Exotisches Gemüse Wassermelonen im Garten anbauen, pflegen und ernten

botanisch: Citrullus lanatus

Wassermelonen können auch im eigenen Garten angebaut werden. Derzeit laufen im Lehr- und Versuchszentrum für Gartenbau in Erfurt Versuche mit Wassermelonen. Auf einem Feld wachsen verschiedene Sorten. Auch wenn der Versuch noch nicht abgeschlossen ist, die ersten aromatischen und süßen Melonen konnten schon geerntet werden. Mit Martin Krumbein, dem Experten für Gemüsebau, sprachen wir über das süße und saftige Gemüse und welche Bedingungen es braucht, um gut zu gedeihen.

aufgeschnittene Wassermelone auf einem Holzbrett
Wassermelonen vom eigenen Beet schmecken am allerbesten. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Melonen werden gern als erfrischendes Sommerobst angeboten. Dabei zählen sie zum Fruchtgemüse und gehören zur Familie der Kürbisgewächse, wie Zucchini und Gurken. Ihren Ursprung vermuten Botaniker in Afrika. Von hier verbreiteten sich Melonen über die Türkei und Italien nach Westeuropa. Die Spanier brachten die wasserspendenden Früchte schließlich bis nach Amerika. Heute werden Melonen weltweit angebaut.

Melonen Melone ist nicht gleich Melone. Man unterscheidet die Wassermelone und die Zuckermelone (Honigmelone). Beide gehören zwar zur selben Pflanzenfamilie, aber zu unterschiedlichen Gattungen. Die Zuckermelone (Cucumis melo) gehört zu Gattung der Gurken, die Wassermelone (Citrullus lanatus) gehört zu Gattung der Citrullus.

Melonen anbauen – Erfolgsaussichten

Melonen-Pflanzen in einem Beet
Melonen mögen es dauerhaft warm und sonnig, dann wachsen die Pflanzen auch im Bauern- oder Kleingarten. Bildrechte: MDR/Grit Hasselmann

Ob der Anbau der sonnenliebenden Früchte gelingt, hängt vom Klima und der Witterung des jeweiligen Jahres in einer bestimmten Region ab. Melonen mögen es dauerhaft warm und sonnig. Der Anbau gelingt deshalb in südlichen, eher milden Gegenden mit vielen Sonnentagen besser als im stürmischen, kühlen Norden des Landes. Ganz wichtig ist außerdem, dass die Pflanzen keinen Spätfrösten ausgesetzt sind. Auch ein kühler, verregneter Sommer kann die Ernte verderben.

Den Melonenanbau vorbereiten

Auf einem Beet wachsen Melonen
Eine scharze Mulchfolie erwärmt den Boden und unterdrückt Unkrautwuchs. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Wer erfolgreich Melonen anbauen möchte, sollte das Beet gut vorbereiten, empfiehlt Gemüseexperte Martin Krumbein. Im Lehr- und Versuchszentrum für Gartenbau wurden deshalb schon drei Wochen vor dem Ausbringen der Pflanzen dunkle Folienstreifen über die Beete gelegt und die Ränder links und rechts eingegraben. Die schwarze Mulchfolie sorgt dafür, dass sich die Erde erwärmt und die Wärme auch länger gespeichert werden kann. Außerdem unterdrückt sie das Unkrautwachstum und reduziert die Wasserverdunstung. Zusätzlich wurden unter die Folie Bewässerungsschläuche ausgelegt, damit die Pflanzen gleichmäßig bewässert werden können.

Melonen aus Samen vorziehen

Melonen können aus Samen gezogen werden, sagt Martin Krumbein. Das geschieht am besten im März in einem Gewächshaus oder in einem hellen Raum wie einem Wintergarten. Der Raum sollte etwa 22 bis 25 Grad Celsius warm sein und eine hohe Luftfeuchtigkeit haben. Jungpflanzen aus Samen in einer Wohnung zu ziehen sei aber nicht einfach, warnt der Experte. Die meisten Wohnungen sind viel zu trocken. Das führt dazu, dass die Pflanzen dünn und gakelig werden. Deswegen rät Martin Krumbein, Jungpflanzen lieber vom Gärtner zu kaufen.

Bei den meisten Fruchtgemüsearten muss man eine Vorkultur machen,  sonst reicht die Vegetationszeit nicht aus und die Früchte werden nicht reif. Dazu zählen beispielsweise Tomaten, Gurken, Paprika, Zucchini, Kürbis und eben auch Melonen.

Martin Krumbein, Gemüseexperte

Jungpflanzen setzen

Die Jungpflanzen kommen ins Beet, sobald es sicher frostfrei ist. Nach der Pflanzung sollten sie mit dünnem, weißem Vlies abgedeckt werden. Das schützt vor kühlen Nächten und Schädlingen. 

Boden und Standort

Feld mit vielen Wassermelonenpflanzen
Das Melonenfeld im Lehr- und Versuchszentrum Gartenbau: Die Netze schützen die Früchte vor hungrigen Vögeln. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Der Standort ist wichtiger als der Boden, sagt Martin Krumbein.  Die Wassermelone ist eine empfindliche Pflanze, die vor Kälte, Trockenheit und Wind geschützt werden muss. Um große, süße Früchte zu bilden, braucht sie es sonnig und eine hohe Temperatursumme, d.h. viele warme Sonnentage im Verlauf der Vegetationsperiode.

Ideal ist ein mittelschwerer, humusreicher Boden, der Wasser und Nährstoffe gut speichern kann. Auf zu leichten, sandigen Böden funktioniert der Anbau nicht. Auch auf lehmigen Böden sind die Ernteaussichten gering. Ganz wichtig: Bei Blühbeginn muss das Vlies abgenommen werden, damit Bienen die Blüten bestäuben können.

Melonen pflegen

Melonen sollten auf keinen Fall austrocknen und müssen regelmäßig gegossen werden. Besonders wichtig ist das Gießen, wenn sich die ersten Fruchtansätze zeigen. Achten Sie darauf, dass das Wasser bis in eine Tiefe von 20 Zentimeter durchgedrungen ist. Der Ertrag kann durch die wöchentliche Gabe eines Flüssigdüngers erhöht werden.

Melonen – Wuchs und Reife

Gelbe Stelle der Liegefläche an einer Melone
Färbt sich die Liegefläche der Melone gelb, ist die Frucht reif. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Melonen sind einjährig und bilden – ähnlich wie Kürbisse – meterlange, rankende Triebe mit dunklen behaarten Blättern. An einer Melonenpflanze können je nach Fruchtgröße vier bis acht Früchte wachsen. Je nach Sorte sind Melonen ab August reif und werden bis in den September hinein geerntet. Die Reife lässt sich gut an einer kräftigen Gelbfärbung der Liegefläche erkennen. Ebenfalls ein sicheres Zeichen für die Genussreife ist, wenn das erste Blatt vor der Frucht verwelkt ist. Die Kerne sind dann manchmal noch hell, das macht aber nichts und schmälert nicht den Geschmack der Melonen.

Sortentipps

Melonenkultur ist in Deutschland noch nicht weit verbreitet, die Sortenversuche stehen noch am Anfang. Das Lehr- und Versuchszentrum für Gartenbau Erfurt testet in diesem Jahr erstmals den Wassermelonenanbau verschiedener Sorten. Trotzdem kann Martin Krumbein schon einige Empfehlungen geben.

Eine bekanntere Sorte, die gut gewachsen ist und in warmen Gegenden gut wächst, ist 'Crisby'. Sie bildet mittlere bis große Früchte und ist ein gestreifter Sortentyp. Im Versuch sind weiterhin kleinfruchtigere Sorten wie die 'Mini-Love' und zwei kernlose Sorten 'Gatinho' und 'Tigrinho'.

Samen von Melonen gewinnen

Melonen aus dem Supermarkt sind meist F1-Hybriden, deren Samen wiederum nicht als Saatgut genutzt werden können, da sie andere Eigenschaften als die Mutterpflanze entwickeln. Samen können nur aus samenechten Sorten gewonnen werden. Es lohnt sich also ein Weg zum Bio-Gärtner des Vertrauens.

Krankheiten

Melonen sind sehr robust und nicht krankheitsanfällig. Das einzige was der Pflanze zusetzen kann, ist echter Mehltau oder Schäden durch Vögel oder Mäuse.

Reife Wassermelonen auf einem Feld
An einer Pflanze wachsen je nach Sorte vie bis acht Früchte. Bildrechte: imago/Photocase

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 25. August 2019 | 08:30 Uhr