Gelbe Blüten, die aussehen wie Punkte, an grünen Stengeln.
Rainfarn blüht strahlend gelb. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius

Pflanzenstärkung Natürliche Mittel gegen Blattläuse, Spinnmilben, Pilze und Schnecken

Mit Hausmitteln die Pflanzen vor Schädlingen schützen und stärken? Das ist möglich. Einige Rezepte gegen Blattläuse, Spinnmilben, Pilzerkrankungen und Co. finden Sie hier. Denn mit den richtigen Kräutern und Wasser lassen sich einige Pflanzen bei Schädlingsbefall im Garten verarzten.

Gelbe Blüten, die aussehen wie Punkte, an grünen Stengeln.
Rainfarn blüht strahlend gelb. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius

Ackerschachtelhalmbrühe

  • 1 kg frischer Ackerschachtelhalm
  • 10 l Wasser

Grünes Kraut liegt in einem Korb.
Ackerschachtelhalm finden Sie zum Beispiel an Waldrändern oder eher feuchten Stellen in der Natur. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius

Sammeln und verwenden Sie nur die grünen, oberirdischen Triebe des Ackerschachtelhalms. Das frische Kraut im Wasser 24 Stunden einweichen lassen. Anschließend eine halbe Stunde aufkochen. Nach dem Abkühlen den Sud filtern. Im Verhältnis 1:5 verdünnt kann die Brühe verwendet werden. In akuten Fällen sollte sie drei Tage hintereinander angewendet werden.

Die Brühe wird vor allem bei Pilzkrankheiten wie der Kräuselkrankheit oder Malvenrost eingesetzt. Die Acker-Schachtelhalmbrühe kann aber auch gegen die Blattfleckenkrankheiten (bei Tomaten und Kartoffeln), die Rote Spinne, Milben, Lauchmotten, Monilia, Sternrußtau (bei Rosen) eingesetzt werden.

Ackerschachtelhalm (Equisetum arvense), auch Zinnkraut genannt, sollte möglichst im Sommer gesammelt werden. Dann ist der Wirkstoffgehalt am intensivsten. Die im Zinnkraut enthaltene Kieselsäure stärkt das Blattgewebe und die Zellwände der Pflanzen. Auch bei anderen Kräutern empfiehlt es sich, sie im Sommer zu sammeln, da auch bei ihnen die Wirkstoffe dann am stärksten sind. Sie können auch im Sommer gesammelt, getrocknet und erst später verwendet werden. Wird im frischen Zustand ein Liter von einem Kraut benötigt, sind von den getrockneten Kräutern nur noch 200 Gramm notwendig.

Basilikumtee

  • 2 EL frischer Basilikum
  • 1 l Wasser

Das Kraut mit dem kochenden Wasser aufbrühen. Den Tee abkühlen lassen und unverdünnt auf die Pflanze sprühen. Hierbei kann auch getrockneter Basilikum verwendet werden. Basilikum hilft gegen Blattläuse, aber auch bei der Vertreibung von Spinnmilben oder weißen Fliegen.

Brennnesselbrühe

  • 1 kg frische oder 200 g getrocknete Brennnesseln
  • 2 l Wasser

Nahaufnahme von Brennnesselblättern in einem Korb.
Brennnessel Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius

Die Brennnesseln mit dem Wasser aufkochen und anschließend abkühlen lassen. Im Anschluss kann es im Verhältnis 1:10 verdünnt auf die Pflanze gespritzt werden. Die Brühe dient zur Kräftigung und fördert ein gesundes Wachstum.

Brennnessel-Ackerschachtelhalmbrühe

  • ½ l Brennnesselbrühe
  • ¼ l Schachtelhalmbrühe (Rezept siehe oben)

Beide Brühen miteinander vermischen. Im Verhältnis 1:20 bis 1:50 verdünnt sollte es drei Tage hintereinander gespritzt werden. Das Gemisch kann sowohl gegen Blattläuse als auch gegen Spinnmilben eingesetzt werden. Bei Spinnmilben sollte in den ersten warmen Tagen im Frühjahr direkt mit der Spritzung begonnen werden.

Essigspritzung

  • Essig mit 10% Säure-Gehalt
  • ein Spritzer Spülmittel als Emulgator

Zutaten mischen und in einen Bestäuber geben. Die Pflanzen werden mit der Flüssigkeit besprühen. Diese Spritzung eignet sich bei der Kräuselkrankheit.

Lavendelextrakt

  • 10 g Lavendelöl
  • ¼ l Obstessig
  • 10 l Wasser

Öl, Essig und Wasser miteinander mischen. Den Mix abends auf die Pflanzen sprühen. Alternativ kann damit auch eine Art "Schutzstreifen" um den Gemüsegarten gezogen werden. Das Lavendelextrakt hilft gegen Nacktschnecken. Der Duft irritiert die Tiere. Um effektiv zu sein, sollte es mehrmals während der Vegetationszeit aufgebracht werden.

Rainfarnbrühe

  • 1,5 kg frischer, blühender Rainfarn (Die Blüte enthält die meisten Wirkstoffe)
  • 10 l Wasser

Rainfarn mit Wasser als Brühe ansetzen und die Pflanzen damit behandeln. Das Gemisch hilft bei Läusen, Kohlerdflöhen, der Weißen Fliege, Schnecken, Rost- und Mehltau sowie Wurzelläusen.

Zwei Frauen stehen im Freien hinter einem Tisch. Auf und neben dem Tisch stehen Pflanzen, Behälter und andere Materialien. Eine Gießkanne steht im Bildvordergrund.
Hexenküche: Mit Kräutern hantierten MDR Garten-Moderatorin Diana Fritzsche-Grimmig und MDR Garten-Expertin Brigitte Goss in der Sendung. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius

Zuletzt aktualisiert: 10. Juli 2016, 08:30 Uhr