#blickzurück: Kalenderblatt der Geschichte Das geschah am 17. Juli ...

1975: Rendezvous im All

Mitten im Kalten Krieg koppelten sich 1975 die sowjetische "Sojus 19" und das US-amerikanische Raumschiff "Apollo 18" rund 225 Kilometer über der Erde aneinander. Es ist ein Symbol der Völkerverständigung, samt Umarmung zwischen Kosmonaut Alexej Leonow und seinem amerikanischen Kollegen Thomas Stafford. Zwei Tage lang fliegen ihre Raumschiffe aneinander gekoppelt um den blauen Planeten.

Astronaut Thomas Stafford und Kosmonaut Alexej Leonow 1975 in der Sojus-Kapsel
Astronaut Thomas Stafford und Kosmonaut Alexej Leonow 1975 in der Sojus-Kapsel Bildrechte: dpa

1945: Potsdamer Konferenz beginnt

Die alliierten Siegermächte USA, Sowjetunion und Großbritannien treffen sich im Sommer 1945 zur großen Siegeskonferenz in Potsdam. Vereinbart werden dabei milliardenschwere Reparationen, Grenzverschiebungen und die Umsiedlung von 15 Millionen Deutschen aus den deutschen Ostgebieten, der Tschechoslowakei, aus Ungarn und anderen Ländern Mittel- und Osteuropas. Zudem wird mit der in Potsdam beschlossenen Teilung des Reparationsgebietes Deutschland auch wirtschaftlich in zwei Hälften gespalten.

1918: Ermordung des letzten Zaren

Der letzte russische Zar und seine Familie werden 1918 in Jekaterinburg ermordet. In der Februarrevolution 1917 muss Nikolaus II. abdanken. Die Familie wird nach Tobolsk in Sibirien verbannt. Mit der Oktoberrevolution 1917 fallen sie in die Hände ihrer ärgsten Gegner, der Bolschewiki um ihren Anführer Lenin.

17. Juli 1918 Die Zarenfamilie und ihr Ende

Ein Mann mit Bart, in Uniform mit vielen Auszeichnungen
Die Romanows sind eine über 300 Jahre alte russische Dynastie. Aus ihr gingen die russischen Zaren hervor. Nikolaus Alexandrowitsch Romanow regierte als Nikolaus II., der letzte Zar, von 1894 bis 1917. Bildrechte: imago images/ITAR-TASS
Ein Mann mit Bart, in Uniform mit vielen Auszeichnungen
Die Romanows sind eine über 300 Jahre alte russische Dynastie. Aus ihr gingen die russischen Zaren hervor. Nikolaus Alexandrowitsch Romanow regierte als Nikolaus II., der letzte Zar, von 1894 bis 1917. Bildrechte: imago images/ITAR-TASS
Historisches Bild: Ein Ehepaar im Kreise seiner fünf Kinder. Alle sind sehr festlich angezonge, die Ehefrau udn die Mädchen mit langen Gewändern.
Verheiratet war Nikolaus II. mit Alexandra Fjodorowna. Sie war die Enkelin der britischen Königin Viktoria und hieß vor der Hochzeit Alix von Hessen-Darmstadt. Zusammen hatten sie vier Töchter und einen Sohn: Olga, Tatjana, Marija und Anastasia sowie den Zarewitsch Alexej. Der jüngste Spross der Familie und Thronfolger litt an einer unheilbaren Bluterkrankheit. Bildrechte: IMAGO / ITAR-TASS
Zar Nikolaus II. und sein Cousin, Prinz George of Wales
Nikolaus (rechts) als Zarewitsch 1890 gemeinsam mit seinem Cousin, dem britischen Thronfolger Prinz George of Wales (links). Die Familienähnlichkeit ist frappierend. Bildrechte: imago images/ITAR-TASS
Auf dem Vorsprung eines Gebäudedachs sitzen und stehen sechs Personen
Nach der Abdankung des Zaren im März 1917 wurde die Familie zunächst im Alexanderpalast in Zarskoje Selo im heutigen Ort Puschkin in der Nähe von St. Petersburg unter Arrest gestellt. Im August wurde sie nach Sibirien gebracht, wo sie zunächst am Sitz des Gouverneurs in Tobolsk interniert wurde. Im Bild: Der Zar und seine Kinder 1917 auf dem Dach ihres Arrestgebäudes in Tobolsk. Bildrechte: imago/United Archives International
Gebäude in Jekaterinburg, in dem die Zarenfamilie eingesperrt war
Nach der Machtergreifung der Bolschewiki in der Oktoberrevolution 1917 wird die Familie im Frühjahr 1918 nach Jekaterinburg gebracht und in der Villa Ipatjew interniert. Eigentlich planten die Bolschewiki unter Lenins Führung ursprünglich einen großen Schauprozess gegen den Zaren. Später erschien ihnen das aber zu riskant. Daraufhin beschlossen sie die Hinrichtung der ganzen Zarenfamilie. Bildrechte: imago/ITAR-TASS
Zar Nikolaus II. mit drei seiner vier Töchter während der Gefangenschaft in Sibirien, wenige Wochen vor der Ermordung.
Wenige Wochen vor der Ermordung der Zarenfamilie entstand diese Aufnahme von Nikolaus II. mit drei seiner Töchter in sibirischer Gefangenschaft. Im Hintergrund stehen zwei Soldaten der Bolschewiki, die die verbannte Zarenfamilie bewachen. Bildrechte: imago images/ZUMA/Keystone
Blick in ein Kellergewölbe. In einer Ecke an der hinteren linken Wand sind dunkle Flecken zu sehen.
Wenige Wochen später - in der Nacht vom 16. auf den 17. Juli 1918 - werden Zar Nikolaus II. und seine Familie in Jekaterinburg in einem Keller erschossen. An der Rückwand des Raumes sind zahlreiche Einschusslöcher zu sehen. Die Zarin und ihre Töchter trugen bei der Erschießung Korsetts mit heimlich eingenähtem Schmuck. An diesen Diamanten- und Perlengürteln prallten die ersten Kugeln ab. Gegen das darauf folgende Massaker mit Bajonetten waren sie aber kein Schutz. Zwanzig lange Minuten soll die Hinrichtung gedauert haben. Danach wurden alle Spuren verwischt und die Leichen verscharrt. Bildrechte: IMAGO / United Archives
Eine alte Frau in einem Sessel.
Mehr als 39 Jahre nach der Ermordung der Zarenfamilie sorgt im März 1957 eine Frau für Schlagzeilen, die behauptet, die Zarentochter Anastasia zu sein: Anna Andersons Fall wurde am 2. April 1958 vor Gericht in Wiesbaden verhandelt. Sie wird nicht als russische Zarentochter anerkannt. Ihr Fall beschäftigt nicht nur die deutsche, sondern auch die britische Öffentlichkeit: 20 Millionen Rubel hatte Zar Nikolaus II. als Erbschaft für seine Kinder bei der Bank of England hinterlegt. Bildrechte: imago/ZUMA/Keystone
Ein Waldweg, der zu einer Kirche mit mehreren grünen Türmchen führt.
1991 wurden die Überreste der ermordeten Zarenfamilie gefunden. Im Jahr 2000 wurde am Fundort die Ivinon Kirche Ganina Yama errichtet. Sie ist der Eingang zum Kloster der Märtyrer. Bildrechte: imago/epd
Die Blutkirche in Jekaterinburg, Russland
Auch diese gewaltige Kathedrale wurde in Jekaterinburg zur Erinnerung an die Zarenfamilie errichtet: Im Jahr 2000 erklärte die Russisch-orthodoxe Kirche die Romanows zu Märtyrern. Das wiederum steht im Gegensatz zur historischen Einordnung des Zaren: Seine grausame Herrschaft hatte ihm nicht umsonst den Beinamen "Nikolaus der Blutige" eingetragen. Im Vergleich zu der späteren Schreckensherrschaft der Bolschewiki unter Lenin und vor allem unter seinem Nachfolger Stalin nimmt sich das rigide Regime des Zaren aber noch vergleichsweise harmlos aus.
(Über dieses Thema berichtete MDR ZEITREISE auch im TV: 07.11.2017 | 21:15 Uhr.)
Bildrechte: imago/epd
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Zar Nikolaus II. mit drei seiner vier Töchter während der Gefangenschaft in Sibirien, wenige Wochen vor der Ermordung.
Bildrechte: imago images/ZUMA/Keystone

Die Gefangenen werden nach Jekaterinburg verschleppt und im Haus des Ingenieurs Nikolai Ipatjew eingesperrt. An jenem verhängnisvollen Abend müssen sich der Zar, Kaiserin Alexandra, ihre vier Töchter Olga, Tatjana, Maria und Anastassija sowie der Thronfolger Alexej im Keller versammeln. Sie werden aufgereiht wie zu einem Foto, doch dann eröffneten Soldaten das Feuer. Die Mörder verscharren sie in einem Schacht außerhalb der Stadt. Erst Jahrzehnte später werden die Gebeine gefundent.

Zar Nikolaus II. mit Familie, 1913
Zar Nikolaus II. mit Familie, 1913 Bildrechte: IMAGO / ITAR-TASS