#blickzurück: Kalenderblatt der Geschichte Das geschah am 24. August ...

1941: Hitler beendet NS-Euthanasie

1941 gab Hitler die Weisung, die sogenannte "Aktion T4" zu beenden. Unter dem Decknamen töteten NS-Mediziner seit 1939 psychisch Kranke und Menschen mit Behinderung. Viele davon waren Kinder. Die Morde fanden in Euthanasie-Anstalten wie beispielsweise der Heilanstalt Pirna-Sonnenstein statt. Die Grundlage für die NS-Euthanasie war bereits 1933 geschaffen worden: Um die "Reinhaltung des gesunden Volkskörpers" zu gewährleisten, verabschiedeten die Nationalsozialisten das "Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses".

Obwohl der Massenmord geheim gehalten wurde, kamen in der Bevölkerung bald Gerüchte auf. Bei Angehörigen und der katholischen Kirche regte sich Protest. Die NS-Euthanasie wurde gestoppt. Die führenden Beteiligten mussten sich 1946 bei den Nürnberger Ärzteprozessen für ihre Taten verantworten. 

Eine ehemalige Gaskammer in der Gedenkstätte NS-Euthanasie in Bernburg
Allein in der Gaskammer von Bernburg sterben zwischen Herbst 1940 und Sommer 1941 mehr als 9.000 Menschen. Bildrechte: dpa

1961: Erstes Maueropfer durch Schüsse

Vor 60 Jahren wurde der DDR-Flüchtling Günter Litfin erschossen. Nachdem der 24-Jährige die Außenmauer der Charité überwand, entdeckten ihn zwei Grenzsoldaten. Sie forderten ihn auf, stehenzubleiben und gaben Warnschüsse ab. Als Litfin dennoch ins Wasser des Humboldthafens sprang und Richtung Westen schwamm, feuerten die Soldaten gezielt auf den Fliehenden. Kurz bevor Litfin das andere Ufer erreichte, traf ihn eine tödliche Kugel in den Hinterkopf. Er war das erste Maueropfer, das durch Schüsse ums Leben kam.

Fotografie des ersten erschossenen Flüchtlings Litfin an der Berliner Mauer.
Der 24-jährige Schneider Günter Litfin ist der erste DDR-Flüchtling, der an der Berliner Mauer erschossen wird. Bildrechte: imago images / Bernd Friedel

1963: Premiere der neu gegründeten Fußball-Bundesliga

1963 feierte die neu gegründete Fußball-Bundesliga Premiere. Aus Versehen erfolgte der Anpfiff für die allererste Partie zwischen Werder Bremen und Borussia Dortmund eine Minute vor der offiziellen Anstoßzeit. Bereits 30 Sekunden später schoss der Dortmunder Timo Konietzka ein Tor. Wegen des Fehlstarts gibt es weder Fotos noch Videos von seinem Treffer. Die höchste Spielklasse der DDR war von 1949 bis 1990 die Oberliga.

Der Dortmunder Stürmer Timo Konietzka bei seinem ersten Bundesligaspiel im Bremer Weserstadion gegen Bremens Verteidiger Max Lorenz
Der Dortmunder Stürmer Timo Konietzka (r.) wird beim ersten Bundesligaspiel im Bremer Weserstadion vom Bremer Verteidiger Max Lorenz angegriffen. Bildrechte: dpa

1987: Erster Windenergiepark in Deutschland

1987 wurde der Windenergiepark Westküste in Schleswig-Holstein eröffnet. Er gilt als Wiege der deutschen Windenergie. Seine insgesamt 30 Windkraftanlagen produzierten bereits im ersten Betriebsjahr zwei Millionen Kilowattstunden Strom. In der DDR ging am 11. Oktober 1989 die erste und einzige Windkraftanlage der DDR bei Wustrow in Mecklenburg-Vorpommern ans Netz.

Windkraftwerk 1 min
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