Schadbilder am Apfel Braune Flecken am Apfel - was hilft gegen Stippe?

Äpfel im Winterlager entwickeln braune Flecken – die so genannte Stippe – wenn sie während des Wachstums zu wenig Calcium gespeichert haben. Monika Möhler, vom Lehr und Versuchszentrum für Gartenbau in Erfurt erklärt, was Sie tun können, um Stippe zu vermeiden.

Äpfel mit kleinen schwarzen Punkten auf der Schale
Kleine braune Stellen am Apfel nennt man Stippe. Die Früchte schmecken bitter und sind ungenießbar. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft

Stippigkeit wird durch eine Mangelernährung der Äpfel hervorgerufen. Wenn der Sommer trocken ist und der Baum nicht gegossen wird, gerät das Nährstoffgleichgewicht aus den Fugen, der Zellverband bricht zusammen, erklärt die Obstbaumexpertin Monika Möhler. Äpfel brauchen Kali, Calzium und Magnesium. Calzium kann aber bei Wasserentzug nicht mehr aufgenommen werden. Durch den Kalziummangel entstehen bittere Stellen meist unterhalb der Kelchblätter. Der Apfel wird bitter und ungenießbar.

Stippe vorbeugen - Gießen ist das A und O

Der Apfel nimmt leichter Kalium auf. Calcium und Magnesium gelangen schwerer in den Apfel. Vor allem in der Wachstumsphase der Früchte, also kurz nach der Blüte, ist es wichtig, dass auch Calcium und Magnesium in der Frucht ankommen und auch dort gespeichert werden. Damit das gelingt, braucht der Baum Hilfe und zwar in der Zeit, wenn die Früchte haselnuss- bis wallnussgroß sind.

Viele Äpfel liegen auf einem Tisch und haben viele braune Flecken.
Die braunen Flecken sind ein Anzeichen für Stippe Bildrechte: MDR/Daniela Dufft

Damit die Früchte die Nährstoffe aus dem Boden überhaupt aufnehmen können, braucht der Baum Wasser. Gießen Sie den Baum in Trockenzeiten tiefgründig und legen Sie eine Baumscheibe an, die zum Beispiel mit Grasschnitt gedüngt die Feuchtigkeit im Boden hält. Auch ein mäßiger, nicht zu starker Baumschnitt helfen die Früchte gut zu versorgen. Ein Calciumräuber sind allerdings die Blätter. Wenn sie nicht ausreichend mit Calcium versorgt sind, ziehen sie es aus den Früchten wieder ab. Deswegen muss ihr Hunger beispielsweise durch die Gabe eines Blattdüngers gestillt werden. Erst dann kann der Baum die Nährstoffe aus dem Boden in die Früchte leiten und sie dort auch speichern.

Die Blattdüngung sollte von Juni bis August erfolgen. Monika Möhler empfiehlt fünf Gaben: eine Gabe Ende Juni, zwei Gaben im Juli und zwei im August. Blattdünger ist übrigens kein Pflanzenschutz-, sondern ein Stärkungsmittel. Es ist also für den Verzehr unbedenklich, ergänzt Monika Möhler. 

Der größte Quatsch den man machen kann, ist den Boden zu kalken, wenn der pH-Wert hoch ist. In Mitteldeutschland ist das so. Dann ist nämlich genügend Calcium im Boden, der Baum kann es nur nicht aufnehmen. Hier hilft nur gießen.

Monika Möhler von der Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau in Erfurt

Weitere Tipps von der Expertin:

  • Die Anfälligkeit für Stippigkeit ist sortenabhängig. Cox Orange, Boskop sind Äpfel, die schnell befallen werden.
  • Mulchen mit verschiedenen Materialien hilft, den Baum gleichmäßig zu bewässern. Hier eigenen sich Blähschiefer oder Ziegelsplitt.
  • Starker Rückschnitt regt den Baumwuchs an. Der Baum trägt dann allerdings weniger dafür größere Äpfel.
  • Je größer die Äpfel, desto höher ist das Calcium-Defizit.
  • Eine regelmäßiger Schnitt zweimal im Jahr hilft dem Baum, eine gute Menge Früchte anzusetzen, die dann mittelgroß werden und gut gelagert werden können.

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Radiogarten | 10. Oktober 2020 | 09:00 Uhr