Ein Tropfschlauch auf einem Gemüsebeet mit Mangold
Verborgen zwischen den Pflanzen liegt der Tropfschlauch im Beet. Er liefert Wasser, wenn der Zulauf über die Computersteuerung geöffnet wird. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft

Leichter gärtnern dank neuer Technik Den Garten automatisch gießen: Oberirdische Tröpfchenbewässerung verlegen

31. August 2023, 13:32 Uhr

Wer seinen Garten automatisch bewässern will, braucht nicht nur einen Tropfschlauch am Wasserhahn, sondern viel Technik. Wir zeigen ein Beispiel, wie so eine Anlage für verschiedene Gemüsebeete aussehen kann.

Heiße Sommer, lange Tage ohne Regen, Urlaube ohne Gießdienst - die regelmäßige Wasserversorgung der Pflanzen ist für viele Gärtner ein großes Problem. Eine Bewässerungsanlage kann helfen, die Pflanzen zu versorgen und den Boden feucht zu halten. Es gibt verschiedene Bewässerungssysteme: die oberirdische oder unterirdische Bewässerung mit einem Tropfschlauch, das Gießen mit einer Sprinkleranlage oder mit Kreisregner.

Der Plan: Das Gießen automatisieren

Jeder Garten ist anders. Welche Variante der Bewässerung man wählt, hängt von den individuellen Gegebenheiten ab. Wer verschiedene Beete und Pflanzungen im Garten separat bewässern möchte, braucht einen Verteiler für das Wasser. Wer nicht jeden Tag in seinen Garten kann, wählt eine automatische Bewässerungsanlage, die von einem kleinen Bewässerungscomputer gesteuert wird. Wer die Tropfschläuche nicht sehen will, kann sie vergraben.

Im Kleingarten unseres Strebergärtners Fabian Fröderking fließt das Wasser beispielsweise über den steilen Hang schnell ab. Er möchte seine vielen Gemüsebeete aber regelmäßig mit Wasser versorgen. Und zwar jedes einzeln nach Bedarf und ohne, dass er im Garten vor Ort sein muss. Fabian hat sich aus mehreren Gründen für eine oberirdische Tröpfchenbewässerung entschieden. So sieht er genau, wo Wasser hintropft und kann kontrollieren, ob die Schläuche intakt sind. Der Tropfschlauch lässt sich flexibel platzieren, um die Pflanzen gezielt zu bewässern. Auch die Gefahr, dass sich die Tropflöcher mit Erde zusetzen oder der Schlauch durch Arbeiten auf dem Beet beschädigt wird, ist gering.

Wasserleitungen und Schläuche verlegen

Ein Verteiler ist das Herzstück der Bewässerungsanlage. Von diesem Verteiler aus hat der Kleingärtner unterirdisch Rohre zu den einzelnen Gemüsebeeten gelegt, die am Ende mit den Tropfschläuchen verbunden werden.

Verteiler Bewässerungsanlage mit Schläuchen
Über den Verteiler können die Beete einzeln bewässert werden. Er wird über einen Bewässerungscomputer gesteuert. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft

Für die Rohre hat er einen schmalen, etwa 30 Zentimeter tiefen Graben gegraben. Die Rohre werden mit T- und L-Stücken verbunden. Ein Testdurchlauf sorgt für Sicherheit, dass alles dicht ist, bevor die Gräben mit den ausgestochenen Grasnarben wieder verschlossen werden.

Fabian Fröderking zeigt Gräben in seinem garten, in denen Rohre verlegt sind. 3 min
Bildrechte: MDR/Daniela Dufft

Im letzten Schritt kommen die Tropfschläuche in Schleifen aufs Beet und werden mit speziellen Anschlussdosen mit den unterirdischen Zuleitungen verbunden. 

An einer Dose in der Erde ist ein Wasserschlauch angeschlossen, rundum wachsen Pflanzen
Die Anschlussdosen sind eingegraben und sind die Verbindung zwischen vergrabenen Zuleitungen und den oberirdischen Tropfschläuchen. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft

Einkaufsliste für die Bewässerungsanlage + Bewässerungscomputer
+ Wasserverteiler
+ Verbindungsstücke: L- und T- zum Verbinden der Zuleitungen
+ Pro Beet eine Anschlussdose, die Tropfschlauch und Zuleitungen verbindet
+ Wasserrohre/ Zuleitungen
+ Tropfschläuche
+ Diverse Einzelteile wie Schlauchanschluss (verbindet Anschlussdose und Tropfschlauch)
+ Entwässerungsventil

Technik für die automatisierte Tröpfchenbewässerungsanlage

Um das Wasser nach Bedarf in seinem Garten zu verteilen, hat Fabian einen batteriebetriebenen Bewässerungscomputer installiert. Dieser wird entweder am Wasserhahn oder an der Regentonne angeschlossen. Dort kann er direkt eingeben, welche Beete mit welcher Menge Wasser versorgt werden sollen. In Regenzeiten kann eine Bewässerungspause programmiert werden. Für Gärtner, die nicht regelmäßig in ihren Garten kommen, gibt es auch Modelle, die übers Handy gesteuert werden können.

Bewässerungscomputer
Der Computer steuert, wann Wasser durchgelassen wird und wann nicht. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft

Automatisch oder nicht? Ein Computer bietet Vorteile für Gärtner, die ihren Garten nicht am Haus haben oder für längere Zeiten abwesend sind. Wer seinen Garten am Haus hat oder keine teure Technik einbauen möchte, muss die Bewässerung per Hand starten und beenden.

Bewässerungsanlage wird im Winter abgebaut

Oberirdische Bewässerungsanlagen sind nur in den Sommermonaten in Betrieb. Im Herbst werden die Tropfschläuche abgebaut und alles winterfest gemacht. Die Tropfschläuche werden dann erst im Frühjahr wieder auf den Beeten platziert, wenn der Boden vorbereitet ist und und nur noch bepflanzt werden muss. Die unterirdischen Zuleitungen bleiben im Winter im Boden. Das Wasser wird über ein Ventil in die Erde abgelassen.

Ein Wasserhahn in einer Kiste. Hier kann im Herbst das Wasser aus Schläuchen abgelassen werden.
Die Zuleitungen in der Erde werden über einen Hahn im Herbst entleert. So überstehen sie den Winter ohne Schäden. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft

Sind die Zuleitungen leer, nehmen sie in der Regel keinen Schaden. Die große Herausforderung in der nächsten Saison ist dann, sich genau zu erinnern, wo die Schläuche liegen, damit bei Erdarbeiten nichts beschädigt wird.

In das Bild eines Gartens von oben werden Rohre für eine Bewässerung mit einem weißen Stift skizziert.
Wer vor der Installation seiner Anlage einen Plan zeichnet, weiß nicht nur, wie viele Teile er kaufen muss. Beim Graben und Pflanzen im nächsten Jahr zeigt der Plan, wo man vorsichtig sein muss. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft

Zahlt sich so eine Bewässerungsanlage aus?

Es kommt darauf an, für welches Bewässerungssystem man sich entschieden hat und wie hoch die Materialkosten sind. Wer lange Wege überbrücken muss, braucht viel Technik und Material und das ist - je nach Hersteller - unterschiedlich teuer. Für das ganze Material in seinem Garten hat Fabian Fröderking etwa 700 Euro ausgegeben. Hinzu kommen für ihn etwa 30 Euro Wasserkosten pro Saison. Aber: Fabian bewässert auch viel. Wer weniger Beete versorgen möchte, muss weniger investieren. Rein rechnerisch wird Fabian, so glaubt er, seine Investitionen allein durch seine Gemüseernte eher nicht wieder reinholen.

Ich habe viel mehr Gemüse geerntet: Kürbisse, Gurken, Tomaten oder auch Auberginen. Aber ich muss ehrlich sagen, diese Bewässerungsanlage wird sich nicht amortisieren. Für so eine Anlage muss man Geld ausgeben, aber das ist es mir auch wert, weil ich einfach mehr Zeit habe für andere schöne Dinge im Garten und für die Familie.

Fabian Fröderking, Kleingärtner

MDR (dd)

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 03. September 2023 | 08:30 Uhr