Empfehlungen Aktuelle Ausstellungen in Thüringen

Neo Rauch stellt bisher ungezeigte Arbeiten in Rudolstadt aus, in Nordhausen wird der international erfolgreiche Modefotograf Olaf Martens geehrt und die Erfurter Kunsthalle zeigt Fotos zum Zustand Europas. Das impressionistische Werk des einzigen Schiller-Enkels Ludwig von Gleichen-Rußwurm gibt es in Weimar zu sehen, und Gotha stellt die zurückgekehrten Gemälde des größten DDR-Kunstraubs aus. Hier finden Sie auch Informationen zu aktuellen Corona-Regeln, Adressen und Öffnungszeiten.

Zwei Frauen betrachten das Bild Die Erwartung des Malers Neo Rauch
Zwei Frauen betrachten das Bild "Die Erwartung" des Malers Neo Rauch auf der Heidecksburg in Rudolstadt. Bildrechte: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild

Erfurt: Kunsthalle zeigt Ostkreuz-Fotografien zum Zustand Europas

Der Erfurter Kunstverein zeigt in der Kunsthalle Fotos der renommierten Berliner Bildagentur Ostkreuz. Die Ausstellung mit dem Titel "Kontinent – Auf der Suche nach Europa" bietet verschiedene Blickwinkel auf Europa mit seinen Licht- und Schattenseiten, von Flüchtlingen bis zur glitzernden Finanzwelt. Zu sehen sind Werke von 22 Künstlerinnen und Künstlern, darunter Sibylle Fendt, Jörg Brüggemann, Espen Eichhöfer, Annette Hauschild und die 2010 verstorbene Sibylle Bergemann.

Mehr Informationen:

"Kontinent – Auf der Suche nach Europa"
Ausstellung von Ostkreuz – Agentur der Fotografen und der Akademie der Künste
24. Oktober 2021 bis 23. Januar 2022

Kunsthalle Erfurt
Fischmarkt 7
99084 Erfurt

Nordhausen: Ausstellung ehrt Fotograf Olaf Martens

Models in Sommerkleidern mit Gasmasken oder dürre Revuetänzerinnen neben dürren Hunden – mit seiner absurden Ästhetik brach Olaf Martens in den 90er-Jahren die perfekte, glamouröse Modewelt auf. Seine Fotostrecken wurden in verschiedensten Zeitschriften, wie "Stern" oder "Spiegel" gedruckt, seine Werke wurden international bekannt. Seine Jugendstadt Nordhausen ehrt ihn nun mit gleich drei parallelen Ausstellungen.

Mehr Informationen:

"Heimat und Tapeten – Fotokunst von Olaf Martens"
23. Oktober bis 30. Dezember 2021

Ausstellungsorte:
Kunsthaus Meyenburg
Fokus: Fotos als internationaler Modefotograf und freischaffender Künstler
Alexander-Puschkin-Straße 31
99734 Nordhausen
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag, 10 bis 17 Uhr

Nordhäuser Bibliothek
Nikolaiplatz 1
99734 Nordhausen
Fokus: Porträt-Fotografien bekannter Schriftsteller und Künstler
Öffnungszeiten: Montag, 13 bis 18 Uhr, Dienstag, Mittwoch und Freitag, 10 bis 18 Uhr, Donnerstag, 10 bis 19 Uhr, Samstag, 10 bis 13 Uhr

Flohburg | Das Nordhausen Museum
Barfüßerstraße 6
99734 Nordhausen
Fokus: frühe Fotoarbeiten mit Nordhausen-Ansichten
Öffnungszeiten: Dienstag bis Smastag, 10 bis 17 Uhr, Sonntag, 10 bis 17 Uhr

Rudolstadt: Neo Rauch zeigt unbekannte Papierarbeiten

Er gilt als wichtigster Vertreter der sogenannten "Neuen Leipziger Schule" und zählt zu den international bedeutenden Malern der Gegenwart. Nun zeigt Neo Rauch auf der Heidecksburg bei Rudolstadt Arbeiten, die er lange Zeit nicht aus der Hand gab. In der neue Ausstellung sind sechs großformatigen Papierbildern und mehr 60 Zeichnungen des Künstlers versammelt. Der Titel lautet mysteriös "Das Wehr".

Mehr Informationen:

"Das Wehr" mit Arbeiten von Neo Rauch
bis 16. Januar 2022
Schloss Heidecksburg
Schlossbezirk 1
07407 Rudolstadt

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr

Erfurt: Outdoor-Ausstellung erzählt jüdische Geschichten

In Erfurt führt eine neue Outdoor-Ausstellung mit dem Titel "Inter Judeos" in das jüdische Viertel der Stadt. An viele Orten bekommt man spannende Einblicke, sieht zum Beispiel einen gigantischen mittelalterlichen Backofen oder den früheren Durchgang zu einer Synagoge.

Mehr Informationen:

"Inter Judeos"
Outdoor-Ausstellung im Stadtgebiet von Erfurt
bis Mai 2022

Eintritt kostenfrei

Einen Übersichtsplan über die einzelnen Standpunkte gibts in der Alten Synagoge. Es gibt auch ein Actionbound, eine virtuelle Schnitzeljagd, die per App dazu heruntergeladen werden kann.

Gera: Jahrzehntelang verborgene Barlach-Werke entdecken

Ernst Barlach: Verzweiflung (Der Verzweifelte), 1922, Kohle
Ernst Barlach: Verzweiflung (Der Verzweifelte), 1922, Kohle Bildrechte: Kunstsammlung Gera

Ernst Barlach verstand sich vor allem als Holzbildhauer. Er fertigte aber auch Lithographien, Plastiken, Porzellanskulpturen, Holzschnitte und ausdrucksstarke Kohlezeichnungen an, die jetzt in der Kunstsammlung Orangerie Gera zu sehen sind. In seinen Werken setzte sich Barlach mit der menschlichen Figur auseinander und übte Kritik an seiner Zeit, insbesondere an den Auswirkungen des Ersten Weltkriegs. Seine Skulpturen zeigen Eiferer, Zweifelnde oder auch Notleidende.

Kultur

Ernst Barlach: Selbstbildnis II, 1928, Lithographie
Ernst Barlach: Selbstbildnis II, 1928, Lithographie Bildrechte: Kunstsammlung Gera

Mehr Informationen:

Ausstellung "Ernst Barlach – Spiegel des Lebens"
Werke aus der Sammlung Niescher
ab 10. November 2021 bis 13. Februar 2022

Kunstsammlung / Orangerie Gera
Küchengartenallee 5
07548 Gera

Öffnungszeiten: täglich 11 bis 17 Uhr, Montags geschlossen

Barrierefreiheit: barrierefreier Zugang möglich Eintritt: 5 Euro, ermäßigt 3 Euro Über aktuelle Coronaregelungen informieren Sie sich bitte auf der Homepage der Kunstsammlung / Orangerie Gera.

Schleusingen: Naturhistorisches Museum Schloss Bertholdsburg zeigt "Sonderbare Meerestiere"

Elefantenohr-Schwamm, Schmuck-Geisterpfeifenfisch, Phantom-Samtfisch, Pfeilschwanzkrebs, Blaustreifen-Säbelzahnschleimfisch – die Liste mysteriöser Meeresbewohner, die kaum einer kennt, ist lang. In Schleusingen in Thüringen gibt es im Naturhistorischen Museum Schloss Bertholdsburg ab sofort die Ausstellung "Sonderbare Meerestiere" zu sehen. Sie besteht aus hochauflösenden Unterwasserfotografien und präparierten Originalen.

Mehr zur Ausstellung

"Sonderbare Meerestiere"
20. November 2021 bis 30. April 2022

Naturhistorisches Museum
Schloss Bertholdsburg
Burgstraße 6
98553 Schleusingen

Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag: 9 bis 17 Uhr, Samstag und Sonntag sowie an Feiertagen: 10 bis 18 Uhr

Es gilt die 2G-Regelung.

Weimar: der deutsche Impressionist Ludwig von Gleichen-Rußwurm

Ludwig von Gleichen-Rußwurm, Landschaft mit Windmühle, Öl auf Leinwand, 1901
Ludwig von Gleichen-Rußwurm, Landschaft mit Windmühle, Öl auf Leinwand, 1901 Bildrechte: Andreas Bestle, © Museum im Kulturspeicher

Ludwig von Gleichen-Rußwurm ist der einzige Enkel des deutschen Nationaldichters Friedrich Schiller – und er ist auch ein herausragender Maler, ein früher Vertreter des Impressionismus in Deutschland. Sein Werk kannten lange Zeit nur Kenner, was sich jetzt ändern könnte, denn in Weimar wird eine Schau seiner Bilder gezeigt. Es ist die erste seit über 100 Jahren. 85 Werke gibt es in der Ausstellung "Landschaften im Licht" im Schillermuseum zu sehen, es sind 26 Gemälde, etliche Aquarelle, Zeichnungen und Druckgrafiken.

Nachvollziehbar wird die Wertschätzung, die Kuratoren Gleichen-Rußwurms Schaffen entgegen brachten und bringen, auch wenn ihn Zeitgenossen bisweilen als "Spinat-Mitmaler" bezeichneten, was auf sein Faible für viel landschaftliches Grün hindeutet. Doch auch Menschen hat er dargestellt, eher dezent, dafür aber gerade die einfachen Leute.

Informationen zur Ausstellung

"Landschaften im Licht. Der Impressionist Ludwig von Gleichen-Rußwurm"
23. Oktober 2021 bis 16. Januar 2022

Schiller-Museum Weimar
Schillerstraße 12
99423 Weimar

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag, 9:30 bis 16 Uhr

Eintritt: Erwachsene 6 Euro, ermäßigt 4 Euro, Schüler (16 bis 20 Jahre) 2 Euro

Gotha: Schloss Friedenstein zeigt zurückgekehrte Meisterwerke

"Bildnis eines jungen Mannes" von Frans Hals (um 1580/85–1666), um 1636, Öl auf Leinwand,  auf Holz geozogen, SSFG
"Bildnis eines jungen Mannes" von Frans Hals (um 1580/85–1666), um 1636, Öl auf Leinwand, auf Holz geozogen, SSFG Bildrechte: Stiftung Schloss Friedenstein Gotha

Die Sonderausstellung "Wieder zurück in Gotha! – Die verlorenen Meisterwerke" im Herzogliches Museum Gotha ist so etwas wie das Happy End eines Krimis. Denn ausgestellt werden fünf wertvolle Altmeistergemälde, die im Dezember 1979 beim wohl spektakulärsten Kunstraub der DDR aus Schloss Friedenstein gestohlen wurden. 2020 kehrten sie endlich wieder zurück. Zu den heimgekehrten Kunstwerken gehören Frans Hals' "Brustbild eines unbekannten Herrn mit Hut", "Heilige Katharina" von Hans Holbein dem Älteren sowie "Landstraße mit Bauernwagen und Kühen" von Jan Brueghel dem Älteren.

Doch auch Wehmut mischt sich in die Ausstellung, denn neben den fünf frisch restaurierten, wertvollen Altmeistergemälden zeigt die Ausstellung auch schmerzhafte "Leerstellen" in einer Art Schattengalerie mit bilderlosen Rahmen. Sie stehen für die etwa 120 Bilder, die kriegsbedingt verloren gingen oder aus kommerziellen Gründen, durch Diebstahl oder Brände bis heute für Gotha verloren sind.

Informationen zur Ausstellung

"Wieder zurück in Gotha! - Die verlorenen Meisterwerke"
24. Oktober 2021 bis 22. August 2022

Herzogliches Museum Gotha
Schlossplatz 2
99867 Gotha

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag: 10 bis 17 Uhr (April bis Oktober) 10 bis 16 Uhr (November bis März)
An Feiertagen geöffnet, 24. und 31.12.2021 geschlossen.

Eintritt: 5,00 Euro (ermäßigt 2,50 Euro) Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre frei.

Weimar: Bauhaus-Frauen im Fokus

Alma Siedhoff-Buscher, Struktur- und Kompositionsstudie, Unterricht Johannes Itten, Kohle auf Velin, um 1920
Alma Siedhoff-Buscher, hier mit einer Kompositionsstudie" gehört zu den bekannteren Bauhaus-Frauen. Bildrechte: Klassik Stiftung Weimar

Die Ausstellung "Vergessene Bauhaus-Frauen" zeigt die weibliche Seite der Kunstschule, die noch etwas unterbelichtet ist. Das will das Bauhaus-Museum in Weimar nun ändern und macht in der Ausstellung, die bis zum 4. Januar 2022 zu sehen ist, die Werke und Lebensläufe von 39 bisher weniger oder unbekannten Bauhäuslerinnen bekannt.

Zu den Entdeckungen gehören Fotos und Collagen von Hilde Horn, einer Gebrauchsgrafikerin, die den Vorkurs bei Lázló Moholy-Nagy besuchte, Bauhausmeister für experimentelle Fotografie. Ein Foto Horns erinnert an Marianne Brandts berühmte fotografische Erkundungen der Metallwerkstatt im Geist des "Neuen Sehens": Uhren, Metallspäne oder Hohlspiegel wurden irritierend arrangiert und angeschnitten.

Informationen zur Ausstellung

"Vergessene Bauhaus-Frauen"
Sonderausstellung
2. Oktober 2021 bis 4. Januar 2022

Bauhaus-Museum Weimar
Stéphane-Hessel-Platz 1
99423 Weimar

Öffnungszeiten: Mittwoch bis Montag, 9:30 bis 18 Uhr, Dienstag geschlossen


Eisenach: Nationalsozialismus und Kirche

Im Eisenacher Lutherhaus wird die Sonderausstellung "Erforschung und Beseitigung. Das kirchliche 'Entjudungsinstitut' 1939-1945" gezeigt. Elf evangelische Landeskirchen finanzierten damals eine pseudowissenschaftliche Einrichtung, um den christlichen Glauben mit der nationalsozialistischen Ideologie kompatibel zu machen. Die Schau zeigt, wie das Institut gearbeitet hat und welche Nachwirkungen es bis heute gibt.

Informationen zur Ausstellung

"Erforschung und Beseitigung. Das kirchliche 'Entjudungsinstitut' 1939-1945"
20. September 2019 bis 23. Dezember 2022

Lutherhaus Eisenach
Lutherplatz 8
99817 Eisenach

Eisfeld: "Eisfeld rasiert die Welt"

Eine alte Werbung für Rasierklingen.
Historisches Werbeplakat: Harry's wurde 1920 von Albin Ritzmann als "Ritzma-Werke" in Eisfeld gegründet". Bildrechte: Bettina Ehrlich / MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Seit 1920 werden im südthüringischen Eisfeld Rasierklingen hergestellt und weltweit verkauft. "Eisfeld rasiert die Welt" heißt deshalb die neue Sonderausstellung im Museum des Eisfelder Schlosses, die auf 100 Jahre Kulturgeschichte der Rasur zurückblickt.

Informationen zur Ausstellung

"Eisfeld rasiert die Welt"
Sonderausstellung
bis Ende 2021

Museum Schloss Eisfeld
Museum Eisfeld
Marktplatz 2
98673 Eisfeld

Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag: 10 bia 16 Uhr Samstag und Sonntag: 13 bis 17 Uhr

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 10. Dezember 2020 | 17:10 Uhr