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1937: Eröffnung der "Entartete Kunst"-Ausstellung in München

1937 wurde die Ausstellung "Entartete Kunst" in den Hofgartenarkaden in München eröffnet. Unter der Leitung des Reichspropagandaministers Joseph Goebbels zeigten die Nationalsozialisten dort sogenannte "artfremde" und "ungesunde" moderne Kunst. Werke zahlreicher bekannter Künstler wie Max Ernst, Paul Klee, Otto Dix und Franz Marc gehörten zu den Exponaten.

Auch in der DDR bestimmten Funktionäre der Partei, welche Kunst die richtige sei, wie gemalt und inszeniert werden sollte. Kunst und Kultur sollten den Sozialismus und die sozialistische Persönlichkeit thematisieren, sonst drohte ein Veröffentlichungsverbot.

Adolf Hitler und Propagandaminister Joseph Goebbels werden mit weiteren Nationalsozialisten durch einen Ausstellungsraum geführt.
Adolf Hitler und Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda, Joseph Goebbels, besuchen 1937 die Ausstellung "Entartete Kunst" in München. Bildrechte: dpa

1961: SED bezeichnet DDR-Flüchtlinge erstmals als "Verräter"

1961 bezeichnete das SED-Zentralorgan "Neues Deutschland" Republikflüchtlinge erstmals als "Verräter". Zuvor galten sie als "Opfer der Abwerbung". Die Fluchtwelle in den Westen wurde nämlich, so die Propaganda, von der Bundesrepublik gesteuert, um der DDR arbeitsfähige Menschen zu rauben. Über drei Millionen Menschen waren bereits in den Westen geflohen – etwa ein Sechstel aller DDR-Bürgerinnen und Bürger. Um der Republikflucht ein Ende zu setzen, begann das Regime im August desselben Jahres mit dem Bau der Berliner Mauer.

Delegierte anlässlich des Sonderparteitages der SED bei der Lektüre des Parteiorgans - Neues Deutschland in Berlin, 1989.
Delegierte der SED lesen das Parteiorgan "Neues Deutschland" in Berlin 1989. Bildrechte: imago/Sven Simon

1988: Bruce Springsteen gibt größtes Konzert der DDR-Geschichte

1988 spielte Bruce Springsteen das größte Konzert in der Geschichte der DDR. Der US-Rockstar sang auf der Bühne der Radrennbahn Weißensee in Ost-Berlin vor mindestens 160.000 Menschen. Presseberichte gingen sogar von bis zu 500.000 Zuschauerinnen und Zuschauern aus. Die Show wurde zeitversetzt und zensiert auch im DDR-Radio und Fernsehen ausgestrahlt. Während des Konzertes verkündete Bruce Springsteen auf Deutsch: "Ich bin gekommen, um Rock'n'Roll für Euch zu spielen in Ost-Berlin – in der Hoffnung, dass eines Tages alle Barrieren umgerissen werden". Das Wort "Mauer" durfte er auf Wunsch der DDR-Organisatoren nicht verwenden.

1990: Zwei Fußballclubs der DDR-Oberliga werden Erstligisten

1990 beschlossen der DDR-Fußballverband und der Deutsche Fußball-Bund nach zähen Verhandlungen, die Oberliga-Mannschaften Dynamo Dresden und Hansa Rostock in die 1. Fußball-Bundesliga zu integrieren. Der Hallesche FC, der BSG Stahl Brandenburg, Lok Leipzig, der FC Carl Zeiss Jena, Rot-Weiß Erfurt und der Chemnitzer FC wurden im gesamtdeutschen Vereinssystem zweitklassig. Die deutsche Einheit war ein dramatischer Rückschlag für die ostdeutschen Clubs. Binnen weniger Tage und Wochen nach dem Mauerfall wechselten zahlreiche DDR-Profifußballer in westdeutsche Spitzenvereine. Außerdem verloren die Clubs schlagartig ihre wirtschaftliche Grundlage. In der DDR waren sie staatlich gefördert worden, nun mussten sie sich in der Marktwirtschaft behaupten.