Frühblüher "Tulpenblüten kann man essen" und andere Fakten

Neben Krokussen und Schneeglöckchen sind Tulpen die ersten Boten des Frühlings. Die Blümchen haben eine bewegte Geschichte hinter sich und stecken voller Überraschungen. Was sie schon immer über Tulpen wissen wollten.

Wenn die Tulpen blühen ist klar: Bald wird es warm, der Frühling naht. Dabei war das nicht immer so: Tulpen kommen nämlich eigentlich gar nicht aus hiesigen Gefilden. Holland ist auch nicht ihre Heimat.

1. Tulpen kommen aus dem Himalaya

Kleine Tulpen mit weiß-gelben Blüten in einem Gefäß
Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Wissenschaftler, die die Geschichte der Tulpe untersucht haben, konnten sie bis ins 9. Jahrhundert zurückverfolgen. Also vor gut 1000 Jahren wurden Tulpen das erste Mal schriftlich erwähnt. Sie kamen wohl aus dem Himalaya, über die Türkei nach Holland.

2. Tulpenzwiebeln waren die Bitcoins des Mittelalters

In den 1560ern kamen die Tulpen nach Holland und galten dort als Liebhaberobjekt. Nur die Schönen und Reichen konnten sich Tulpen leisten und waren bereit, für Tulpenzwiebeln horrende Preise zu zahlen. Das lockte Spekulanten ins Geschäft mit den Tulpenzwiebeln, die auf das große Geld hofften. Zwischenzeitlich war eine Tulpenzwiebel so viel wert wie ein Haus. Diese "Tulpenblase" platzte aber völlig abrupt im Jahr 1637.

3. Tulpenblüten kann man essen

Die Blütenblätter von Tulpen passen gut in Salate und Süßspeisen.. Sie sollen knackig sein und leicht süß schmecken. Manche beschreiben den Geschmack aber auch nur als "neutral". Den Rest der Tulpen sollte man aber lieber nicht essen. Tulpenzwiebeln sind sogar giftig. Wer sie isst muss mit Erbrechen und Durchfall rechnen.

4. Tulpen verdanken ihren Namen einem Fehler

Tulpen in hellvioletter Tönung
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Schuld ist ein Mann Namens Ogier Ghiselin de Busbecq. Er nannte die Blume in einem Brief "tulipa turcarum". Dabei hat er sich wohl verhört. Er verwechselte den Namen mit der Bezeichnung für die turbanähnliche Blütenform: "Tülbent". Eigentlich hieß die Blume damals in der Türkei schlicht "Lale".

5. Tulpen gibt es in vielen Farben, nur nicht in blau

Die Tuple ist aber nicht die einzige Art in der es kein Blau gibt. Mit der blauen Farbe geht die Natur eher sparsam um.

6. Tulpen sind die Nationalblumen von verschiedenen Ländern

Die Türkei, Kirgistan, Ungarn und die Niederlande (logisch) haben die Tulpe als Nationalblume. Deutschland hat übrigens keine offizielle Nationalblume.

7. Tulpen wachsen weiter, nachdem du sie abgeschnitten hast

Und das teilweise sogar richtig schnell. Deshalb wird empfohlen, die Blumen in eine hohe Vase zu stellen. Wenn Sie sie dann noch mit einem Messer schräg anschneiden, halten sie bis zu einer Woche.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 20. Januar 2019 | 08:30 Uhr