Lexikon Evangelische Kirche in Deutschland, EKD

In Deutschland gibt es derzeit 22 evangelische Landeskirchen, freiwillig zusammengeschlossen in der Evangelischen Kirche in Deutschland, kurz EKD. Das evangelische Kirchenwesen ist föderal aufgebaut – ähnlich wie die Bundesrepublik Deutschland mit Bund und Ländern. Die EKD nimmt die ihr übertragenen Gemeinschaftsaufgaben wahr. Dazu gehören vor allem Organisation und Verwaltung in den Bereichen Recht und Finanzen sowie Forschung, Bildung, Wohlfahrt und Mission.

Die obersten Gremien sind die Synode (das Kirchenparlament), der Rat (entspricht ungefähr einer Regierung) und die Kirchenkonferenz aus Vertretern der einzelnen Gliedkirchen. Alle drei Gremien werden gewählt und arbeiten nach demokratischen Prinzipien.

Ratsvorsitzender und Bevollmächtigter vertreten EKD

Anders als die katholische Kirche wird die EKD nicht von einem Kirchenoberhaupt bestimmt, sondern ist von unten nach oben organisiert. Trotzdem gibt es einen Repräsentanten: den Ratsvorsitzenden. Derzeit ist das der der bayerische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm. Außerdem benennt der Rat der EKD einen Bevollmächtigten für staatliche Stellen der Bundesrepublik Deutschland und der Europäischen Union. Dieser oberste Diplomat der EKD ist derzeit Prälat Dr. Martin Dutzmann.

Entstanden durch die Reformation

Die Entstehung der evangelischen Kirche geht auf die Reformation vor gut 500 Jahren zurück. Damals spaltete sich das Christentum in verschiedene Konfessionen: katholisch, lutherisch und reformiert. Ursprünglich war das gar nicht das Ziel, vielmehr wollten die Reformatoren wie Martin Luther, Johannes Calvin und Ulrich Zwingli die katholische Kirche erneuern. So kam es zur Reformation, deren Geburtsland größtenteils Deutschland ist. Vor allem Mitteldeutschland ist durch Martin Luther mit der Reformation verbunden wie keine andere Region.

Neue Reformbemühungen

Ähnlich der katholischen Kirche machen auch den evangelischen Kirchen in Deutschland sinkende Mitgliederzahlen zu schaffen. Nicht zuletzt die Missbrauchsskandale der jüngsten Zeit haben den Kirchen geschadet und zu weiteren Mitgliederaustritten geführt. Damit einher gehen finanzielle Probleme, da die Einnahmen aus der Kirchensteuer sinken. Aber auch das Vertrauen der Menschen in den christlichen Glauben müssen die Kirchen zurückgewinnen. Die EKD hat hierfür einen Reformprozess angestoßen, mit dem Impulspapier "Kirche der Freiheit".