rosa  Begonie.
Begonien zeigen eine große Vielfalt an Blütenfarben und -formen. Bildrechte: MDR/Michael Kremer

Pflanzen von A bis Z | Ziergarten Begonie

bot. Begonia-Tuberhybrida-Gruppe; Schiefblatt

Die Begonie wird wegen ihrer eigentümlichen Blattformen auch Schiefblatt genannt. Die Pflanze wächst ursprünglich am Boden tropischer Wälder, daher vertragen viele Begonien Schatten und kommen mit wenig Dünger aus. Regen und Wind mögen die Zierpflanzen dagegen gar nicht.

rosa  Begonie.
Begonien zeigen eine große Vielfalt an Blütenfarben und -formen. Bildrechte: MDR/Michael Kremer
Auf einen Blick
Heimat Tropen
Pflanzenfamilie Schiefblattgewächse (Begoniaceae)
Wuchs Je nach Sorte werden Knollen-Begonien 15 bis 60 Zentimeter hoch und bis zu 45 Zentimeter breit.
Blüte Die Vielfalt bei den Farben reicht von Weiß über Gelb-, Orange- und Rosatöne bis hin zu Rot. Es gibt zahlreiche, teils hängend wachsende Sorten mit sehr großen bis kleinen, zarten Blüten.
Blütezeit Mai bis Oktober
Standort sonnig bis halbschattig, geschützt vor Wind und Regen
Boden humos und nährstoffreich
Winterhart Abgetrocknete Knollen können bei 5 bis 15°C überwintert werden.
Mehrjährig ja
Besonderheiten Ab Ende Februar können die Knollen mit der nach innen gewölbten Seite nach oben in Töpfen angetrieben werden. Dazu brauchen sie einen hellen Standort und Temperaturen zwischen 18 und 22 Grad. Erst Mitte Mai dürfen die Begonien nach draußen. Als Langtagpflanzen benötigen sie mindestens zwölf Stunden Sonnenschein, um reichlich zu blühen.

Begonien werden seit mehr als 200 Jahren züchterisch bearbeitet. Besondere Beachtung finden schöne Blüten und außergewöhnliche Blattzeichnungen sowie -formen. Ihrer schönen Blüten wegen werden vor allem Elatior-Begonien und Knollenbegonien kultiviert. Die Zierpflanzen haben nicht immer Knollen: Viele im Handel erhältlichen Pflanzen wurden aus Samen gezogen oder durch Pflanzenzellen vermehrt. Sie bilden nur bedingt Knollen aus, bevor der Herbst gekommen ist. Eine Überwinterung kann aber trotzdem gewagt werden.

Manche Begonie blüht sogar dort, wo kein Sonnenstrahl die Pflanze trifft. Lediglich hell sollte ihr Standort sein. Elatior-Begonien sind zwar als Zimmerpflanzen bekannt, im Frühjahr in Gartencentern gekaufte Exemplare gedeihen aber auch draußen.

Standort und Pflege

So elegant sie erscheint, so pflegeleicht ist die Begonie doch. Den meisten Arten und Sorten genügt ein halbschattiger Standort im Freien oder im Zimmer, um zu gedeihen. Die Pflanze steht am besten an einem Platz, wo sie vor Regen und Wind geschützt ist, damit die Blüten keinen Schaden nehmen. Zu viel Wasser von oben kann dazu führen, dass die Knollen faulen. Kunstdünger mögen die salzempfindlichen Gewächse übrigens auch nicht. Besser ist es, sie in lockeren, humusreichen Boden zu setzen, aus dem sie sich ihre Nahrung selbst holen. Das Gießen darf jedoch in keinem Falle vergessen werden, denn Trockenstress können Begonien nicht verkraften. Er führt zu Blütenabwurf und Welke. Staunässe ist ebenfalls schädlich. Die Faustregel lautet: Die Erde der Begonien sollte abtrocknen, aber nicht austrocknen.

Vermehrung

Die Vermehrung kann im privaten Anbau nur über Stecklinge oder die Teilung der Knollen erfolgen, da das Saatgut der Begonien winzig ist und nicht lange fruchtbar bleibt. Stecklinge können von den wurzelbildenden Formen jederzeit genommen werden. Hierbei gilt, dass diese immer besser anwurzeln, wenn sie nicht blühen.

Eine besondere Art der Stecklingsvermehrung mit einem so genannten Blattsteckling ist bei der Begonie ebenfalls möglich. Hierfür schneidet man einzelne Blätter ab. Diese werden entlang der dickeren Blattnerven mit einem Messer durchstochen und sofort auf feuchte Anzuchterde gelegt. Diese wird feucht gehalten und mit einer Folie abgedeckt. Einmal täglich sollte gelüftet werden, um Schimmelbefall zu vermeiden. Nach etwa 14 Tagen haben sich an den Schnittstellen zahlreiche Tochterpflanzen gebildet. Sobald sie etwa drei Blätter ausgebildet haben, können sie abgenommen werden. 

Überwinterung

Die Überwinterung gelingt am besten an einem hellen und kühlen Platz mit Temperaturen zwischen 10 und 15°C. Die Knollen sollten in lockerem Substrat lagern. Zeigen sich beim Ausgraben im Frühjahr Schäden an größeren Knollen, können die betroffenen Stellen mit einem sauberen, scharfen Messer entfernt werden. Ab März können die Begonienknollen in einer flachen Schale in Erde-Sand-Gemisch angetrieben werden. Knollen und Substrat dürfen nicht austrocknen. Wer keine alte Pflanze überwintern will, kann sie durch Stecklinge sowohl verjüngen als auch vermehren.

Dunkelbraune, etwa handtellergroße Knollen von Begonien liegen halb mit Pflanzerde bedeckt in einer Schale aus weißem Kunststoff, während egapark-Mitarbeiterin Melanie Trinks mit Gartenhandschuhen weitere Erde in das Gefäße gibt
Bei Begonienknollen ist die obere Seite nach innen gewölbt. Ab März können sie in einer flachen Schale angetrieben werden. Bildrechte: MDR/Andreas Metzmacher

Gestaltung mit den Pflanzen

Besonders schön wirken Pflanzenkombinationen, in denen sich mehrere Farbtöne wiederholen. Hier bietet es sich an, die Blütenfarben des Edellieschens mit den Blattfarben von Blattbegonien abzustimmen. Mit einigen kontrastierenden Begonien können auch schöne Muster in halbschattige Gartenbeete gepflanzt werden.

Ebenfalls ein Blickfang kann durch gezielte Kombination von hellen und dunklen Tönen entstehen. Hierzu können weiß blühende, aber dunkellaubige Eisbegonien mit ebenfalls weiß blühenden Edellieschen gepflanzt werden. In Reihe gepflanzt wirken sie ordentlich und geradlinig. In Wellenlinien gepflanzt entsteht ein belebtes Bild an absonnigen bis halbschattigen Plätzen des Gartens.

Hängende Begoniensorten eignen sich besonders gut für Ampeln, aber auch für Blumenkästen. Hängende Pflanzen und ähnliche Begonien in Beeten am Haus - das kann ein schönes Gesamtbild ergeben. Will man mit den Pflanzen halbschattige Stellen aufhellen, bietet es sich an, Edellieschen mit heller Blattzeichnung und Begonien mit hellen Blättern und Blüten zu pflanzen. Durch dunkle Farbtöne lässt sich dieser Effekt auch umkehren und somit ein halbschattiger Teil des Gartens optisch abdunkeln, wodurch ein verwunschener Ort oder auch romantischer Blickpunkt im hauseigenen Grün entsteht.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 11. Februar 2018 | 08:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 11. Februar 2018, 08:30 Uhr