich diskutieren. Im Nachhinein darauf zu verweisen, dass einem selbst der einzige Text von Relotius, den man jemals gelesen habe, gleich seltsam vorgekommen sei, wie Aly es hier tut, wirkt auf mich allerdings doch recht eitel. Und wo wir schon über Eitelkeit reden, kommen wir auch noch schnell zu Harald Schmidt, der im Interview mit Oliver Jungen auf der FAZ-Medienseite (€) die Diskussion um gefälschte Texte und Zitate ebenfalls kommentiert:

"Meine Haltung ist jedenfalls ganz klar: Gut geschrieben geht vor letzter Wahrheit. Ich habe noch nie was von Relotius gelesen, ich brauche keine Elendsreportagen, aber die Diskussion jetzt ist nur eine für die Branche. Die Bevölkerung interessiert das null. Das muss man immer unterscheiden. Wenn ich hier draußen jedem, der den Namen Robert Menasse kennt, hundert Euro gebe, komme ich mit Gewinn zurück. Sehen Sie sich doch Umfragen an, was die Leute interessiert. Die sind vollauf damit beschäftigt, sich Katzenohren aufzumontieren bei Instagram."

Und das ist vielleicht doch etwas wahrer, als man sich wünschen würde.

Altpapierkorb (Gute Nachrichten für Journalisten, Druck auf der Serienblase, schlechte Nachrichten für Reichelt)

+++ Nach dem Angriff auf den Bremer AfD-Chef gestern hat Patrick Gensing für den Tagesschau-Faktenfinder herausgefunden, dass die AfD am häufigsten angegriffen wird. Es gibt auch ein paar Zahlen, allerdings nur aus einzelnen Ländern, bundesweite fehlen. 

+++ Joachim Huber hat sich für den Tagesspiegel die SWR-Serie "Labaule und Erben" angesehen, zu der Harald Schmidt die Idee, ein paar Szenen und einige Figuren beigesteuert hat: "'Labaule & Erben', das ist die Geschichte vom Verlierer, der nicht versteht, warum er verlieren muss. Vielleicht, weil er am Siegen, das Verlierer erzeugt, kein Interesse hat? Wolfram Labaule verdient mehr Zuschauer, als sie das SWR Fernsehen allein zu ziehen vermag."

+++ Zwischendurch gute Nachrichten für Journalisten – falls es stimmt, was die Universität Oxford und die OECD in zwei neuen Studien verbreiten. Paul-Josef Raue schreibt in seiner neuen Kolumne darüber. Viele Arbeitsplätze werden danach – das war jetzt nicht so ganz neu – die Digitalisierung nicht überleben. Aber die meisten Journalisten haben anscheinend Glück.

+++ UFA-Geschäftsführer Nico Hofmann sagt im DWDL-Interview, er glaube, dass die Serienblase bald platzen werde. Warum? "Es ist zu viel Programm auf dem Markt. Die Zuschauer konsumieren gleichzeitig selektiver und das erhöht den Druck auf jede einzelne Produktion, hervorzustechen, weil man sich schon lange nicht mehr auf der Erwartung ausruhen kann, dass auf einem bestimmten Sendeplatz genügend Menschen Neugier mitbringen. Das scheint gerade noch dem 'Tatort' vorbehalten. Gerade aber die besonderen Event-Produktionen sind kostspielig. Der künstlerische Konkurrenzdruck wird also größer, auch für uns."

+++ Die Welt hat gestern in einem Artikel "in eigener" Sache darauf hingewiesen, dass Facebook einige Nutzer gesperrt hat, nachdem diese einen fünf Jahre alten Artikel geteilt haben. Überraschenderweise ging es aber um keine Kolumne von Don Alphonso, sondern um den Text "So viel Nazi-Ideologie steckt im Islamismus" von Clemens Wergin. Den Rest der Geschichte erzählt im Grunde schon der Titel.

+++ Auf der SZ-Medienseite rekapituliert Kathleen Hildebrand, wie es dazu kommen konnte, dass die ZDF-Journalistin Nicole Diekmann mit dem Tweet "Nazis raus!" ins Zentrum eines Shitstorms gelangen konnte: "Wer rechtsextrem ist, nutzt die Klage über die 'Keule' zur Selbstverharmlosung. Und wer vielleicht einfach nur nicht die liberale Migrationspolitik von Linken und Grünen unterstützt, hat das Gefühl, er werde vorschnell vom politischen Diskurs ausgeschlossen. Die Solidarisierung per Hashtag mag gut gemeint gewesen sein. Sie zeigt aber, dass auch etablierte und öffentlich-rechtliche Medieninstitutionen sich dem Narrativ von der Polarisierung kaum noch entziehen können, seit man sie 'Lügenpresse' schimpft. Aus #Nazisraus spricht die hilflose Sehnsucht nach klaren Grenzen und nach einem gesamtgesellschaftlichen Konsens, die seit ein paar Jahren verloren zu gehen drohen."

+++ Beim Spiegel gab es zuletzt nicht nur Ärger wegen des Betrugsfalls, sondern auch, weil die Sprecherin der Mitarbeiter-KG, Susanne Amann, zu Beginn des Jahres ins Management aufstieg. Interne Kritiker fanden, beide Posten lassen sich nicht miteinander vereinbaren. Wie Horizont berichtet, ist ein Gutachten dazu zu einem anderen Ergebnis gekommen. Bei der nächsten Wahl will Susanne Amann trotzdem nicht mehr antreten.

+++ Zum Abschluss noch einmal zu Julian Reichelt. Der durfte sich zwischen all dem Ärger zwischendurch auch mal freuen, denn die Bild-Zeitung hat den Spiegel als meistzitiertes Medium überholt. In seiner taz-Kolumne weist MDR-Kollege Steffen Grimberg nun allerdings darauf hin, dass die Zahlen aus einer zweifelhaften Quelle stammen.

Offenlegung: Ich schreibe gelegentlich fürs Bildblog. 

Neues Altpapier gibt es am Donnerstag.

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