#blickzurück: Kalenderblatt der Geschichte Das geschah am 9. April

1945: Ende der Schlacht von Königsberg

Am 9. April 1945 endet mit der Kapitulation der deutschen Truppen unter dem Festungskommandanten General Otto Lasch die Schlacht um Königsberg, das heutige Kaliningrad. Die ostpreußische Hauptstadt Königsberg bleibt vom Zweiten Weltkrieg lang verschont und wird erst im August 1944 von britischen Bombern zerstört. Am 31. Januar 1945 kesselt die Rote Armee Königsberg ein und greift die Stadt vom 6. bis 9. April 1945 an. Die Zahl der gefallenen Soldaten und den zivilen Opfer ist unbekannt. Nach der Kapitulation wird der Festungskommandant Lasch von Hitler in Abwesenheit zum Tode verurteilt. Durch die Kriegsgefangenschaft entgeht er dem Todesurteil.

Sowjetischer Panzer in Königsberg, 1945
Sowjetischer Panzer in Königsberg, 1945 Bildrechte: Imago ITAR TASS

1987: Berühmtes Interview – "kein Tapetenwechsel" in der DDR wegen Perestroika

Am 9. April 1987 stellt Kurt Hager den berühmten Tapetenwechsel-Vergleich auf. Hager bestimmt als "Chefideologe" der SED die Kultur- und Bildungspolitik in der DDR entscheidend mit. Im Interview mit dem "Stern" lehnt er Reformen nach dem Vorbild der Sowjetunion unter Gorbatschow, also die Politik von "Glasnost" (Offenheit) und "Perestroika" (Umgestaltung), für die DDR ab.

Würden Sie, nebenbei gesagt, wenn Ihr Nachbar seine Wohnung neu tapeziert, sich verpflichtet fühlen, Ihre Wohnung ebenfalls neu zu tapezieren?

Kurt Hager STERN, 9. April 1987

Mit dem Tapeten-Vergleich handelt er sich im Volksmund den Spitznamen "Tapeten-Kurt" ein. Symbolträchtiges Zeichen der Distanzierung der SED-Führung zu den Reformen von Gorbatschow ist das Verbot der sowjetischen Zeitung "Sputnik" im November 1988.

1991: Georgien erklärt seine Unabhängigkeit

Am 9. April 1991 erklärt sich die damalige Sowjetrepublik Georgien nach einem Referendum am 1. April für unabhängig. Bei 90 Prozent Beteiligung stimmten mindestens 95 Prozent der Berechtigten für den Schritt. Zu dieser Zeit wird Georgien als die "Schweiz des Kaukasus" bezeichnet und galt als eine der reichsten Unionsrepubliken. Nach dem Zerfall der Sowjetunion kollabierte Georgiens Wirtschaft und es kam zu bürgerkriegsähnlichen Zuständen. Der Krieg und die Kämpfe in den abtrünnigen Regionen Abchasien und Südossetien schreckten viele Touristen ab. Wo früher bis zu vier Millionen Gäste jährlich ins Land kamen, waren es gegen Ende der Neunziger nur noch etwas über 300.000. Bis heute kann der territoriale Konflikt um Abchasien und Südossetien nicht gelöst werden.

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1991 erklärte sich die damalige Sowjetrepublik Georgien nach einem Referendum für unabhängig.

Do 08.04.2021 11:07Uhr 01:09 min

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2001: Petersburger Dialog zwischen Schröder und Putin

Am 9. April 2001 nehmen der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) und der russische Präsident Wladimir Putin den ersten sogenannten "Petersburger Dialog" auf. Das Diskussionsforum soll die Verständigung beider Länder fördern. Seitdem findet der Dialog abwechselnd in Russland und Deutschland statt. In zehn Arbeitsgruppen besprechen die Teilnehmer unterschiedliche Themenkomplexe, darunter Wirtschaft, Politik und Medien. Die Krim-Annexion, der Konflikt in der Ostukraine und die EU-Wirtschaftssanktionen gegen Russland haben die deutsch-russische Beziehung in den letzten Jahren verschlechtert. Die damalige Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Russlands Präsident Wladimir Putin haben zuletzt 2012 persönlich teilgenommen.

2002: Jürgen Hart gestorben

Am 9. April 2002 stirbt in Leipzig der Sänger und Kabarettist Jürgen Hart. Er wird 1942 geboren, wächst im Vogtland auf und studiert an der Karl-Marx-Universität, um Lehrer zu werden. In Leipzig entdeckt er seine Leidenschaft fürs Schreiben und Performen beim Studentenkabarett "academixer". Ab 1977 wird "academixer" ein Berufskabarett und unter Harts Leitung eine der beliebtesten Gruppen der DDR. 1979 veröffentlicht er seinen Hit "Sing, mei Sachse sing". Das von Hart geschriebene und gesungene Lied mit einer Melodie von Arndt Bause verkauft sich auf fast 200.000 Tonträgern.

Nach der Wiedervereinigung tritt Hart mit seiner Frau in Soloprogrammen auf. Im Oktober 2001 erkrankt Hart an Knochenkrebs und verstirbt ein halbes Jahr später. Im März 2002 erhält er den Sächsischen Verdienstorden.

Kabarettist Jürgen Hart liest ein Buch in seinem Büro in seiner Wohnung in Berlin. 2000 2 min
Der Kabarettist Jürgen Hart in seiner Berliner Wohnung im Jahr 2000. Bildrechte: imago/Thomas Lebie
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2012: Facebook kauft Instagram

Am 9. April 2012 kauft das soziale Netzwerk Facebook, kurz vor dessen geplantem Börsengang, für eine Milliarde Dollar die zwei Jahre alte Plattform Instagram. Instagram ermöglicht, Fotos zu bearbeiten und öffentlich zu teilen. Facebook sieht Potential bei Instagram, das sich sonst womöglich zur Konkurrenz entwickeln könnte. Instagram wird von Facebook angepasst und ausgebaut. Die App wird mittlerweile weltweit von 1,22 Milliarden Nutzern verwendet, mit steigender Tendenz. Bei Facebook sind es 2,6 Milliarden regelmäßige Nutzer.

Das Logo des Fotonetzwerks Instagram und die Foto-App sind auf dem Bildschirm eines iPhones zu sehen.
In Deutschland sinkt die Nutzerrate von Facebook, während sie bei Instagram steigt. Bildrechte: dpa

2020: Rumänische Erntehelfer kommen nach Deutschland

Am 9. April 2020 treffen in Berlin und Düsseldorf erstmals rumänische Erntehelfern unter Pandemiebedingungen ein. Wenige Tage zuvor verkündete der rumänische Innenminister Marcel Vela, dass Saisonarbeiter ins Ausland reisen dürfen. Wegen massiver Reisebeschränkungen benötigen die Erntehelfer eine Sondergenehmigung. Nur knapp ein Drittel der üblichen 300.000 Saisonkräfte darf kommen. 2021 erfolgt die Ernte erneut unter Corona-Bestimmungen. Bei der Einreise nach Deutschland müssen die Helfer einen negativen Corona-Test vorweisen.