Leben in einem "fremden Land"

Kardinäle, Bischöfe, Päpste und der SED-Staat

Katholische Kirche und SED - das war ein Widerspruch in sich. Die Beziehung war von harten Auseinandersetzungen geprägt. Hier Fotos von katholischen Würdenträgern dieser Zeit.

(L-r): Bischof Karl Lehmann (Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz), Bischof Georg Schaffran (Dresden), Kardinal Joseph Ratzinger (Rom) und Kardinal Joachim Meisner (Ost-Berlin) am 10.07.1987 während des Eröffnungsgottesdienstes vor der Kathedrale in Dreden beim Ersten Katholikentreffen in der DDR.
Kardinal Ratzinger in Dresden beim ersten Katholikentreffen in der DDR 1987 Von links nach rechts: Bischof Karl Lehmann (Mainz, stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz), Bischof Georg Schaffran (Dresden), Joseph Kardinal Ratzinger (Rom, später von 2005 bis 2013 Papst Benedit XVI.) und Joachim Kardinal Meisner (Ost-Berlin) am 10.07.1987 während des Eröffnungsgottesdienstes vor der Kathedrale in Dreden beim Ersten Katholikentreffen in der DDR.

Dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz Joseph Kardinal Höffner war die Einreise von der DDR verweigert worden, da er als unverbesserlicher Feind des Sozialismus galt.

Gespräche über einen Besuch des Papstes in Dresden waren letztlich daran gescheitert, dass Erich Honecker auf einem Besuch in der Hauptstadt Berlin ohne Einbeziehung Westberlins bestand.
Bildrechte: dpa
(L-r): Bischof Karl Lehmann (Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz), Bischof Georg Schaffran (Dresden), Kardinal Joseph Ratzinger (Rom) und Kardinal Joachim Meisner (Ost-Berlin) am 10.07.1987 während des Eröffnungsgottesdienstes vor der Kathedrale in Dreden beim Ersten Katholikentreffen in der DDR.
Kardinal Ratzinger in Dresden beim ersten Katholikentreffen in der DDR 1987 Von links nach rechts: Bischof Karl Lehmann (Mainz, stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz), Bischof Georg Schaffran (Dresden), Joseph Kardinal Ratzinger (Rom, später von 2005 bis 2013 Papst Benedit XVI.) und Joachim Kardinal Meisner (Ost-Berlin) am 10.07.1987 während des Eröffnungsgottesdienstes vor der Kathedrale in Dreden beim Ersten Katholikentreffen in der DDR.

Dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz Joseph Kardinal Höffner war die Einreise von der DDR verweigert worden, da er als unverbesserlicher Feind des Sozialismus galt.

Gespräche über einen Besuch des Papstes in Dresden waren letztlich daran gescheitert, dass Erich Honecker auf einem Besuch in der Hauptstadt Berlin ohne Einbeziehung Westberlins bestand.
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1977: Der damalige Bischof von Berlin, Alfred Kardinal Bengsch, bei der Bischofsweihe von Theologieprofessor Joseph Ratzinger (Pfingsten 1977).
1977: Der damalige Bischof von Berlin, Alfred Kardinal Bengsch, bei der Bischofsweihe von Theologieprofessor Joseph Ratzinger (Pfingsten 1977) Kardinal Alfred Bengsch war für eine strikte Trennung von Staat und Kirche in der DDR und den Zusammenhalt der katholischen Kirche in Deutschland. Der DDR-Führung galt er als erbitterter Gegner des Sozialismus. Bildrechte: dpa
Joachim Meisner Erzbischof Köln 1988
Joachim Kardinal Meisner Meisner, der aus Breslau stammte, wuchs im katholischen Eichsfeld auf. Als Weihbischof wirkte er später im Amt Erfurt-Meiningen, bevor er als Nachfolger von Kardinal Bengsch 1980 Erzbischof von Berlin wurde. Seit 1982 war er zugleich Vorsitzender der Berliner Bischofskonferenz. Beim Katholikentreffen 1987 sagte er vor 100.000 Gläubigen: "Wir wollen keinem anderen Stern folgen als dem von Bethlehem", was von den Teilnehmern mit frenetischem Applaus aufgenommen wurde. Es wurde auf Anspielung auf den vielerorts auf öffentlichen Gebäuden prangenden Sowjetstern verstanden. Bildrechte: IMAGO
Schaffran war seit 1963 Weihbischof im Erzbischöflichen Amt Görlitz. Von 1970 bis 1987 war er Bischof von Meißen, des einzigen Bistums, das ganz auf dem Boden der DDR lag. Schaffran setzte gegenüber der DDR Regierung eher auf einen gemäßigten Kurs. 1980 bis 1982 war er Vorsitzender der Berliner Bischofskonferenz und machte als erster Inhaber dieses Amtes einen offiziellen Antrittsbesuch beim Staatsratsvorsitzenden Erich Honecker. Sein Nachfolger Kardinal Meisner verzichtete wieder auf solch einen Besuch, da er gegen zu große Nähe zur DDR Regierung war. Schaffrans gutes Verhältnis zum Staatssekretär für Kirchenfragen, Klaus Gysi, half, 1987 erstmals ein Katholikentreffen für die ganze DDR in Dresden zu veranstalten.
Bischof Georg Schaffran Schaffran war seit 1963 Weihbischof im Erzbischöflichen Amt Görlitz. Von 1970 bis 1987 war er Bischof von Meißen, dem einzigen Bistum, das ganz auf dem Boden der DDR lag. Schaffran setzte gegenüber der DDR-Regierung eher auf einen gemäßigten Kurs. 1980 bis 1982 war er Vorsitzender der Berliner Bischofskonferenz und machte als erster Inhaber dieses Amtes einen offiziellen Antrittsbesuch beim Staatsratsvorsitzenden Erich Honecker.

Sein Nachfolger Kardinal Meisner verzichtete wieder auf solch einen Besuch, da er gegen zu große Nähe zur DDR-Regierung war. Schaffrans gutes Verhältnis zum Staatssekretär für Kirchenfragen, Klaus Gysi, half, 1987 erstmals ein Katholikentreffen für die ganze DDR in Dresden zu veranstalten.
Bildrechte: Bistum Dresden-Meißen
Bischof Joachim Wanke, 1990
Bischof Joachim Wanke von Erfurt Wanke übernahm am 17. Januar 1981 das Amt des Apostolischen Administrators des Bischöflichen Amtes Erfurt-Meiningen. Nachdem der Berliner Bischof Kardinal Meisner 1988 als neuer Erzbischof von Köln ins Gespräch gebracht worden war, galt Wanke als inoffizieller Kandidat für den Berliner Bischofsstuhl. Als dies durch eine Indiskretion bekannt wurde, war der Weg für ihn verbaut. Nach der Wiedervereinigung wurde 1994 das neue Bistum Erfurt geschaffen, an dessen Spitze er bis Oktober 2012 stand. Bildrechte: dpa
Der katholische Pfarrer Karl-Heinz Ducke
Monsignore Dr. Karl-Heinz Ducke Der Erfurter Theologe Monsignore Dr. Karl-Heinz Ducke (gest. 2011) war als Vertreter der katholischen Berliner Bischofskonferenz einer der drei Moderatoren des Runden Tisches vom Dezember 1989 bis zur letzten Sitzung im März 1990. Bildrechte: dpa
Papst John Paul II., 1987
Papst Johannes Paul II. in den 80er-Jahren Papst Johannes Paul II. (geboren am 18 Mai 1920 als Karol Jozef Wojtyla in Wadowice, Polen) wurde am 16.10.1978 zum Papst der römisch-katholischen Kirche gewählt. Im Unterschied zu seinem Vorgänger Papst Paul VI. leitete er gegenüber den sozialistischen Staaten Osteuropas eine Politik der strikten ideologischen Abgrenzung ein und verweigerte den Wunsch der DDR-Regierung, die katholischen Bistümer aus dem gesamtdeutschen Verband zu lösen. Bildrechte: dpa
Papst Johannes Paul hat am 24.4.1985 im Vatikan den DDR-Staatsrats- und Parteichef Erich Honecker empfangen. Es war die erste Begegnung eines DDR-Staatsmannes mit dem Papst. Johannes Paul II. Dieser übernahm am 16. Oktober 1978 als erster Nichtitaliener seit 1522 das Amt des Oberhauptes der Katholischen Kirche.
Papst Johannes Paul II. empfing am 24.04.1985 im Vatikan den DDR-Staatsrats- und Parteichef Erich Honecker. Es war die erste Begegnung eines DDR-Staatsmannes mit dem Papst, die auf Drängen Honeckers zustande kam. Die DDR erhoffte durch diesen Besuch eine Stärkung ihres internationalen Ansehens. Bildrechte: dpa
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Wie sich Staat und Stasi einmischten

Herr Grande und Herr Blazezewski sitzen nebeneinander 4 min
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Der Dresdner Prälat Dieter Grande erklärt, mit welcher Taktik die Stasi versuchte, IM in den Reihen der Katholischen Priester zu werben. (Kirche - operative Aufgabe der Stasi, '94)

Do 15.09.1994 13:18Uhr 03:36 min

https://www.mdr.de/damals/archiv/video9598.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video
Bischof Joachim Reinelt 1 min
Bildrechte: Bischof Joachim Reinelt
Kirche - operative Aufgabe der Stasi 1 min
Bildrechte: Kirche - operative Aufgabe der Stasi

Katholikentreffen 1987

Erster Katholikentag 1987 in Dresden 2 min
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Christian Ladwig, Mitarbeiter der Gauch-Behörde. 2 min
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Polen: Katholische Kirche und Staat