#blickzurück: Kalenderblatt der Geschichte Das geschah am 14. September


1952: DDR startet staatliche Hörfunkprogramme

Am 14. September 1952 entstehen in der DDR die ersten drei staatlichen Hörfunkprogramme: Berlin I, Berlin II und Berlin III. Die DDR-Regierung lässt in den fünfzehn Bezirksstädten Studios einrichten, die das Leben in der DDR einfangen sollen. Die bisherigen Landesprogramme werden eingestellt und fortan zentral aus Berlin organisiert. Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Sender sind den Weisungen des Staatlichen Rundfunkkomitees unterstellt.

Die Bildung des Staatlichen Rundfunkkomitees war eine entscheidende Maßnahme bei der Säuberung des Rundfunks [...] Nur die besten, unserer Partei und Regierung treu ergebenen Mitarbeiter wurden üernommen.

Bericht über die Kaderentwicklung 25.09.1961

Um die Inhalte stärker an die Interessen der Hörer und Hörerinnen anzupassen, wird der Rundfunk ein Jahr später neu organisiert. Es entstehen der "Deutschlandsender", der "Berliner Rundfunk" und das "Radio DDR". Die Propaganda im Programm wird reduziert, um "Freude, Entspannung und Humor" auf Wunsch des Publikums auszubauen.

1958: Buchenwald-Mahnmal wird eingeweiht

Am 14. September 1958 wird das Mahnmal in Buchenwald als erstes Nationaldenkmal der DDR eingeweiht. Das Herzstück der Anlage besteht aus dem "Turm des Friedens“ (Glockenturm) und einem von Fritz Cremer geschaffenes Denkmal, welches kommunistische Widerstandskämpfer zeigt. Andere Opfer bleiben unerwähnt, den Holocaust thematisiert das Denkmal nicht. Der Weg zu diesem Monument führt vom Krematorium durch das Lager und an den Massengräbern des Konzentrationslagers vorbei. Die Besucher und Besucherinnen sollen einen Eindruck von dem Leid der Gefangenen und dem mutigen Widerstand innerhalb des Lagers bekommen. Zwischen 1937 und 1945 starben im KZ-Buchenwald 56.000 Menschen. Sie wurden zur Arbeit gezwungen, für medizinische Experimente missbraucht, gefoltert und erschossen.


1962: Massenflucht von DDR-Bürgern gelingt

Am 14. September 1962 flüchten 29 Menschen aus der DDR durch einen 120 Meter langen Tunnel. Ihr Ziel ist West-Berlin. Der Fluchttunnel führt von einem Fabrikgelände in der Bernauer Straße zu einem Keller in der Schönholzer Straße. Diese Flucht ist die bis dato größte, seit dem Bau der Berliner Mauer am 13. August 1961.

1984: Erstes DDR-weites Treffen der Friedensfrauen

Am 14. September 1984 findet in Halle das erste DDR-weite Treffen der sogenannten Friedensfrauen statt. Die "Frauen für den Frieden" hatten sich 1982 nach Änderung des Wehrdienstgesetzes organisiert. Das Gesetz sah vor, dass künftig ebenfalls Frauen in den Wehrdienst eingezogen werden und keine Möglichkeit auf Kriegsdienstverweigerung haben. Viele der Gruppen agierten unter dem Dach der evangelischen Kirche. Die "Frauen für den Frieden" werden im Verlauf ihres Bestehens zum Teil der unabhängigen, nichtstaatlichen Friedensbewegung der DDR.

1989: Tübke-Panorama wird eröffnet

Am 14. September 1989 wird in Bad Frankenhausen das Panorama Museum eröffnet. Es beinhaltet ein Monumentalgemälde von Werner Tübke. Er war 1974 von der DDR-Regierung beauftragt worden, ein Gemälde in Gedenken an den Deutschen Bauernkrieg zu malen. Das Gemälde sollte Teil einer Gedenkstätte auf dem Schlachtberg werden. Zu dieser Zeit ist Tübke Rektor an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig. Nach langwierigen historischen Recherchen und der notwendigen staatlichen Abnahme des Projekts, setzte Tübke am 16. August 1983 seinen ersten Pinselstrich. Insgesamt 15 Maler arbeiten vier Jahre lang an dem 123 mal 14 Meter großen Kunstwerk.

Besucher betrachten im Panorama Museum in Bad Frankenhausen das Monumentalgemälde «Frühbürgerliche Revolution in Deutschland« von Werner Tübke
Besucher betrachten im Panorama Museum in Bad Frankenhausen das Monumentalgemälde «Frühbürgerliche Revolution in Deutschland« von Werner Tübke. 2009 Bildrechte: dpa

2004: "Egon Olsen"-Schauspieler Ove Sprogøe gestorben

Am 14. September 2004 stirbt der dänische Kultschauspieler Ove Sprogøe. Internationale Bekanntheit erlangte er durch seine Rolle als "Egon Olsen" in der 14-teiligen Reihe "Die Olsenbande". In den 70er- und 80er-Jahren war die dänische Krimikomödie ein richtiger Straßenfeger und besonders in der DDR beliebt. Die Popularität der Reihe verrät viel über das Leben und den Humor im Osten. In der Bundesrepublik fand das Gaunertrio weniger Anklang, was unter anderem an der schlechteren Synchronisation gelegen hat.